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Eine kuriose Geschichte – Polizei auf Mördersuche

Kostenpflichtiger Inhalt: Ein etwas anderer Polizeibericht : Mördersuche in der tiefen Nacht führt zur Wildsau

Wenn die Polizei nachts bei einem klingelt, kann das nichts Gutes bedeuten. Doch Franz Papa erlebte eine Ermittlung der besonderen Art.

Polizisten auf Mördersuche in der Tholeyer Straße bei Familie Papa. Gleich drei Polizisten klingelten in der Nacht auf Freitag gegen 2.30 Uhr und baten um Einlass. „Mir war es etwas mulmig zumute. Ich öffnete erst die Haustür, nachdem sich die Polizisten durch ein Fenster mit Dienstausweis identifizieren konnten“, erzählte Franz Papa im Gespräch mit der SZ. Eine Polizeikommissarin erklärte ihm den Grund des nächtlichen Polizeibesuches: Ein besorgter Bürger hätte in der Gemeinde Schiffweiler beobachtet, dass ein Toter, in einer Wolldecke eingepackt, in einer Garage abgelegt worden sei. Die alarmierte Polizei hätte vor Ort auch Blutspuren fest- und sicherstellen können. „Wir müssen also von einem Tötungsdelikt ausgehen“, erklärte die Polizistin. Die Feuerwehr wurde alarmiert und rückte mit drei Einsatzfahrzeugen an, um die Garage aufzuhebeln. An dem vermeintlichen Tatort war der Pkw des Schwiegersohnes von Familie Papa gesehen worden; das Fahrzeug ist auf Franz Papa zugelassen. Nachdem er als Halter für dieses Fahrzeug ermittelt wurde, führte die Spur nach Hüttigweiler zu Familie Papa.

Nach dem ersten Schock über den nächtlichen Polizeibesuch konnte Franz Papa den Fall sozusagen aufklären. „Mein Schwiegersohn ist Jäger und in besagter Garage befindet sich ein Kühlraum, in dem erlegtes Wild zwischengelagert wird“, erklärte er dem Polizisten. Diese mussten die Aussage von Franz Papa überprüfen. Sie weckten in Schiffweiler seinen Schwiegersohn, der die Polizisten dann zu dem vermeintlichen Tatort begleitete. Dort gab es zwar eine Leiche oder besser gesagt einen Kadaver. In der Garage war die erlegte Wildsau abgelegt. „Letztendlich kann man froh sein, dass kein Mord passiert ist. Lobenswert, dass es aufmerksame Bürger gibt und eine professionell und dennoch gelassen auftretende Polizei, die den Betroffenen das gute Gefühl vermittelte, bei der saarländischen Polizei sicher aufgehoben zu sein.“