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Schmiede und Maschinenbaumuseum öffnen im Lankdreis Neunkirchen

Die Türen sind offen : Schmiedekunst und Werkzeugherstellung (mit Bildergalerie)

Liebhaber der Handwerkskunst können am 12. September so richtig auf ihre Kosten kommen. Anlässlich des Tags des offenen Denkmals öffnen die Schmiede in Wellesweiler und der Maschinenbaubetrieb Herzog ihre Türen.

Da kann es einem schon mal ganz schön heiß werden, wenn der Schmied mit all seiner Kraft auf den Amboss haut. Aber wo kommt man heutzutage schon in den Genuss? An diesem Sonntag, 12. September, in der Schmiede am Junkerhaus in Wellesweiler. Es ist wieder Tag der offenen Denkmals, dieses Jahr unter dem Titel „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“. Und wie immer an diesem Tag ist auch der Wellesweiler Arbeitskreis für Geschichte mit dabei. Der betreut nämlich die Schmiede, die beim ältesten Haus in Wellesweiler, dem Junkerhaus, steht. Das ehemalige Hofhaus wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg von den Grafen von Nassau-Saarbrücken als Pachthof vergeben. Das Haus stammt aus dem Jahr 1685. Das Junkerhaus hat drei private Eigentümer. Fast 200 Jahre jünger, nämlich aus dem Jahr 1880, ist die Schmiede am Junkerhaus. Bis in die 1930er Jahre, so teilt der Arbeitskreis mit, diente sie als Huf- und Dorfschmiede. Die Schmiede wurde in der Zeit von 2006 bis 2010 instandgesetzt. Mittlerweile ist sie ein Erlebnismusuem, das allerdings in der Regel nur zwei Mal pro Jahr geöffnet hat: Während des Weihnachtsmarktes und zum Tag des offenen Denkmals. Beides fiel im vergangenen Jahr bekanntermaßen aus. Wer die Schmiede am Sonntag besucht, der findet eine Fülle von Objekten rund um die Schmiedekunst. Darunter einen Riesenblasebalg, eine Drehbank und viele, vieles mehr. Schmiede werden am offenen Feuer zeigen, wie die alte Handwerkskunst funktioniert. Und wer dabei ins Schwitzen kommt: Für Bewirtung ist gesorgt. Geöffnet ist von 10 bis 18 Uhr.

Maschinenmuseum Herzog

Gar nicht so weit weg von der Schmiede, in Neunkirchen selbst nämlich, in der Zweibrücker Straße 64, findet sich das zweite der beiden offenen Denkmale im Kreis Neunkirchen: Das Herzog-Maschinenmuseum. Das wurde im Jahr 1929 von Philipp Herzog als Betrieb zur Herstellung von Werkzeugen gegründet. Er war der Großvater des heutigen Firmeninhabers Wolfram Herzog. 1940 bis 1962 wurde umgebaut, 2011 bis 2016 restauriert. Das Inventar ist größtenteils funktionsfähig. Es gehören dazu beispielsweise Werkzeugmaschinen von 1870 bis 2003. Darunter ist auch ein historisches, denkmalgeschütztes Firmenfahrzeug. Dabei handelt es sich um einen VW T1Pritschenwagen. Und das ist laut Inhaber das einzige Fahrzeug im Saarland, das unter Denkmalschutz steht. Das gilt im Übrigen für die komplette Werkstatt. Inhaber Wolfram Herzog arbeitet noch immer mit den Maschinen, die sein Großvater bereits bei Gründung besaß. Prunkstücke der Museums-Werkstatt sind die erste jemals von Philipp Herzog zusammengebaute Kreissäge und eine Tischbohrmaschine aus den 1930er Jahren. Führungen durch das Museum gibt es nach Bedarf und in Abhängigkeit der aktuellen Pandemielage und unter Berücksichtigung der diesbezüglichen Vorschriften. Geöffnet ist von 10 bis 18 Uhr.