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Bexbacher Film „Citizen Battle“ ist Teil eines Langzeit-Filmprojekts

Blutige Dreharbeiten zu „Citizen Battle“ bei Bexbach : Dreharbeiten am Höcherberg: Das Bexbacher Blut ist nur Rote-Beete-Saft

Mord und Totschlag auf dem Höcherberg bei Bexbach? So schaut es aus, aber es sind nur Dreharbeiten für den Film „Citizen Battle“. Der ist Teil eines ziemlich bizarren Langzeitplans – Regisseur Thomas Scherer erklärt ihn.

Es ist einiges los beim Homburger Filmemacher Thomas Scherer: Gerade erst hatte „Heimat Kino“, seine halbstündige Doku über die Geschichte der Lichtspiele Wadern Premiere, lief der Film beim Festival „Heimat Europa“ im Hunsrück. Nun soll er Teil einer geplanten abendfüllenden Dokumentation werden – über die Historie der Kinos im ganzen Saarland (wir berichteten).

Und gerade hat Scherer in Bexbach am Höcherberg einen Kurzfilm abgedreht. „Citizen Battle“ ist laut Regisseur „eine bitterböse Mediensatire mit einer Menge Blut – gedoubelt von Rote-Beete-Saft“. Mit dabei sind Darsteller, die man aus Scherers Comedy-Reihe „Unter Tannen“ kennt, die beim SR gelaufen ist: Hanno Friedrich, der in der Serie den gelackten Gangster Dieter spielte, Gerhard Polacek, der einen aus Österreich eingewanderten Wiener spielte, dazu Stephanie Scherer, Alfredo Zermini und Klaus Ebert. Ihre Figuren werden überraschend (und ungewollt) zu Kandidaten einer Reality-Show, in der es nicht nur um Quoten geht, sondern ganz real um Leben und Tod.

Acht Jahre, acht Filme, acht Genres

„Citizen Battle“ ist dabei Teil einer größeren Geschichte, denn Scherer will mit denselben Darstellern gleich mehrere zehnminütige Kurzfilme drehen, als Langzeitprojekt. „Unser großes Hauptziel: acht Jahre, acht Kurzfilme, acht verschiedene Genres“, sagt der Regisseur und Autor. „Und am Ende dieser acht Jahre soll daraus ein episodischer Spielfilm entstehen.“ Gedreht wird „frei nach Dogma-95-Regeln“, also mit Handkamera, ohne künstliche Beleuchtung und nicht im Studio. „Die Darsteller werden jedes Jahr in komplett andere Charaktere schlüpfen, was dann zusammenhängend äußerst spannend werden kann“, hofft Scherer. Die Kurzfilme sollen allerdings für sich stehen können, sagt er.

Den ersten Kurz- des noch titellosen ambitionierten Langfilms hat das Team im vergangenen Jahr gedreht, ebenfalls am Höcherberg, eine Komödie mit dem Titel „Von Männern, Vögeln und Pilzen“. Um drei Jäger geht es, die überzeugt sind, aus Versehen einen Wanderer erlegt zu haben – die Beseitigung desselben gestaltet sich schwierig. Der Spaß beim Dreh war enorm, sagt Scherer, und so kam die Idee auf: Warum das nicht jedes Jahr machen? Jetzt ist an zwei Tagen, rund um den Höcher Turm in Bexbach, der zweite Film entstanden. Laut Scherer ohne Probleme, „abgesehen vom launenhaften Wetter, das uns mehr als einmal dazu zwang, kurzfristig alles zu verstauen und Schutz zu suchen, entweder unter den Bäumen oder im Auto“. In den kommenden Wochen wird der Film geschnitten, und im nächsten Jahr steht der nächste Kurzfilm an. Auch der soll wieder auf dem Höcherberg gedreht werden, erklärt Scherer. „Ursprünglich sollten nur die Schauspieler gleich bleiben, doch nun haben wir uns entschieden, auch stets an denselben Orten zu drehen. Dadurch nehmen wir natürlich unterbewusst auch die Veränderungen dieser Orte über die Jahre hinweg mit, was recht spannend ist. Wir sehen quasi nicht nur uns selbst älter werden, sondern auch die Natur am Höcherberg.“

Sogar ein Western ist geplant

Welches Genre wird es nächstes Jahr sein, nach Komödie und Satire? „Ich würde mich natürlich sehr über Horror im Stile der alten ‚Hammer‘-Filme mit Christopher Lee freuen“, sagt Scherer, „aber ein Neowestern steht auch noch auf der Liste. Was es am Ende wird, bleibt auch für uns spannend, da wir aktuell natürlich viele Pläne und Wünsche haben – aber die Geschichte muss auch passen.“ Fertig ist der Langfilm dann, wenn alles gutgeht, im Jahr 2027.

Infos: https://wpfilms.de