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Was der Kreis Neunkirchen in die Schulen investiert

Millionen-Investition in Bildung : Was sich an den Schulen im Kreis Neunkirchen ändern soll

Die Sommerferien sind Haupt-Bauzeit in den Schulen. Der Kreis investiert in diesem Jahr neun Millionen Euro, davon in den Ferien alleine 2,7 Millionen. Vor allem für die Schüler der Neunkircher Gemeinschaftsschule Stadtmitte stehen viele Änderungen an.

Wenn der Lernstoff für lange sechs Wochen in die Ranzen verbannt bleibt, fängt für Handwerker die Sturm- und Drangphase in Schulgebäuden an. Sommerferien, das heißt für den Kreis als Träger der weiterführenden Bildungseinrichtungen Hauptsaison beim Renovieren, Aus- und Umbauen oder wie diese Saison gar Weichen stellen für einen Neubau. Über neun Millionen Euro hat die Neunkircher Kreisverwaltung im Haushalt 2021 auf der Kostenstelle Schulen. 2,7 Millionen Euro von dieser Summe verbaut sie in den Ferien. Während das Neunkircher Berufsbildungszentrum als größte Projekt der vergangenen Jahre auf der Zielgeraden ist, geht es in diesem Jahr an ein weiteres Top-Projekt: Den Neubau der Gemeinschaftsschule (GemS) Stadtmitte.

Homeschooling kennen die Schüler und Lehrer der GemS nach zwei Corona-Schuljahren zur Genüge. Die nächste Erfahrung wartet nun für diejenigen, die aktuell noch in der Stadtmitte Unterricht haben. Nach den Sommerferien geht es an eine neue Adresse. Per Extrabus fahren die Gemeinschaftsschüler aus der City in den Stadtteil Wiebelskirchen. Die Freiherr-vom-Stein-Schule ist für vier Jahre das Exil. Die achten, neunten und zehnten Klassen sind dort, die fünften, sechsten und siebten Klassen folgen.

Neubau kostet 20 Millionen

Der Neubau ist das mit Abstand größte Schul-Projekt, das der Kreis vor der Brust hat. Rund 20 Millionen Euro sind für die künftige GemS Stadtmitte veranschlagt. Bis Sommer 2025 soll die Bildungseinrichtung stehen. 330 junge Leute besuchen die Schule derzeit, erläutert Thorsten Mischo, Chef der Bauabteilung. Die künftige Stadtmitte-Schule wird Platz bieten für 575 junge Menschen.

Container für Wiebelskirchen

Damit die Zeit in Wiebelskirchen angenehm wird, renoviert der Kreis jetzt auch noch in der Vom-Stein-Schule. In einigen Sälen lässt er Böden ausbessern, berichtet Mischo. Für die Lehrer, die nach Wiebelskirchen kommen, werden Räume umgestaltet. Auch Fachräume und Schulbuchausleihe stehen auf dem Zettel. Drei Klassenzimmer im Container kommen zudem aufs Gelände. Container und Umbau kosten 250 000 Euro.

Stadtmitte-Schulleiter Michael Klepper freut sich auf den Umzug: „Für die Schulgemeinschaft ist das ein positiver Schritt. Durch die Trennung verliert man sich schon ein bisschen aus den Augen. Für die Verwaltung, für Lehrerinnen und Lehrer vereinfacht es die Arbeit.“ Zwar sei die Vom-Stein-Schule nicht „riesengroß“, mit den Containern sollte es aber klappen. Wo genau die Schüler aus der Stadtmitte in den Bus nach Wiebelskirchen steigen, werde noch mit der Neunkircher Verkehrsgesellschaft geklärt. Die Schule präferiere den Busparkplatz am Decathlon.

Im Herbst Abriss in der Lutherstraße

Während sich der Blick von Schülern und Lehrern auf Wiebelskirchen richtet, startet in der Lutherstraße während der Ferien das Ausräumen. Das werde Zeit in Anspruch nehmen, erläutert Bauamtsleiter Mischo. Es dürfte Herbst werden, ehe das schwere Gerät anrückt, um den Bau aus den 60er Jahren nahe der Christuskirche abzureißen. Der Architektenwettbewerb habe gezeigt, fügt Landrat Sören Meng hinzu, dass Abriss und Neubau günstiger kommen als eine komplette Sanierung. Die Anforderungen an eine Schule seien heute andere. Mehr Nachmittagsbetreuung, weniger frontaler Unterricht, mehr individuelles Lernen stellten neue Anforderungen.

In den Berufsbildungszentren der Kreisstadt steht zugleich noch einiges an. Mittlerweile ist am Hauptstandort im Jägermeisterpfad eine Menge getan. Die Generalsanierung für 3,7 Millionen Euro schließen die beteiligten Firmen in dem unteren Gebäudeteil im Jägermeisterpfad in diesem Sommer ab. Es folgen weitere Arbeiten im oberen Trakt. Die Sanierung des Kaufmännischen BBZ in der Straße Unten am Steinwald und des Sozialpflegerischen BBZ in der Parkstraße starten in diesem Sommer.

Digitalisierung

Das Zauberwort der vergangenen Jahre hieß bei Arbeiten in Schulen „energetische Sanierung“. Im Sommer kalt, im Winter warm, und das möglichst energiesparend, lässt sich der Terminus übersetzen. Abgelöst ist das Hauptaugenmerk „energetische Erneuerung“ mittlerweile von der Digitalisierung. Ob an den Gymnasien in Ottweiler oder dem Neunkircher Steinwald, der Gemeinschaftsschule Illingen, dem TGBBZ sowie SPBBZ oder der Förderschule G, das schnelle Internet soll in den Schulen ankommen. Alleine in den Ferien investiert der Kreis 715 000 Euro. Wer denkt, das Thema sei mit ein paar Kabelsträngen abgewickelt, liegt falsch. Thorsten Mischo: „Wir reden hier nicht von Metern, wir reden von Kilometern Kabel, die verlegt werden müssen.“ Es seien Kernborungen notwendig, um in die Säle zu kommen, dann werden Kabelsysteme verbaut. Dafür öffnen die Handwerker alle Decken. Zuletzt müssen die Säle an den Kabelsträngen wieder brandschutztechnisch einwandfrei geschlossen werden. Immerhin: Beim Neubau in der Lutherstraße ist das alles inklusive.