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HF Illtal richtet Final Four im DHB-Amateurpokal in Völklingen aus

DHB-Amateurpokal : HF Illtal richten Pokal-Finalturnier aus

Riesenfreude bei den HF Illtal: Der Oberligist erhielt vom Deutschen Handball-Bund die Zusage, das Finalturnier um den DHB-Amateurpokal auszurichten. Das „Final 4“, für das die HF auch sportlich qualifiziert sind, steigt in Völklingen.

Markus Dörr, der Vorsitzende des Handball-Oberligisten HF Illtal, konnte sein Glück kaum fassen, als ihn die Nachricht erreichte, dass sein Verein am 18. und 19. September das Finalturnier – das sogenannte „Final 4“ – um den Amateurpokal des Deutschen Handball-Bundes (DHB) ausrichten darf. „Unsere Freude ist enorm. Das ganze Handball-Saarland darf sich auf dieses Event freuen“, erklärt Dörr vor Freude strahlend. Und er schiebt nach: „So etwas hat es im Saarland noch nicht gegeben, und so etwas wird es wohl auch im Saarland danach nicht mehr geben.“

Normalerweise wird das „Final 4“ des Amateur-Pokals im Rahmen des „Final 4“-Turniers der Profis in Hamburg ausgetragen. Das war im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Deshalb wurde das Turnier in das Jahr 2021 verschoben. Der DHB und die Teilnehmer einigten sich dann darauf, dass einer der vier Halbfinalisten mit der Ausrichtung beauftragt wird.

Dabei überzeugten die HF Illtal den Deutschen Handball-Bund und die Mitbewerber mit ihrem Konzept – und einem Bewerbungsvideo. In diesem richtete Weltmeister Christian Schwarzer, der Jugendkoordinator beim Handball-Verband Saar ist, eine Grußbotschaft an die Adressaten. „Die Handball-Community im Saarland würde gerne mal wieder Spitzenhandball sehen. Die Halle wird mit Sicherheit voll“, erklärte der ehemalige Spieler der Rhein-Neckar-Löwen und des FC Barcelona, der von 1991 bis 1999 für den TV Niederwürzbach aufgelaufen war.

Die Halle, die beim Amateurpokal-Finalturnier voll werden soll – das ist die Völklinger Hermann-Neuberger- Halle. „Wir werden definitiv dort spielen“, verkündet Dörr. Dort finden deutlich mehr Zuschauer Platz als in der Eppelborner Hellberghalle, der sportlichen Heimat der Handballfreunde Illtal. Wie viele Zuschauer in Corona-Zeiten zum „Final 4“ kommen dürfen, ist noch offen.

Ursprünglich waren für die Hermann-Neuberger-Halle in Völklingen beim Hallenmasters des Saarländischen Fußball-Verbandes zu früheren Zeiten knapp 3000 Zuschauer zugelassen. Beim letzten in Völklingen ausgetragenen Hallenmasters im Jahr 2016 hatte sich die Kapazität aufgrund neuer Sicherheitsvorschriften allerdings auf 2100 reduziert. Sollte beim Amateurpokal-Finalturnier der Handballer im September die Hälfte davon erlaubt sein, „wäre das gut. Ich denke, so viele Interessenten gibt es, die dieses Turnier sehen wollen“, erklärt Dörr.

Unabhängig von der erlaubten Zuschauerzahl wollen die HF Illtal ein richtiges „Event“ aus dem Turnier machen. „Wir wollen das Rad so groß wie möglich drehen. Geplant ist beispielsweise eine Players-Party“, verrät Dörr. Unterstützung erhält der Verein – wie schon bei der Bewerbung – von einem lokalen Sponsor, der Erfahrung mit der Durchführung von ähnlichen Großveranstaltungen hat.

Nicht nur neben dem Spielfeld, sondern auch auf der „Platte“ wird das Amateurpokal-Finale für die HF Illtal zu einem Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Denn der Viertligist ist erstmals für das „Final 4“ qualifiziert – und könnte mit einem Sieg im Halbfinale erstmals in den DHB-Pokal der Profis einziehen. „Und zwar direkt in die Hauptrunde, nicht in die Qualifikation“, berichtet Dörr. Dann würde den Handballern aus dem Illtal ein attraktives Heimspiel gegen einen Erst- oder Zweitligisten winken.

Die Mannschaft von Trainer Marcus Simowski trifft im Halbfinale des Amateurpokals auf die SG Langenfeld aus dem Rheinland. Zuvor stehen sich die SG VTB Altjührden – der Ort liegt südlich von Wilhelmshaven – und die SG OSF Berlin gegenüber. Alle drei Konkurrenten der HF Illtal im Kampf um den Pokalsieg spielen ebenfalls viertklassig.

Die Anwurf-Zeiten der beiden Halbfinal-Partien am Samstag, 18. September, stehen noch nicht fest. Aller Voraussicht nach wird am frühen Nachmittag gespielt – um Terminkollisionen mit anderen Handball-Spielen im Saarland aus dem Weg zu gehen. Denn am 18. September starten auch die Vereine von der Saarlandliga abwärts in die neue Saison. Das Pokal-Endspiel soll dann am frühen Sonntag-Nachmittag, 19. September, steigen.

Eine Woche nach dem Amateurpokal-Finalturnier beginnt dann auch die Saison 2021/2022 in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Die HF Illtal treffen am 25. September zu Hause auf den TV Offenbach. „Allerdings steht uns an diesem Tag die Halle in Eppelborn nicht zur Verfügung. Deshalb wird die Partie entweder verlegt, oder wir tauschen das Heimrecht“, berichtet Dörr. Sollte das Duell gegen die Offenbacher auf einen anderen Termin verschoben werden, würden die Illtaler am 2. Oktober beim TV Mülheim ihr erstes Liga-Spiel bestreiten.

Mittlerweile befindet sich der Club in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Mit dabei ist ein weiterer Neuzugang: Der 20 Jahre alte Rückraumspieler Alexander Herzig, der in der Jugend für die HF Illtal spielte, ist vom Saarlandligisten HSV Merzig-Hilbringen zum Oberligisten gewechselt.

Zuvor hatten die Illtaler „Zebras“, wie der Verein auch genannt wird, schon mehrere Neuzugänge bekannt gegeben (wir berichteten): Abwehrstratege Kevin Singh von der HSG TVA/ATSV Saarbrücken, Joshua Wolf von der HSG Nordsaar sowie Enrico Sperker, Max Laier und Kevin Hinsberger, die alle aus der zweiten Mannschaft aufrücken, verstärken den Kader.

Nicht mehr für die Illtaler „Zebras“ auf dem Feld stehen werden in der kommenden Saison drei Leistungsträger: Pascal Meisberger ist als Spielertrainer zu seinem Heimatverein RW Schaumberg gegangen. Der zum SV 64 Zweibrücken gewechselte Philipp Kockler und Jonas Guther, der sich dem TV Homburg anschloss, hatten den Verein bereits im Winter verlassen.

Zum Saisonziel sagt Dörr: „Wir peilen einen Platz im vorderen Mittelfeld an. Unter den ersten Drei sehe ich uns aber nicht. Dort sehe ich eher den TV Homburg, die SG Saulheim und die VTV Mundenheim.“

www.hf-illtal.de

www.hvsaar.de

www.dhb.de