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Die Direktkandidaten zur Bundestagswahl in Wahlkreis 298 und 299

Bundestagswahl 2021 : Die Stimmzettel gehen bald in Druck

Die Bundestagswahl rückt näher. Die Kreiswahlausschüsse haben die Direktkandidaten der jeweiligen Wahlkreise zugelassen. Sie können mit der Erststimme gewählt werden.

Stimmt, das mit den Direktkandidaten ist für politisch wenig Interessierte vor der Wahl immer so eine Wundertüte. Wer steht da bei mir auf dem Wahlzettel von all den Gesichtern, die über viele Wochen von großen und kleinen Transparenten auf die Passanten herablächelten? Im Netz beschreibt es die Seite bundestag.de treffend: „Spätestens im entscheidenden Moment, mit dem Stimmzettel in der Wahlkabine, lernt jede Wählerin, jeder Wähler sie kennen: die Kandidaten aus der eigenen Region für den Bundestag.“

Wer von seinem demokratischen Grundrecht Gebrauch macht, hat eine Erst- und Zweitstimme. Die Erststimme ist für einen Menschen aus dem eigenen Wahlkreis. Einen männlichen, weiblichen oder diversen Politiker, den man eventuell auf einer Wahlveranstaltung gesehen und gesprochen hat. Die Zweitstimme auf dem Zettel ist dann für eine Partei oder politische Gruppierung im Ganzen.

Kreis Neunkirchen zweigeteilt

Rund 60,4 Millionen Deutsche sind am Sonntag, 26. September, aufgerufen, den 20. Deutschen Bundestag zu wählen. Im Kreis Neunkirchen gibt es rund 113 000 Wahlberechtigte. Allerdings sind die sieben Städte und Gemeinden nicht in einem gemeinsamen Wahlkreis vereint. Neunkirchen und Spiesen-Elversberg gehören zum Wahlkreis 299 Homburg.

Der Wahlkreis 298 St. Wendel schließt die Kommunen Eppelborn, Illingen, Merchweiler, Ottweiler und Schiffweiler ein. Die 299 deutschen Wahlkreise haben immer um die 250 000 Einwohner, das Saarland mit seiner knappen Million Köpfen mithin vier.

Für jeden Wahlkreis werden eigene Stimmzettel mit den jeweiligen Kreiswahlvorschlägen der Parteien, Wählergruppen und Wählervereinigungen erstellt. Sie sind mithin beispielsweise in den beiden Städten Neunkirchen und Ottweiler nicht automatisch identisch.

Wahlkreis 298

Die Direktkandidaten muss natürlich niemand erst in der Wahlkabine kennenlernen. In beiden Wahlkreisen wird es Kandidaten von folgenden Parteien geben vorbehaltlich der Widerspruchsfrist: CDU, SPD, Linke, Grüne, AfD, FDP, Die Partei, Freie Wähler, „dieBasis“ und Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP). Die Namen der Kandidaten haben die Kreisverwaltungen noch nicht veröffentlicht. Auf den Internetseiten der Parteien sind Direktkandidaten mal leichter, mal etwas schwieriger zu finden. Im Wahlkreis 298 St. Wendel haben die Wählerinnen und Wähler jedenfalls für die CDU Nadine Schön auf dem Papier stehen. Die Tholeyerin wurde 2009 erstmals über ein Direktmandat des Wahlkreises in den Deutschen Bundestag gewählt. Für die SPD steht dort der Welschbacher Christian Petry, ebenfalls Mitglied des hohen Hauses. Im Januar 2014 zog er als Nachrücker für Reinhold Jost in den Bundestag ein. Die Linken haben Rosi Grewenig aufgestellt, die Liberalen das Bundestagsmitglied Oliver Luksic, die AfD Axel Magar. Als Direktkandidatin der Grünen steht im Kreis 298 Uta Sullenberger auf dem Papier unabhängig von der Frage, ob die Grünen auch per Zweitstimme im Saarland wählbar sind. Der Bundeswahlausschuss wird an diesem Donnerstag über die Beschwerde der Grünen aus dem Saarland gegen die Ablehnung ihrer Landesliste (für die Zweitstimmen) befinden (die SZ berichtete).

Wahlkreis 299

Im Wahlkreis 299 Homburg tritt für die CDU Bundestagsmitglied Markus Uhl an. Der Homburger rückte im Sommer 2017 für seinen Parteifreund Alexander Funk in den Bundestag nach und gewann das Direktmandat im gleichen Jahr gegen den Sozialdemokraten Esra Limbacher. Auch Limbacher, ebenfalls Homburger, steht wieder auf dem Wahlzettel als Kandidat seiner Partei.

Die Linke schickt im Wahlkreis 299 Florian Spaniol ins Rennen, die FDP Ralf Armbrüster. Für die AfD wird Christian Wirth unter den Direktkandidaten zu finden sein. Für die Grünen ist Marie-Luise Herber mit der Erststimme wählbar.

Wichtig zu wissen auch, wenn es um die Erststimme bei der Bundestagswahl geht: Seit 1961 sind im Saarland alle Wahlkreise entweder von Christ- oder Sozialdemokraten gewonnen worden.