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Café Resch in Eppelborn ist Partner der Regionalmarke

Serie Partner der Regionalmarke „Wertvolles aus der Willkommensregion Neunkirchen“ : Von Hellbergspitzen, Eppi Fours und Saarweintrüffeln (mit Bildergalerie)

Seit 2018 gibt es im Landkreis Neunkirchen die Regionalmarke. Wertvolles aus der Willkommensregion bieten seitdem immer mehr Hersteller aus dem Landkreis an. Wir stellen die Partner-Betriebe vor. Heute: Café Resch in Eppelborn

Dieser Duft. Schwer, süß, aromatisch. In der überschaubaren Backstube (dazu später mehr) ist die Quelle schnell ausgemacht: ein temperierter Edelstahlbehälter mit zähflüssiger dunkler Schokolade. Josef Resch taucht einen Teigschaber hinein und legt ihn zum Abkühlen auf die Seite. Bei rund 32 Grad hat die sündige Masse die richtige Konsistenz und einen schönen Glanz. Perfekt, beweist die Probe. In der Zwischenzeit nimmt sich der Konditor-Meister zwei Biskuitböden vor, teilt sie mit einem Monstermesser, zack zack, exakt in drei Etagen. Dann holt er das aufgetaute Erdbeerpüree für die Füllung und wiegt es ab. Womit wir direkt beim Thema Regionalität wären. Die geht hier im Café Resch Hand in Hand mit dem hohen Anspruch an die eigenen Produkte. Und das schon in dritter Generation.

Produkte, die Heimat verkörpern

Natürlich stammen die Erdbeeren aus dem Saarland. Kiloweise werden die roten Früchte im Sommer angekauft, gewaschen, von den Blättern befreit, zu Mus zerkleinert und eingefroren. „Das Aroma ist ganz anders als bei Erdbeeren aus Spanien oder Israel“, kommentiert das der Senior, Franz Josef Resch. Gleichwohl endet Regionalität nicht bei den Zutaten und Rohstoffen. „Wir stehen zu unserer Region – dem Saarland und SaarLorLux – und deren Werten.“ Weshalb man mit Vorliebe Produkte kreiert, die „ein Stückchen Heimat verkörpern“. Los ging es Anfang der 1970er Jahre mit den Eppelborner Goldnüssen, 1985 gefolgt von den Schlossperlen und 1987 den Hellbergspitzen. Hinzu gesellten sich später etwa Eppi Fours’, Schätze des Illtals oder Saarweintrüffel. „Typisch saarländisch ist beispielsweise auch die Trüffelsorte Mispel-Trüffel“, sprich Hundsärsch. Sie waren dabei, als die Regionalmarke aus der Taufe gehoben wurde. Das gehört zum Selbstverständnis der Konditorfamilie Resch.

Im Gourmetmagazin gelobt

Für Landrat Sören Meng handelt es sich beim Café Resch um ein Vorzeigeunternehmen erster Güte. Weshalb er es sich Ende November nicht nehmen ließ, zusammen mit Bürgermeister Andreas Feld zum jüngsten Erfolg zu gratulieren. Erneut hatte es das renommierte Hochglanz-Gourmetmagazin „Der Feinschmecker“ unter die besten Cafés und Röstereien Deutschlands gewählt. Voraussetzung dafür ist, dass man von jemandem vorgeschlagen wird. Dann treten die Tester auf den Plan, natürlich anonym – und waren wie schon 2005 begeistert. „Ganz besonders stolz macht uns das Lob für unser Haus im Taschenguide der Dezember-Ausgabe“, strahlt der Junior. Gilt doch die Fachjury der Redaktion als anspruchsvoll. „Da fallen durchaus auch mal kritische Worte.“

128 verschiedene Trüffel und Pralinen

Doch die Eppelborner punkteten auf ganzer Linie: „In gemütlicher Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre herrscht ein Schlaraffenland: Mehr als 100 Sorten Torten und Kuchen sind im Sortiment – und ob Apfelkuchen, gefüllte Hefezöpfe, aufwendige Grantapfel- oder Malacoff-Torte, alles schmeckt vorzüglich.“ Kann man auf Seite 165 des handlichen Büchleins nachlesen. Erfolge bei regionalen und überregionalen Wettbewerben ziehen sich wie ein roter Faden durch die Firmengeschichte, unter anderem wurde der Betrieb, der anno 2021 auf 128 verschiedene Trüffel und Pralinen-Kompositionen verweisen kann, vom RegioGuide zur Confiserie des Jahres 2012 gekürt.

Einst war hier eine Mühle

Angefangen hat alles gegenüber auf der anderen Straßenseite im Haus Resch, wo bis 1897 eine Getreidemühle ihre Dienste verrichtete. Mit dem Bau der Eisenbahn von Wemmetsweiler nach Primsweiler war Schluss mit mahlen. Die Mühle wurde zur Gastwirtschaft-Restauration. Ab 1922 führten die Vorfahren das Lokal bis nach dem Zweiten Weltkrieg weiter. 1956 legte deren Sohn Alois die Meisterprüfung ab und fing 1957 mit seiner Frau Ortrud an, in der elterlichen Gastwirtschaft Eis aus eigener Produktion anzubieten.

Vier Meister am Werk

1958 gingen in der vorab gebauten Backstube – der heutigen Konditorei – die ersten Backwaren über den Tisch. Bis heute wird hier gewirkt: auf 70 Quadratmetern, was sich manchmal knifflig gestaltet bei aktuell fünf Personen. Vier davon verfügen über einen Meistertitel. „Ich bin mit Leib und Seele in diesem Beruf“, erklärt der Senior und freut sich, dass sich diese Begeisterung vererbt hat. Mit 20 Jahren die Jüngste ist Gesellin Sophie Alt. Frisch ausgelernt, wurde sie als eine von drei Auszubildenden übernommen. Bei der Stippvisite der Presse kümmert sie sich um den Mürbeteig, der vier bis fünf Mal jeweils für die Dauer einer Minute gerührt werden muss – „so lange, bis er gut ist“. Das andere Räumchen teilt ein breiter Arbeitstisch in zwei Hälften. Auf der hinteren zaubert der Senior Pralinen, vorn kümmert sich der Junior um Torten und Kuchen. „Ich kenne Backstuben, die sind noch enger“, meint Josef Resch gutgelaunt. Hier, im Allerheiligsten, werden auch regelmäßig Seminare angeboten zu Themen wie „Wein und Schokolade“.

Café seit 1961

1961 wurden die Caféräume mit ihren 80 Sitzplätzen eingeweiht. Dazu kommen bei gutem Wetter 60 Terrassenplätze. Seit 1997 liegt die Führung des Confiserie-Cafés in den Händen von Franz-Josef und seiner Ehefrau Sigrid, einer gelernten Fachverkäuferin. 2002 begann zunächst Josef, im Jahr drauf seine Schwester Barbara die Ausbildung im elterlichen Unternehmen. Dass sie die Tradition fortführen würden, war „schon relativ früh klar“, erinnert sich der 36-Jährige. Seine Alternative wäre Architektur gewesen. Doch nach einem Praktikum im Planungsbüro wusste Josef Resch, dass er lieber mit seinen Händen schafft, statt den ganzen Tag Programme mit Zahlen zu füttern. Zusätzlich zur Handwerksausbildung absolvierte er ein Wirtschaftsstudium.

Für den guten Zweck

Café Resch in Eppelborn ist Partner der Regionalmarke
Foto: Anja Kernig

Felsenfest verankert ist in dem Familienbetrieb das soziale Engagement. Ständig überbieten sie sich hier selbst bei den jährlichen Benefizaktionen. War es erst ein 15, dann 25 Meter langer Christstollen, fertigte man 2018 sage und schreibe 30 Meter des beliebten Weihnachtsgebäcks für den guten Zweck an. Kindernothilfe Saar, Aktion Herzenssache, SOS-Kinderdorf Merzig und viele andere profitierten vom Können und der Hilfsbereitschaft der Reschs. Man denke nur an den zwei Meter hohen stilisierten Tannenbaum mit fast 1000 „Tarte au Chocolat“-Stücken, oder die 40 Kilogramm Baumkuchen, oder, 2012, das größte Knusperhäuschen des Saarlandes, in 130 Arbeitsstunden zusammengebaut aus über 1500 Tafeln Schokolade und Lebkuchen. Was es dieses Mal sein wird? Das bleibt noch ein Geheimnis.