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Stadt Neunkirchen stellt Idee muslimisches Grabfeld vor

Ortsrat Furpach-Kohlhof-Ludwigsthal : Grabfeld für Muslime in Furpach

In der jüngsten Sitzung des Ortsrates Furpach-Kohlhof-Ludwigsthal ging es auch um Ergebnisse der Ideenwerkstatt zum Arno-Spengler-Platz.

In der Stadt Neunkirchen leben viele Menschen mit Migrationshintergund. Integration ist deshalb ein ganz wichtiges Thema, und das nicht nur zu Lebzeiten. Immer mehr türkische Muslime, die in Neunkirchen wohnen, wollen nach ihrem Tod auch hier beerdigt werden und das dann auch nach den Ritualen ihrer Herkunft. Die Stadt Neunkirchen erwägt deshalb, auf dem Zentralfriedhof in Furpach hierzu eigens ein muslimisches Grabfeld anzulegen.

„Im Saarland gibt es so etwas bisher nur in Saarbrücken und in Merzig“, erklärte Andreas Bies, als er das Vorhaben am Montag im Ortsrat Furpach-Kohlhof-Ludwigsthal vorstellte, „und wird dort gut angenommen“. Auch für ihn sei das ein spannendes Thema, gestand der Leiter der Friedhofsabteilung im Neunkircher Rathaus. Auch deshalb, weil bei einer muslimischen Bestattung ein fester Ablauf vorgeschrieben und deshalb diese Art der Bestattung nicht mit dem Saarländischen Bestattungsgesetz vereinbar ist.

Ausnahmen könne die Ortspolizeibehörde aber in begründeten Fällen genehmigen, teilte der verantwortliche Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit. Als Beispiele nannte Bies, dass der oder die Verstorbene nach islamischen Recht noch am Tag des Todes beigesetzt werden muss, nach dem hiesigen Recht darf eine Bestattung aber frühestens 48 Stunden nach dem Tod erfolgen.

Eine weitere Besonderheit ist die rituelle Waschung des Verstorbenen durch den Imam, die im Hospiz in Neunkirchen vorgenommen werden kann. Schließlich erfolgt eine muslimische Beisetzung ohne Sarg, weil nach der religiösen Glaubensüberzeugung eine Sargbestattung nicht erlaubt ist, wie es in der Informationsvorlage der Friedhofsabteilung dargelegt ist. „Dies gilt aber nur, solange keine medizinischen oder polizeilichen Gründe eine Sargbestattung erforderlich machen“, stellte Bies klar.

Die islamischen Gräber sollen ein Nutzungsrecht von 25 Jahren haben, sie werden von der Stadt als Wiesengräber angelegt und gepflegt. „Nach islamischem Recht übernehmen die Angehörigen keine Grabpflege“, begründete Bies diese Vorgehensweise. Die Kosten seien die gleichen wie bei herkömmlichen Wiesengräbern, informierte Bies. Sollte der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch der geplanten Neuerung zustimmen, hat das auch eine entsprechende Änderung der Friedhofssatzung zur Folge, über die Andreas Bies den Ortsrat ebenfalls in Kenntnis setzte. „Das ist sicher eine gute und sinnvolle Sache, meinte Ortsvorsteher Peter Pirrung von der CDU, „und jetzt müssen wir die Umsetzung abwarten“. In der Sitzung im Robinsondorf in Furpach zog der Vorsitzende ein positives Fazit der so genannten Ideenwerkstatt zum Arno-Spengler-Platz (die SZ hat berichtet). Das sei eine „total positive Geschichte“ gewesen, freute sich Ortsvorsteher Pirrung, „und jetzt sollten möglichst viele der Vorschläge und Vorstellungen planerisch umgesetzt werden“, nannte der Ortsvorsteher seine Erwartungshaltung an die Stadtplaner.

An diesem Donnerstag, 16. September, beriet auch der Ortsrat Neunkirchen in seiner Sitzung über die Errichtung eines muslimischen Grabfeldes.