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In Ottweiler entsteht ein neues Quartier mit Edeka und Aldi

Großprojekt in Ottweiler : Fürs Blieszentrum rollen die Bagger an

Das Unternehmen Schenk aus Pirmasens hat das ehemalige Industrieareal SGGT in Ottweiler diese Woche vom Vorbesitzer übernommen. Jetzt kann der Abbruch alter Hallen beginnen. Das Gelände wird sich mit den Tiefbauarbeiten deutlich verändern. Einkaufsmärkte und Wohnungen sollen dorthin.

Es ist ein für die Stadt Ottweiler außerordentliches Projekt. Auf der Industriebrache nördlich des Bahnhofs plant die Schenk-Gruppe aus Pirmasens den Bau eines Geschäfts- und Wohnkomplexes. Dort sollen neue Einkaufsmöglichkeiten für die Bewohner der Stadt und in einem zweiten Schritt neue Adressen für Zuzugswillige oder auch Alteingesessene, die auf der Suche nach einer neuen Adresse sind, entstehen. Bis zu drei Etagen sind über den Warenhäusern drin. Vieles ist möglich vom Wohnen für Studenten oder Senioren bis hin zu Büroetagen. Oder auch ein Mix aus verschiedenen Komponenten. Wie das genau aussehen wird, ist noch nicht raus. Das Projekt startet jetzt mit dem Abbruch der alten Hallen. Das Unternehmen Schenk will in der Stadt über 20 Millionen Euro investieren.

Planungen sind trotz Corona  im Zeitplan

Der Stadtrat hat im vergangenen Jahr den Plänen für das neue Stadtquartier zugestimmt (wir berichteten). Seitdem war öffentlich nicht mehr viel von den Plänen zu hören. Trotz Corona, sagt Oliver Gabel, Projektentwickler bei der Schenk-Gruppe auf SZ-Nachfrage, sind die Vorarbeiten für das Vorhaben in den vergangenen Wochen und Monaten gut vorangekommen. Natürlich habe die Pandemie insbesondere die Gespräche mit Unternehmen, die die Obergeschosse übernehmen könnten, nicht einfacher gemacht. Interessenten für die verschiedenen Nutzungsformen im künftigen Blieszentrum gebe es, unterschriftsreif sei aber aktuell noch nichts.

Der Startschuss fällt jetzt dennoch: Diese Woche hat das Unternehmen das Gelände vom Vorbesitzer übernommen. Bei den Behörden hat es die Abbruchsanzeige für die alten Industriegemäuer eingereicht. Also kann es losgehen für die Ausbaustufe eins. Die beinhaltet den Abriss der alten Strukturen in diesem Jahr und in der Folge den Bau einer Etage für Aldi und Edeka. Die zweite Stufe ist dann die noch variable Zahl der Obergeschosse, die auf dem hinteren Teil der Märkte aufsitzen soll.

Bagger graben viel Erde weg

Die Topografie auf dem alten SGGT-Firmengelände wird sich gehörig verändern. Die Hallen des ehemaligen Maschinen- und Anlagenbauers baut die Schenk-Gruppe in den kommenden Monaten zurück. Während die künftigen Obergeschosse auf Höhe der Bahngleise liegen werden, wird zur Blies hin viel Erde bewegt. Fünf bis sechs Meter tiefer, erläutert der Projektentwickler, wird der Parkplatz und der Zugang zur Einkaufsetage sein. Schenk entsorgt nach dem Abbruch der alten Hallen alle kontaminierten Böden, wie sie sich auf ehemaligen Industrieflächen finden. Dazu wurden Gutachten erstellt. Gabel: „Es bleibt nichts Kontaminiertes im Boden, was wir versiegeln würden.“

Über 10 000 Kubikmeter Abfuhrmaterial dürften es werden, bis das Areal neu modelliert ist. Für das Untergeschoss stehen mit Edeka und Aldi die künftigen Nutzer fest. Mehr als 4000 Quadratmeter Nutzfläche haben sie zur Verfügung, wenn die Tore denn im Frühjahr oder Sommer 2023 aufgehen werden. Wie es obendrüber weitergeht, sollen die nächsten Monate zeigen. Alles in allem könnten es mit einem Riegel zur Bahn hin über 2000 Quadratmeter werden über drei Etagen oder aber auch bis zu 4000 Quadratmeter bei einem U-förmigen Baukörper. Die Schenk-Gruppe baut und arbeitet dann mit Betreibern zusammen. Mit denen schließt sie Mietverträge und hält die Immobilie entweder im eigenen Bestand, oder sie verkauft sie.

Wohnen im Zentrum

Das Projekt in Ottweiler lässt sich mit der Brauturmgalerie in Illingen vergleichen. Auch dort hat es die Kommune geschafft, mit einem privaten Investor eine Brache mitten im Ort, das ehemalige Höll-Gelände, in ein neues Quartier umzuformen. Der Ottweiler Bürgermeister Holger Schäfer sieht im Blieszentrum die Möglichkeit, zum einen die Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt deutlich zu verbessern und zugleich mit neuem Wohnraum die Innenstadt zu stärken. Da der Komplex auf altem Industrieareal entsteht, wird die Umwelt rund um Ottweiler geschont, da nicht auf der grünen Wiese gebaut. Durch moderne Technik wie schallisolierte Fenster, erklärt die Stadtplanung, sollen mögliche Mieter zwischen Bahngleisen und B 41 auf der anderen Seite ein angenehmes Wohnen haben.

Viel Lob vom Entwickler

 Die Animation zeigt eine mögliche Planung für das künftige Blieszentrum aus der Luft.
Die Animation zeigt eine mögliche Planung für das künftige Blieszentrum aus der Luft. Foto: Schenk
 Die Animation zeigt das künftige Blieszentrum von der Bahnseite mit einer von drei möglichen Wohn- oder Büroetagen.
Die Animation zeigt das künftige Blieszentrum von der Bahnseite mit einer von drei möglichen Wohn- oder Büroetagen. Foto: Schenk
 Auf dem ehemaligen SGGT-Gelände in Ottweiler soll ein neues Stadtquartier entstehen mit Supermarkt und Wohnungen.
Auf dem ehemaligen SGGT-Gelände in Ottweiler soll ein neues Stadtquartier entstehen mit Supermarkt und Wohnungen. Foto: Michael Beer

Apropos Stadtplanung: Projektentwickler Gabel lobt explizit die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Seit 30 Jahren sei er in dem Metier. Aber insbesondere die Stadtplanung mit ihrem Leiter Gerhard Schmidt und Christoph Hassel hätten es auch während Corona möglich gemacht, alle Fristen für Anträge und Beratungen in den zuständigen Gremien einzuhalten. Gabel: „Das ist ganz großes Kino.“ Das sich natürlich auch die Stadt ihrerseits  erhofft mit der Vision, ein neues Quartier für Leben und Kaufen an der Blies zu bekommen.