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Christian Petry will für die SPD auch nach der Wahl im Bundetag bleiben

Christian Petry : Er hat in Berlin noch einiges vor

Am 26. September ist Bundestagswahl. Die Saarbrücker Zeitung stellt die Direktkandidaten vor, die eine realistische Chance haben, ihren Wahlkreis für sich zu entscheiden. Heute: Christian Petry (SPD).

So ein Wahlabend kann sich schon mal in die Länge ziehen. Das weiß Christian Petry, der seit 2014 für die SPD im Bundestag arbeitet, nur zu gut. Es war schon nach 4 Uhr in der Nacht, als bei der Wahl 2017 klar war, dass er seine Tätigkeit als europapolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion würde fortführen können. Und spannend, sagt der 56-Jährige, könne es auch in diesem Jahr werden.

Wobei der Rückenwind, den Kanzlerkandidat Olaf Scholz derzeit dank guter Umfragewerte genießt, auch dem Welschbacher Petry zu vier weiteren Jahren in Berlin verhelfen könnte. „Der Trend ist  sehr erfreulich. Die Leute schätzen nicht nur die Person Olaf Scholz, sondern sie bewerten auch die Arbeit der SPD gut“, freut sich der Vater zweier erwachsener Kinder.

Und diese Arbeit möchte Petry gerne fortsetzen. „Ich habe noch einiges vor in Berlin“, sagt er, und schlägt den thematischen Bogen von dem, was in Berlin beschlossen wird, zu seinem Wahlkreis 298. Denn eines der Schwerpunktthemen der kommenden Wahlperiode sei die Förderung des ländlichen Raums. „Der ländliche Raum ist im Zuge von Corona noch attraktiver geworden. Nicht nur als Wohn-, sondern dank der Möglichkeiten des Home-Office auch als Arbeitsort“, sagt Petry.

Digitalisierung, auch was die Ausstattung von Schulen in dem Punkt betrifft, sei eines der Kernthemen für den Wahlkreis-Abgeordneten. „Dank etlicher Programme, die jetzt aufgelegt werden, bieten sich gute Gelegenheiten, die wir nutzen müssen.“ Und dank seiner guten Vernetzung, nicht nur in seinem Wahlkreis, sondern auch in Berlin, wisse er, welche Schalthebel gelegt werden müssen, um Gelder zu akquirieren. Das hätte in der Vergangenheit unter anderem dazu geführt, dass Projekte wie der Bau der Illtalhalle in Hüttigweiler oder die Sanierung des Freibades in Landsweiler hätten gefördert werden können.

Darüber hinaus seien ihm auch die „großen Themen“ wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz wichtig, sagt Christian Petry, der in seinem politischen Wirken, sei es auf Reisen ins Ausland, im Bundestag in Berlin oder in seiner Funktion als Ortsvorsteher von Welschbach, stets auf Kommunikation setzt. „Wenn ich als europapolitischer Sprecher im Ausland unterwegs bin, steht immer auch ein Besuch der Schwulen- und Lesbenverbände auf meiner Liste, weil die Gespräche dort ein guter Indikator dafür sind, wie die Menschen in dem jeweiligen Land behandelt werden“, sagt Petry. Und auch wenn das kaum vergleichen können: Er nehme die Beschwerde darüber, dass es auf dem Friedhof in Welschbach an Gießkannen mangelt genauso ernst, wie Verhandlungen über Finanzthemen auf europäischer Ebene. „Sollte ich mal feststellen, dass dies nicht mehr der Fall ist, weiß ich, dass ich etwas ändern muss.“

Aber davon könne derzeit keine Rede sein. Im Gegenteil: „Mir macht die Arbeit Spaß. Sei es hier, in meinem Wahlkreis, oder in Berlin. Trotz der Belastung, die das mit sich bringt, auch für mein Umfeld. Und das möchte ich durch mein Engagement weiterhin vermitteln: Dass Politik Spaß macht und man etwas bewegen kann“, sagt Petry, der in den 22 Sitzungswochen im Jahr in Berlin lebt und den Rest des Jahres im Illinger Ortsteil Welschbach.

Dort wird er auch in den Wahlsonntag starten. Traditionell stehen dann Besuche in den Wahllokalen an, wo er sich bei den Helfern bedankt. Wenn es die Zeit zulässt, möchte er noch bei einem Fußballspiel in der Heimatgemeinde vorbeischauen, bevor es am Nachmittag auf den Halberg geht, wo Christian Petry für den SR die ersten Hochrechnungen kommentieren wird. Und was, wenn es nicht klappen sollte, mit dem erneuten Einzug in den Bundestag? „Ich habe nur einen Plan A und den verfolge ich bis 18 Uhr am Wahlsonntag“, lautet seine Antwort.