Ortsrat Landsweiler-Reden : Zweifel am Standort Seniorenhaus

Der Ortsrat Landsweiler-Reden diskutierte über die Planungen zum Projekt in der Richard-Wagner-Straße.

Dumm gelaufen? Vor wenigen Wochen erst hatten Ortsvorsteher Holger Maroldt und Bürgermeister Markus Fuchs den neuen Spielplatz in der Richard-Wagner-Straße in Landsweiler-Reden eingeweiht, den sich die Gemeinde 15 000 Euro kosten ließ. Genau dieser Spielplatz müsste weichen, wenn die Firma Immotec eines ihrer Gemeinde-Seniorenhäuser dort errichten ließe. Unstrittig ist der Bedarf an Pflegeplätzen. Daran hegte in der Sitzung des Ortsrates Landweiler-Reden im Rathaus auch niemand Zweifel. Ob es aber der günstigste Standort ist, darüber gibt es geteilte Meinungen – nicht nur des Spielplatzes wegen, der an eine andere Stelle verlagert würde.

Auf dem 6210 Quadratmeter großen Grundstück soll ein zwei-, teils dreigeschossiges Gebäude in Form eines liegenden H in die Böschung gebaut werden, informierte Projektentwicklerin Erika Rose, die der Geschäftsführung der Offenbacher Firma Immotec angehört. Entstehen würden zirka 40 Pflegeplätze und 30 Wohneinheiten für Betreutes Wohnen mit jeweils 15 Stellplätzen. So der erste Planungsansatz. Für die Umsetzung holte man sich mit der Malnova GmbH einen regionalen Partner ins Boot. Für das im Sommer gegründete familiäre Ingenieurbüro aus Saarlouis wäre es das erste Projekt überhaupt.

Die Mitglieder des Ortsrates äußerten Bedenken vor allem mit Hinblick auf die Zuwegung: „Bisher war es dort ganz ganz ruhig“, stellt Maroldt fest. „Ich erwarte da eine deutliche Steigerung des Individualverkehrs“, meinte Detlef Reinhard (SPD). Er sieht auch einen „Konflikt mit der jungen Generation“. Gibt es keine alternativen Plätze, fragte Fraktionskollege Patrick Zimmer. Christa Schell (CDU) brachte das ehemalige Möbelhaus Müller ins Spiel. Wie Bauamtsleiter Thorsten Siebraße informierte, sei das Grundstück Richard-Wagner-Straße die „praktikabelste Fläche“ aus Gemeindesicht, da „in unserer Hand“. Erika Rose brach eine Lanze für Mehrgenerationenwohnen. Für ältere Menschen sei solch ein Umfeld ein großer Gewinn, „eingebunden zu sein“ in ein solches Wohngebiet. Und nicht nur für sie: „Kleine Kinder und Senioren vertragen sich gut“, zeigt die Erfahrung. Durch das Gefälle und den Bestand an hohen Bäumen fügt sich der Bau ihrer Meinung zudem optimal in die Umgebung ein.

Ein weiteres Thema der Ortsratssitzung war die Vergabe an Zuschüssen für die Vereine. Da in diesem Jahr keine aktuellen Daten abgefragt worden waren, läuft die Verteilung analog dem letzten Jahr. „Wir hatten einen Fragebogen verschickt“, erinnerte Reinhard. „Wer nicht geantwortet hat, bekam auch nichts.“

Die verschobene Sanierung der Kreisstraße startet nun aller Voraussicht nach im kommenden Jahr, beantworteten die Vertreter der Verwaltung eine entsprechende Anfrage. So werden die Träger der Versorgungsleitungen 2022 als erstes Baufreiheit herstellen. Trotz anderslautender Zusagen hat die Deutsche Bahn aktuell den zweiten Bauabschnitt des Bahnhofs Landsweiler-Reden nicht auf ihrer Agenda, übermittelte Fuchs. Vorrang habe laut Aussage des Unternehmens stattdessen, Barrierefreiheit auf dem Bahnhof in Schiffweiler herzustellen.