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Die mittlere Bahnhofstraße ist noch nicht wie geplant saniert

SZ-Serie Nachgehakt : Umbau der Bahnhofstraße in Neunkirchen ist auf nächstes Jahr verschoben

Die Sanierung des mittleren Straßenabschnittes für eine halbe Million Euro sollte schon längst über die Bühne sein. Das Neunkircher Rathaus erläutert, warum das nicht geklappt hat.

Das klang gut vor einem Jahr: Der Umbau des mittleren Abschnitts der Bahnhofstraße, erläuterte damals die Neunkircher Stadtverwaltung, sollte den Planungen nach im Sommer starten und noch 2020 fertig werden. Zwischen Wilhelm- und Wellesweilerstraße stand an, wie im unteren Straßenteil zur Blies hin alles komplett umzukrempeln und den Straßenraum so zu sortieren, dass er weniger auto- und dafür mehr menschengerecht gestaltet sein würde. Die Stadt hatte 560 000 Euro veranschlagt mit einem Zweidrittel-Zuschuss über das Programm Soziale Stadt. Zwölf Monate später sieht die Straße aber noch genauso aus wie früher.

Globus-Baustelle

Die Verzögerung erklärt das Neunkircher Rathaus mit anderen Bauprojekten, die sich sozusagen vorgedrängelt haben. Die Königsbahnstraße ist seit dem Fall des Gasometers eine Großbaustelle. Die Vollsperrung im unteren Teil wurde jüngst noch erweitert. Auch in die Bildstocker Straße können Verkehrsteilnehmer jetzt nicht mehr abbiegen. Vor dem geplanten Globus-Markt entsteht ein Kreisverkehr in der Straße. Die Sperrung dauert voraussichtlich bis in den Herbst. Neben dem Kreisel entsteht eine Buswendeschleife, die Kreuzung mit der Bildstocker Straße bekommt eine Ampel, die Saarbrücker Straße mit der Zulassungsstelle einen neuen Zugang.

Kommendes Frühjahr soll es jetzt losgehen

Die Neugestaltung der Bahnhofstraße ist jetzt auf das Frühjahr kommenden Jahres gerutscht. Geld für das Projekt steht im Haushalt, erläutert die Pressestelle des Rathauses. An den Plänen zur Umgestaltung der mittleren Bahnhofstraße hält die Stadt grundsätzlich fest. Pressesprecher Deniz Alavanda: „Gerade die jüngsten Entwicklungen im bereits neugestalteten Bereich bestätigen, dass eine Aufwertung der Straße durch öffentliche Leitinvestitionen weitere Investitionen nach sich zieht.“ Mit anderen Worten: Die Stadt erhofft sich, dass Immobilienbesitzer nachziehen und etwas für die Optik der Straße tun. Die Bahnhofstraße 50, der ehemalige Wienerwald, wird abgerissen. Dort möchte die Sparkasse neu bauen (die SZ berichtete).

Neue Leitungen im Boden

Wenn es der Bahnhofstraße im kommenden Jahr ans Pflaster geht, kommt auch der kommunale Energieversorger KEW ins Spiel. In der Straße sollen dann neue Kabel und Rohre gelegt werden. Stadt und KEW wollen ihre Arbeiten gemeinsam ausschreiben. Das Frühjahr 2022 als Startschuss habe man auch gewählt, erläutert das Rathaus, um eine Baustelle rund um das Weihnachtsgeschäft zu vermeiden. Das Geld, das jetzt schon für den Straßenbau bereit steht, wolle die Stadt zur Anschaffung von Luftreinigungsgeräten in Grundschulen und Kitas nutzen und dann im nächsten Haushalt wieder neues Geld bereitstellen.

Die Sanierung der Bahnhofstraße ist ein wichtiges Projekt in der Unterstadt. Es ist gut ein Jahrzehnt her, dass der obere Teil Richtung Bahnhof grundlegend saniert wurde. Damals wurden heruntergekommene Häuser abgerissen, der Wolztyner Platz entstand. Der untere Teil der Bahnhofstraße, von der Wilhelmstraße bis zum Lübbener Platz, war 2009/2010 fertig. Er hat in der Mitte der Straße Parkplätze. Die Autos fahren drumherum auf einem Pflaster, das mittlerweile auch schon wieder renovierungsbedürftig ist. Der Gehweg für Fußgänger ist höhengleich mit der Straße.

Weniger Platz für Autos

Mehr Raum für Menschen, zusätzliche Bäume, ein höhengleicher Ausbau von Bürgersteig und Fahrbahn soll auch mit dem Umbau des mittleren Straßenstücks realisiert werden. Der Fußgängerverkehr erhält Vorrang. Die Verwaltung hatte bei der Präsentation des Bauprojektes erläutert: „Mit der Baumaßnahme soll die mittlere Bahnhofstraße städtebaulich aufgewertet und als Einkaufsstraße attraktiver gestaltet werden.“ Die Pläne sehen 15 Bäume vor, sieben werden neu gepflanzt. Die Gehwege werden breiter, bekommen Sitzbänke und neue Abfallbehälter. Die Straße wird auf fünf Meter Breite verengt, damit der Verkehr langsamer rollt. Insgesamt sollen 16 Parkplätze entstehen, zwei davon für Menschen mit Einschränkung. Teils am Straßenrand (Höhe Seniorenresidenz Evergreen), teils in der Straßenmitte. Vier Bäume werden im Zuge des Umbaus gefällt.

Die Veränderungen in der Bahnhofstraße stehen stadtplanerisch  in einem größeren Zusammenhang. Neue Gebläsehalle, Ansiedlung der ASW-Berufsakademie, Hotel und Sportgeschäft an der Peter-Neuber-Allee, Bliesterrassen und eben die Bahnhofstraße stehen für den Wandel im unteren Teil der Stadt. Weg von der Hüttenstadt, hin zu einer modernen City mit attraktiven Wohnlagen.