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Saarland: Baustelle auf der A8 - das ist auf der Autobahn geplant

Autobahn West AG : Baumaßnahmen auf der Autobahn: Was jetzt auf der A8 jetzt geplant ist

Da kommt was Großes auf die Neunkircher zu. Zwischen der Anschlussstelle Neunkirchen-Oberstadt und der Autobahnkreuz Neunkirchen wird die A8 grundhaft erneuert. Was im Detail passiert und wann es los geht.

Es ist das erste Großprojekt auf saarländischem Terrain, dass die Autobahn GmbH zurzeit plant. Und das ist nicht von schlechten Eltern. Zur Erinnerung: Seit Beginn des Jahres 2021 ist statt der Länder der Bund für den Zustand der Autobahnen zuständig. Das heißt, dass Straßenbau und deren Instandhaltung in der Verantwortung der Autobahngesellschaft Autobahn GmbH liegen. Für das Saarland zuständig ist die Niederlassung West mit Sitz in Neunkirchen. Fürs erste Großprojekt im Saarland liegen die geschätzten Kosten bei 100 Millionen Euro, wie es auf Nachfrage der SZ heißt. Für diese Summe soll auf einer Strecke von 6,32 Kilometern auf der A8 zwischen der Anschlussstelle Neunkirchen-Oberstadt und dem Autobahnkreuz Neunkirchen ein so genannter „grundhafter Ausbau“ erfolgen. Was im Klartext heißt: Hier wird komplett saniert. Durchgängig wird die Fahrbahn auf zwölf Meter verbreitert im Bereich der Straßen und auf 12,50 Meter auf Bauwerken, sprich Brücken. Acht Brücken, so erläutert der Technische Regierungsdirektor der Außenstelle Neunkirchen, Klaus Kosok, der SZ, werden abgerissen und durch neue Brücken ersetzt. Dabei werden die Brückenbauwerke größtenteils an selber Stelle nur eben etwas breiter wieder aufgebaut. Eine Ausnahme gibt es: Die Landertalbrücke. das ist die größte Brücke im Streckenzug. Sie wird leicht versetzt nördlich der A8 neu gebaut. Der Neubau der Landertalbrücke steht ganz am Anfang der Maßnahme und soll im Herbst/Winter 2022 beginnen. Auch Lärmschutzwände in Fahrbahnnähe, die durch die Verbreiterung verdrängt werden, müssten neu gebaut werden. Bestehende Lärmschutzwände mit baulichen Mängeln sollen abschnittsweise erneuert werden.

Durchs Wasserschutzgebiet

Als wäre das nicht genug, gibt es eine Sache, die die Arbeiten erschwert. Der überwiegende Streckenanteil liegt nämlich in den Wasserschutzgebieten Hirschberg- und Kasbruchtal sowie dem Mutterbachtal. „Dies erfordert gemäß den Richtlinien für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wasserschutzgebieten umfangreiche über die sonstigen Standards hinausgehende bauliche Maßnahmen“, sagt Kosok. Maßnahmen, die zusammen mit den sehr umfangreichen baulichen Maßnahmen, der an sich schwierigen Verkehrsführung während der Bauzeit diese auf geschätzte acht bis neun Jahre bringen werden.

Erlass zum Jahresbeginn

Zurzeit ist das Planfeststellungsverfahren auf der Zielgeraden. Momentan werden letzte Einwendungen der beteiligten Kommunen und Versorger im Zuge des Verfahrens bearbeitet und mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr als Planfeststellungsbehörde des Landes abgestimmt. Parallel zum Genehmigungsverfahren, so Kosok, sind die Ausführungsunterlagen schon in Bearbeitung. Man rechne mit dem Erlass des Planfeststellungsbeschlusses zum Jahresbeginn des kommenden Jahres. Von diesem Zeitpunkt hängen dann alle weiteren Termine, die Ausschreibung, Auftragsvergabe und der Baubeginn ab. „Er erlangt vier Wochen nach Offenlage Rechtskraft, sofern er in dieser Frist nicht beklagt wird“, erläutert Kosok.

Baubeginn Ende 2022/Anfang 2023

Wenn alles richtig gut läuft, könnte möglicherweise bereits im Herbst kommenden Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bis dahin allerdings müssten Ausschreibung, Auftragsvergabe und auch die Rodungsarbeiten optimal verlaufen sein. Und auch das Wetter muss mitspielen, ein Aufschub über den Winter ausbleiben. Allerdings: „Realistischer scheint ein Baubeginn Anfang 2023“, glaubt der Technische Regierungsdirektor. Ob die momentan veranschlagten 100 Millionen Euro letzten Ende ausreichen werden, das hängt dann auch noch einmal von der allgemeinen Entwicklung der Preise im Bausektor ab. Und dazu sind konkrete Angaben erst möglich nach Ausschreibung der einzelnen Gewerke und nach den Auftragsvergaben.

A1 im Frühjahr fertig

Während man in Sachen A8 mit dem Warten auf den Erlass des Planfeststellungsbeschlusses noch ganz am Anfang steht, ist für die Arbeiten auf der A1 ganz langsam ein Ende in Sicht. Zwar sollte die Sanierung der Illtalbrücke ebenso wie die Erhaltungsarbeiten zwischen den Anschlussstellen Eppelborn und Tholey bereits zum 31. Oktober abgeschlossen sein, doch wegen der unerwartet notwendigen Betonsanierung hat sich alles verzögert, erklärt die Autobahn GmbH. Weil der Beton auf der Oberseite des 1974 errichteten Bauwerks im Bereich der Fahrbahntafel nicht den heute geforderten technischen Anforderungen entsprach, war vor dem Auftragen der Bauwerksabdichtung und dem weiteren Aufbau der Fahrbahn die Betonsanierung notwendig geworden. Das hat zur Verschiebung der nachfolgenden Gewerke geführt. Diese Arbeiten zum Aufbau der neuen Fahrbahn sind allerdings witterungsabhängig und konnten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ausgeführt werden. Das gilt vor allem für das Auftragen der Ausgleichsmasse zum Erreichen der Soll-Höhen und die Abdichtungsarbeiten. Bei Frost oder auch Feuchtigkeit der Betonoberfläche seien die nicht fachgerecht und nachhaltig möglich. Deshalb ist die Baustelle in Winterruhe. Die noch ausstehenden Arbeiten – Asphaltieren des Bauwerks, Montage der Schutzplanken und Geländer, Markieren der Fahrbahn – sollen laut Autobahn GmbH allerdings noch im Frühjahr abgeschlossen werden.