Besondere Atmosphäre in der Illipse3 : Lebensmusiker - zu jedem Song die passende Geschichte

Die Lebensmusiker spielten „in gemütlicher Kneipenatmosphäre“ in der Illipse. Die Gäste sangen schnell mit.

Die Formation „Lebensmusiker“ gastierte in der Illipse und präsentierte mit Vollgas ein tolles Liedprogramm. Die Texte stammen aus der Feder des Bandleaders Marc Scherschel und erzählen Geschichten, die das Leben schreibt. Was die passende Musik betrifft, hat er zwar eine Grundidee, die finale Entscheidung fällt dann gemeinsam mit den Musikern. „Da wird probiert, bis es passt“, erklärte Scherschel im Gespräch mit der SZ.

Das Zusammenspiel der fünf Musiker kam sehr harmonisch rüber. Die Klangqualität war professionell. Für angenehmen Sound sorgte der Tontechniker Martin Ehlert. Videos und Fotoaufnahmen im Hintergrund wurden mit einer stimmigen Beleuchtung in Szene gesetzt.

2019 stand die Band letztmalig auf der Bühne, pandemiebedingt wurden die Musiker ausgebremst. „Wir danken der Gemeinde Illingen und den Verantwortlichen, dass wir heute auf dieser Bühne stehen dürfen und die Mitarbeiter des Kulturamtes alles dafür getan haben, dass hier ein Konzert stattfinden darf“, lobte Bandleader Marc Scherschel schon gleich zu Beginn. Er musste dann zwar noch sozusagen als „Moralapostel“ die Spielregeln bekannt geben, nachdem die Gäste die erste Hürde beim Einlass überwunden hatten. Denn Zutritt hatten nur Geimpfte, Genesene oder Getestete. Spätestens im Konzertsaal in der Illipse wurden die Gäste schon rein optisch auf einen schönen Abend eingestimmt. Bistrobestuhlung mit jeweils vier Personen an einem Tisch schaffte eine gemütliche Atmosphäre. Ein Umschlag auf dem Tisch mit der Aufschrift „Bitte nicht öffnen“ weckte bei vielen gleich die Neugier. Die Auflösung gab es am späten Abend mit dem Lied über einen kleinen Baumarkt in Bliesen, in dem oft nach Feierabend die Geselligkeit mit Bier und Wurst gepflegt wurde.

Gesellig und gemütlich sollte es auch in der Illipse sein. Deshalb wurden in dem Umschlag Bifi-Würstchen von der Band an ein treues Publikum serviert. Die Bühnendekoration war außergewöhnlich und sehr dekorativ mit einem Buffetschrank und Weinflaschen, die eine wichtige statische Funktion erfüllten. „Wir wollten eine gemütliche Kneipenatmosphäre schaffen“, sagte Scherschel. Ausgefallen waren die Beiträge eines imaginären Gastes. Kein anderer als Udo Lindenberg lieferte zwischen den Zeilen Kommentare in seiner alt bekannten schnodderigen Art.

Die Ursprungsbesetzung der Band, die sich 2018 gründete, ist in 2021 Geschichte. Die hat Corona nicht überlebt. In der neuen Zusammensetzung standen Marc Scherschel (Gesang/Songwriting/Gitarre), Dieter Ost (Gitarre), Sebastian Ost (Schlagzeug), Gabriel Kirsch (Bass) und Levin Weiß (Pianao/Keys) im Rampenlicht. Nathalie Banza wurde von der Band als Gastsängerin engagiert und bereicherte den musikalischen Abend mit einer sehr schönen Stimme. Zum Repertoire der Band gehörten deutsche Popmusiklieder, Gute Laune Songs, Rap und Reggae.

Scherschel, der durch das Programm führte, wünschte, dass die Leute beim Konzert viel Spaß haben, locker sind, vom Alltag abschalten können und am nächsten Tag noch an diesen wunderschönen Abend denken. „Dann haben wir alles richtig gemacht“, so der Sänger, der zu jedem Song eine Geschichte erzählen konnte.

Beeindruckend war, dass die Konzertgäste die Texte sehr schnell mitsingen konnten, auch bei dem neuen Song „Nah und laut.“ Hierbei präsentierte die Band ein Hintergrundvideo mit einer Chorszene, die Freunde, Verwandte und Kinder gestalteten. Ergreifend das Engellied, das Scherschel seiner Nichte Ida, die im Februar 2021 geboren wurde, gewidmet hat. Der kleine Wonnepropfen wurde im Großformat auf der Leinwand eingeblendet, während der Onkel auf der Bühne mit der schönsten Liebeserklärung aufwartete. Es gab an dem Konzertabend sehr viele tiefgehende, gefühlvolle Songs, aber auch so richtig schöne fetzige Partysongs, die zum Tanzen animierten, was dann von dem Publikum auch in Kleingruppen praktiziert wurde. So richtig heimelig wurde es ganz zum Schluss, als alle Bandmitglieder sich wie eine kleine Familie am Bühnenrand versammelten und ohne großen technischen Aufwand ihre musikalische Stärke noch einmal bewiesen.