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Ex-Bürgermeister von Homburg fehlte vor Gericht: Platzt der Prozess gegen Klaus Roth?

Zwei Atteste vorgelegt : Ex-Bürgermeister von Homburg fehlte vor Gericht: Platzt der Prozess gegen Klaus Roth?

Der Betrugsprozess gegen Homburgs Ex-Bürgermeister Klaus Roth (CDU) vor dem Saarbrücker Landgericht steht auf der Kippe. Nach einer Krankmeldung wird nun geprüft, ob der 58-Jährige verhandlungsfähig ist.

Klaus Roth war am Mittwoch vor dem Landgericht nicht erschienen. Stattdessen ließ der frühere Bürgermeister zwei Atteste vorlegen, von denen eines für Verwirrung sorgte: Darauf stand ein falscher Vorname. Die Kammer habe aber keinen Zweifel, dass das Attest den Angeklagten betreffe, erklärte eine Gerichtssprecherin. Man geht von einem „offensichtlichen Schreibversehen“ aus.

Nach einem SR-Bericht soll eine Psychiaterin dem 58-Jährigen bescheinigt haben, dass er bis auf weiteres nicht verhandlungsfähig sei. Aufgrund einer Erkrankung könne Roth dem Prozess nicht folgen. Jetzt soll der Angeklagte auf seine Verhandlungsfähigkeit untersucht werden, bis zum nächsten Verhandlungstermin am 10. Dezember. Sollte Roth mehr als drei Wochen nicht teilnehmen können, würde der jetzige Prozess platzen. Das Verfahren müsste neu aufgerollt werden, sollte sich der Gesundheitszustand danach bessern.

Das Landgericht hatte 23 Verhandlungstage bis Ende März nächsten Jahres angesetzt. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Roth des Betrugs, der Untreue und Bestechlichkeit. Er soll einem früheren Geschäftspartner einen Planungsauftrag für eine EDV-Verkabelung des Homburger Rathauses verschafft haben. Ohne eine Gegenleistung soll ein fünfstelliger Betrag ausgezahlt worden sein. Die Ankläger gehen davon aus, dass 27 000 Euro an Roth zurückflossen. Zunächst sollten neben dem Ex-Bürgermeister zwei weitere Männer auf der Anklagebank sitzen. Die Verfahren gegen die beiden Firmenbesitzer stellte die Staatsanwaltschaft kurz vor dem Prozessauftakt gegen Geldauflagen ein.