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Oberliga-Basketballer vom TV Illingen empfangen zum Auftakt Heidesheim

Basketball-Oberliga : Wikinger im Auge des Wirbelsturms

Die Basketballer vom TV Illingen empfangen nach 561 Tagen ohne Oberliga-Pflichtspiel die TSG Heidesheim zum Saisonauftakt.

Doch. Jens Rückert kann sich noch erinnern, wann er das letzte Mal in der Basketball-Oberliga an der Seitenlinie stand. „An solche Spiele denkt man schließlich gerne zurück“, sagt der Trainer des TV Illingen mit Blick auf die Partie im März 2020, als seine „Vikings“ einen 96:76-Heimsieg gegen MJC Trier feierten. Doch auch wenn Rückerts Erinnerung ungetrübt ist – „ja, das ist verdammt lang her. Eine verdammt lange Zeit“, räumt der Trainer ein.

Eine Zeit, die an diesem Samstag um 18 Uhr nach 561 Tagen ein Ende finden wird. Dann nämlich empfängt der TVI die TSG Heidesheim zum Auftakt der neuen Runde in der Illinger Schulsporthalle. „Na klar ist die Vorfreude riesig. Das ist doch selbstverständlich. Das zieht sich schon durch die ganze Vorbereitung. Beim ersten Testspiel in Zweibrücken haben wir eine ganz schlechte Leistung gezeigt und mit einem Punkt verloren. Trotzdem hat man überall nur strahlende Gesichter gesehen, weil wir wieder Basketball spielen durften. Und seitdem steigt die Spannung immer weiter. Denn jetzt geht es endlich wieder um was“, freut sich Rückert.

„Eigentlich alles“, antwortet er auf die Frage, was in der Saisonvorbereitung in Corona-Zeiten anders gelaufen sei als sonst. „Aber wir haben dabei immer das volle Repertoire ausgeschöpft, haben alles gemacht, was gerade erlaubt war: Lauf-Challenges über WhatsApp, Fitnesseinheiten bei Zoom – bis wir wieder draußen und schließlich wieder in der Halle trainieren durften“, berichtet Rückert. Und weil der Landkreis Neunkirchen und die Gemeinde Illingen den TVI-Korbjägern auch in den Sommerferien die Schulsporthalle zur Verfügung stellten (Rückert: „Das ist keine Selbstverständlichkeit“), stehen die Vikings seit einigen Monaten durchgehend im Training.

Die vergangene Saison wurde wegen der Pandemie noch vor dem ersten Spieltag abgesagt – und auch auf die nun beginnende wirft Corona noch einen Schatten. Teils über 200 Zuschauer schrien, klatschten und trommelten die Vikings in der Saison 2019/2020 zum Klassenverbleib. Diesmal sind nach dem Hygienekonzept des Vereins maximal 90 erlaubt. Und das nur wenn sich viele Gemeinschaftsgruppen von bis zu zehn Personen finden, die zu den angrenzenden Sitzplätzen Abstand halten. „Eine Atmosphäre wie bei uns gibt es eigentlich nur noch in Herrensohr. Sonst in keiner Halle in der Liga. Das wird diesmal ein wenig anders sein“, bedauert Rückert. „Aber wir sind froh, dass überhaupt Zuschauer dabei sind. Und wenn die von den Rängen Stimmung machen – und wir von der Bank, dann wird das schon.“

Gemeinsam mit ihren Fans wollen die Wikinger dann am Samstag dem Wirbelsturm trotzen: „Hurricanes“ werden die Gäste aus Heidesheim – ein Stadtteil von Ingelheim am Rhein – genannt. „Sie sind in der Saison 2018/2019 zusammen mit uns in die Oberliga aufgestiegen und haben sich dann mit vielen guten Spielern verstärkt. Körperlich sind sie uns überlegen – aber das ist fast jede Mannschaft in der Liga“, weiß Rückert. Allerdings seien die Rheinland-Pfälzer, die die letzte gewertete Saison auf Platz fünf beendeten, damals nicht die konstanteste Mannschaft gewesen. „Wir hatten das Hinspiel zu Hause deutlich verloren und sind dann nur mit sechs Spielern – einer davon aus der zweiten Mannschaft – zum Rückspiel gefahren. Wir haben uns auf eine Packung gefasst gemacht. Aber Sekunden vor Schluss lagen wir nur mit zwei Punkten zurück und hatten den Ball. Leider ist dann der Drei-Punkte-Wurf nicht gefallen, sonst gewinnen wir das Spiel“ erinnert sich Rückert.

Ziel in der kommenden Runde sei der Nichtabstieg, sagt der Trainer: „Alles andere wäre vermessen.“ Eine wichtige Rolle bei der Mission Klassenverbleib sollen die jüngsten im Team – zum Beispiel Tim Kreutzer und Simon Mohr – spielen. „Sie wollen und werden mehr Verantwortung übernehmen“, sagt Rückert. Auch damit Kapitän Daniel Lambert-Castillo und der treffsicherste Viking, Jonas Schikorski, Pausen bekommen. Und um weniger ausrechenbar zu sein. „Wenn Jonas einen guten Tag hat, ist er nicht zu stoppen. Wir brauchen aber den Plan B, wenn er keinen guten Tag hat“, erklärt Rückert. Daneben müsse seine Mannschaft „gut verteidigen, körperliche Nachteile durch Cleverness ausgleichen – und vor allem nie aufgeben“.

Ein erster Schritt Richtung Klassenverbleib wäre ein Erfolg am Samstag gegen Heidesheim. Und daran wie man Siege feiert, kann sich Rückert schließlich noch genau erinnern. Auch wenn der letzte in der Oberliga 561 Tage zurückliegt.

Die Basketballerinnen des TV Illingen starten ihre erste Oberliga-Saison am Sonntag, 17 Uhr, bei den Saarlouis Diamonds II.