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Comedy-Duo Badesalz tritt in Congresshalle Saarbrücken auf

Eine Salsa-Band im Darm : Comedy-Duo Badesalz parodiert Filme in der Saarbrücker Congresshalle – vor geschrumpftem Publikum

Das Comedy-Duo Badesalz hat sein Gastspiel nachgeholt, das Corona-bedingt ausfallen musste, und das Publikum in der Congresshalle begeistert – auch wenn weniger Zuschauer da waren als erwartet.

Henni Nachtsheim und Gerd Knebel stammen beide aus hessischen Spaß-Bands: Ersterer sang bei den Rodgau Monotones („Die Hesse komme“), letzterer bei Flatsch. Den ganz großen Erfolg erreichten beide aber erst, als sie ihre Kräfte im Comedy-Duo Badesalz bündelten. Seit den Achtzigerjahren begeistern die beiden mit ihrem Mix aus hessischem Gebabbel, skurrilen Gedankengängen und wunderbarem Wortwitz.

So war das auch am Freitag in der Saarbrücker Congresshalle. Ihr Gastspiel war im März 2020 eines der ersten, das aus Pandemiegründen ausfallen musste – jetzt wurde es unter 2G-plus-Regel und Maskenpflicht nachgeholt. Die beunruhigende Nachrichtenlage hielt einige der Besucher des eigentlich ausverkauften Gastspiels fern – etwa 700 von 900 erwarteten Gästen waren gekommen. Auf der Bühne kam Corona erst zur Sprache, als sich Nachtsheim am Ende beim Veranstalter Hans Emmert speziell bedankte: Dieser habe es wie seine Kollegen in dieser Zeit wahrlich nicht leicht gehabt.

Das Badesalz-Programm hatte dieses Mal die Rahmenhandlung, dass ein Lehrer seinen beiden früheren Klassenkaspern ein Kino vererbt. Die beiden haben sich aus den Augen verloren und konnten sich eigentlich nie richtig leiden. Nachtsheim, der große Sympath und Ruhigere der Zwei, fungierte in der Story unter seinem Schulspitznamen Erdnuss. Der cholerische Temperamentsbolzen Knebel dagegen durchlief das Stück als „Fackel“. Der „Filmpalast“ entpuppt sich dann aber als runtergekommene Videothek mit VHS-Kassetten.

Wie könnte man eine solche Videothek noch mal zum Leben erwecken? Na klar, indem man selbst Filme auf VHS dreht, die sonst nirgends zu bekommen sind. Im bizarren und von Erdnuss ausgedachten Plot träumt die Hauptfigur davon, sich im eigenen Darm zu befinden, wo ihr die rappenden Darmpolypen Bushido und Haftbefehl begegnen sowie Divertikel, die „natürlich“ vom Schlagerduo „Die Amigos“ gespielt werden. Am Ende wird im Darm Hochzeit gefeiert, zu der eine 16-köpfige kubanische Salsaband aufspielt. Wie soll die denn in den Darm gekommen sein? Die sei schon länger da gewesen, die habe sich die Hauptfigur beim Urlauben auf Kuba eingefangen. Wahrhaftig ein Film, den man gerne mal sehen würde! „Dagesche kann Der König Löwen einpacke’“, sagt Erdnuss triumphierend. „Wieso, der hat doch keen Audo?“ „Einpacke, Fackel, ned einparke!“

Eine andere Filmidee von Erdnuss und Fackel war das Remake von Filmklassikern auf Hessisch: James Bond könnte da beispielsweise sagen: „Lass die Olive drauße, du’n so’n Handkäs’ nei.“ Zerstückelt Jack the Ripper mit einem Messer die Finger seines Opfers, könnte man das so ausdrücken: „Er hat’m mit’m Kneipche die Griffel in Stückche’ geriffelt.“ Wundert man sich da noch, dass so viele Komiker aus Hessen stammen oder sich dieses schönen Dialektes bedienen? Besonders zum Ende der Show kam die Band-Vergangenheit der beiden zum Tragen: Erdnuss/Nachtsheim am Saxofon und Fackel/Knebel an der Gitarre spielten in rosa Glitzer-Jacketts ihren Blödelsong „Ene dene dotz“. Das Ganze ging in einen Gospelsong über und gab Knebel die Gelegenheit, herrlich übertrieben die Stimmakrobatik des Soul zu persiflieren.

Gegen Ende hatte das Duo ihr Publikum so weit – das war so tief in den Badesalz-Kosmos hineingesogen worden, dass es auch daran großen Spaß hatte, als Knebel/Nachtsheim mit viel spanischem Akzent den Klassiker „Yes Sir, I Can Boogie“ darboten. A capella, in alten Lederjacken und mit Fellmützen. Das hätte zu Beginn der Show noch nicht funktioniert, am Schluss war es einfach zum Kringeln wie so vieles an diesem Abend.