Gemeinderat Eppelborn : Hoffen auf neue Bauplätze für Wiesbach

Gemeinderat Eppelborn berät zu Forstwirtschaft, ISEK und einer Gruppe, die Bauland am Seiterswald schaffen will.

Bauplätze sind rar gesät. Überall, auch in Eppelborn. Um so willkommener ist das Ansinnen einer Eigentümergemeinschaft in Wiesbach, die ihre fünf Parzellen in Flur 9 zusammengeschlossen haben, um gemeinsam eine Mischgebietsfläche zu entwickeln. Wie Bürgermeister Andreas Feld bei der Gemeinderatssitzung im Big Eppel ausführte, liegt der circa ein Hektar große Planbereich an der Hauptstraße zwischen der bestehenden Wohnbebauung und dem Gewerbegebiet „A1 interkommunal“. Derzeit besteht dort kein Baurecht. Dem Antrag der Eigentümergemeinschaft „Seiterswald“ auf Erstellung eines Bebauungsplanes wurde einstimmig entsprochen. Zwar sei es „nicht der große Wurf“ und nur „ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein“, so Christian Ney (CDU). Gleichwohl begrüße man die Initiative. Stefan Löw (SPD) klang da doch eine Spur euphorischer: „Wiesbach freut sich“, dass „in absehbarer Zeit Bauland zur Verfügung steht“, betonte der Ortsvorsteher des betreffenden Ortsteils. „Wir sind froh über jede Aktivität diesbezüglich.“ Gegenüber der Gemeinde hat sich die Eigentümergemeinschaft schriftlichen verpflichtet, alle für die Erstellung des Bebauungsplanes anfallenden Kosten zu übernehmen. Ein wichtiger Punkt für Feld: „Man weiß ja nie, was bei so einem Verfahren rauskommt.“ Auf den Parzellen befinden sich derzeit Wiesenflächen, eine brachgefallene Streuobstwiese sowie eine Weihnachtsbaumkultur.

Seit Jahren gehen die Erträge auf den gemeindeeigenen forstwirtschaftlichen Flächen zurück. Das wird sich auch im kommenden Jahr nicht ändern. Laut dem anschließend verabschiedeten Forstwirtschaftsplan 2022 belaufen sich die Ausgaben auf 75 483 Euro. Dem stehen Einnahmen von 42 070 Euro gegenüber. Was nicht zuletzt dem Klimawandel geschuldet sei, so Feld. Die Bäume leiden unter Trockenheit und sind anfälliger für Schädlingsbefall und Umwelteinflüsse. Schadhaftes Holz bringe wiederum weniger Erträge. In dem von Revierförster Ingo Piechotta ausgearbeiteten Plan stellen die Sachkosten für den Waldschutz und die Waldverjüngung die mit Abstand größten Ausgabe-Posten dar. Eingeschlagen werden nächstes Jahr 540 Festmeter Holz, davon 63 Prozent Fichte, 24 Prozent Eiche und Buche, der Rest entfällt auf sonstiges Laubholz.

Und dann fiel in der letzten Sitzung des Jahres fast zwangsläufig der Begriff ISEK. Wie überall im Kreis beschäftigt man sich nun auch (wieder) in Eppelborn mit dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept – und schließt damit an die Initiative von 2016 an. Damals wurde das ISEK für die Ortsmitte von Eppelborn erstellt. Und ist inzwischen überholt, wie Bürgermeister Andreas Feld bei der Gemeinderatssitzung im Big Eppel erläuterte. Haben sich doch die Zielsetzungen der Gemeinde, insbesondere für die Entwicklung des Areals zwischen der Straße Am Markt und der B10 sowie für die ehemalige Mädchenberufsschule, grundlegend geändert. Hinzu kommen formale Zwänge, denen man Rechnung tragen muss, um förderfähig zu bleiben.

Das Homburger Ingenieurbüro Argus Concept wurde mit der Fortschreibung des ISEK beauftragt, „der Entwurf ist nahezu fertiggestellt“. Beschlossen vom Rat, wird nun die Öffentlichkeit beteiligt. Pandemiebedingt muss auf eine Informationsveranstaltung verzichtet werden, so Feld. Stattdessen erfolgt die öffentliche Auslegung im Rathaus und über das Internet.

Bevor es mit dem nichtöffentlichen Teil weiter ging, griff der Bürgermeister noch mal das Thema Dorffunk-App auf. Im Sommer hatte der Gemeinderat auf Antrag der SPD-Fraktion deren Prüfung und Einführung beschlossen. Marpingen hat die App bereits erfolgreich eingeführt, „dort wird sie vom Landkreis betreut“, so Feld. Auf Rückfrage beim Landkreis Neunkirchen sei ihm mündlich mitgeteilt worden, dass dieser nicht beabsichtigt, bei solch einer App federführend tätig zu werden.

Nun müsse geprüft werden, ob Eppelborn einen Trägerverein ins Leben rufen muss. Ist dies doch Voraussetzung zur Teilnahme. Entwickelt wurde die App vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE im Rahmen des Projektes Digitale Dörfer. Sollte die Dorffunk-App in Eppelborn eingeführt werden, würde auf die Gemeinde jährlich etwa 1500 Euro an Kosten zukommen.

Wie die SPD damals bekannt gab, „bietet die App völlig neue Möglichkeiten der Kommunikation für die Dörfer in unserer Gemeinde.“ Die Einrichtung sei für den Nutzer „kinderleicht und vor allen Dingen kostenlos“, so Löw. „Neben den Menschen könnte auch unser Gewerbe und unsere Vereine von dieser App profitieren.“ So ermöglicht die App beispielsweise, Veranstaltungen zu bewerben, Dienstleistungen anzubieten, Mitfahrgelegenheiten zu suchen und zu finden, Mitbringservice einzurichten oder „Informationen rund um unsere Heimatgemeinde zu streuen“.