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So kommen die Tiere im Merchtal durch den Winter

Habichtsweiden : So kommen die Tiere im Merchtal durch den Winter

Die Temperaturen sinken, oft ist es neblig und ungemütlich. Die Tiere auf den Habichtsweiden verbringen auch den Winter im Freien. Wie überstehen sie die kalte Jahreszeit?

Vier Exmoor-Ponys, sechs Wasserbüffel, 44 Taurus-Rinder – davon zwölf Kälber: Da kommt selbst Landwirtin Christina Rullof beim Zusammenzählen ins Grübeln. Neu auf den Habichtsweiden sind sechs Rinder aus Sachsen, die im Frühsommer zugekauft wurden. Die Weidetiere sind Teil des Naturschutzprojekts Habichtsweiden der Lik Nord. Zuständig für die Tiere ist die Familie Rullof vom Habichtshof. Auf drei Weiden können sich die Tiere frei bewegen – auch bei Minusgraden.

Gut gegen die Kälte gerüstet

„Zu kalt wird es den Tieren eigentlich nie in unseren Breitengraden“, weiß Christina Rullof. Denn die optimale Wohlfühltemperatur der Tiere liege bei etwa minus sieben bis plus 16 Grad Celsius. Ein Problem seien eher heiße Sommer. Den Tieren mache auch Schnee und Eis wenig aus. „Die Ponys wälzen sich gerne im Schnee“, berichtet die Landwirtin. Ihr Winterfell sei so dicht, dass den Ponys weder Nässe noch Kälte etwas anhaben könnten. Und auch das Fell der Büffel und Rinder hat sich den Witterungen angepasst. „Sie stehen ja nie im Stall. Da fängt das Winterfell schon im Herbst an zu wachsen“, erklärt Rullof.

Natürlicher Witterungsschutz bevorzugt

Um den Tieren dennoch einen Unterschlupf anbieten zu können, wurden extra Hütten gebaut und eingestreut. Die würden allerdings nicht gut angenommen – sogar bei Schneestürmen flüchten sich die Tiere lieber in die Hecken. Auch gegen eiskaltem Wind haben sie ihre eigene Strategie entwickelt: Die Tiere suchen sich eine Senke im Gelände und stellen sich mit dem Hinterteil in die Windrichtung. „So macht ihnen der Wind gar nichts aus“, sagt Chrstina Rullof.

Mit Heu wird zugefüttert

Um Futter für die Tiere muss sie sich momentan noch nicht kümmern. Kürzlich wurde ein neuer Weidenabschnitt freigeben, den die Tiere jetzt erstmal abgrasen können. Erst wenn die Weiden abgefressen sind oder Schnee die Oberfläche bedeckt, wird zugefüttert. Die Tiere bekommen Heu, das im Sommer auf den Weiden geerntet wurde. Wichtig ist, dass an verschiedenen Stellen gefüttert wird, damit auch rangniedrigere Tiere etwas vom Heu abbekommen, erklärt Rullof. Wahre Leckerbissen im Winter sind Brombeerblätter – „besonders wenn einmal der Frost drüber gegangen ist. Dann schmecken die nämlich süßlich“, weiß die Landwirtin. Die Ernährung der Tiere sei sehr vielseitig: Von wilder Kamille, über Äpfel, bis hin zu Blättern von Hecken und Bäumen würden die Tiere alles vertilgen, was auf dem Gelände zu finden sei.

Ihren Durst können die Ponys, Büffel und Rinder jederzeit an den zwei Weihern und dem Zufluss zum Weiher stillen. Sollten die Gewässer im Winter zufrieren, ist noch eine frostgeschützte Tränke mit Leitungswasser vorhanden.

„Der Tierarzt war noch nie hier“

Wie robust die Tiere sind, zeigt sich auch an den Krankheitsfällen: In den letzten zwei Jahren gab es keinen Einzigen. „Der Tierarzt war noch nie hier“, erzählt Christina Rullof stolz. „Es gab keinen Husten, keine Lungenentzündung und die Kälber sind auch ohne Probleme auf die Welt gekommen.“