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Die "HomBuch" in Homburg beginnt mit Margot Käßmann und Robert Atzorn

„Wir lassen uns nicht unterkriegen“ : Homburger „Hombuch“ startet trotz Corona - das erwartet die Besucher

Corona macht aus der Buchmesse „Hombuch“ in Homburg zurzeit ein „Lesefest“ ohne Messebetrieb. Der 11. Jahrgang beginnt am 8. September trotzdem - mit dabei sind einige prominente Gäste.

„Wir lassen uns nicht unterkriegen – Corona hin oder her“, sagt Ulrich Burger, Gründer und Organisator der „Hombuch“-Literaturveranstaltung. 2020 hatte die Pandemie die Homburger Buchmesse, ausgerechnet im zehnten Jubiläumsjahr, zum Umbau gezwungen: Aus der Messe, bei der sich in seiner letzten Vor-Corona-Ausgabe 2019 über 60 Verlage mit Ständen und Lesungen im Saalbau und im Mannlich-Gymnasium vorgestellt hatten, wurde für den Pandemie-September 2020 ein abgespecktes „Lesefest“ – unter anderem mit Christine Westermann und Wolfgang Bosbach, unter Corona-Bedingungen und mit begrenztem Angebot an Plätzen. Damals hoffte Burger auf eine einfachere Ausgabe im Jahr 2021 – vergeblich, wie nun klar ist. Aber er lässt sich nicht entmutigen, die Hombuch wird weder verschoben noch abgesagt, sondern findet statt, ähnlich wie im vergangenen Jahr. Also notgedrungen kleiner als früher.

Doch Burger hat die erste Hombuch unter Corona in guter Erinnerung: „Es war teilweise sehr bewegend - die Autorinnen und Autoren waren enorm dankbar, dass wir die Lesungen angeboten haben.“ Auch Christine Westermann. „Die liest normalerweise vor Hunderten von Leuten“, erzählt Burger, „wir hatten aber coronabedingt nur 40 Plätze. Das machte für sie keinen Unterschied, sie war sehr glücklich, bei uns lesen zu können.“ Wie sehr die Künstler und das Publikum diese Kulturtermine gebraucht hätten, „konnte man sehr deutlich spüren“. Ausverkauft waren die Lesungen auch, was aber keine große Überraschung war angesichts des coronabedingt eingeschränkten Platzangebots.

 Margot Käßmann  liest aus ihrem Buch über das Älterwerden.
Margot Käßmann liest aus ihrem Buch über das Älterwerden. Foto: dpa/Daniel Karmann

An der Situation hat sich bei der kommenden Hombuch nun nichts geändert: In das Siebenpfeifferhaus, dem Haupt-Lesungsort, dürfen 40 Menschen hinein, in die Galerie Julia Johannsen bis zu 25 Menschen, in das Schlossberg-Hotel zwischen 60 und 100 – die genauen Zahlen hängen von den neuen Richtlinien ab September ab. Im Hotel tritt als musikalischer Gast ein Sänger auf, den Burger schon immer nach Homburg holen wollte: Max Mutzke, der für dieses eine Konzert von der kubanischen Pianistin und Komponistin Marialy Pacheco begleitet wird. Das Konzert bietet ein Novum für die Hombuch: Zwar hatte SR2 Kulturradio zuvor einige Veranstaltungen mitgeschnitten und ausgestrahlt, doch das bereits ausverkaufte Mutzke-Konzert wird im Rahmen des „ARD-Radiofestivals“ live auf allen Kulturwellen der ARD übertragen. „Das hatten wir noch nie“, sagt Burger und freut sich über den schönen Werbe-Effekt für die Hombuch.

 Robert Atzorn liest aus „Duschen und Zähneputzen – Was im Leben wirklich zählt“.
Robert Atzorn liest aus „Duschen und Zähneputzen – Was im Leben wirklich zählt“. Foto: dpa/Tobias Hase

Der Vorverkauf läuft gut, sagt er, als erstes ausverkauft war die Lesung mit Margot Käßmann aus ihrem Buch über das Älterwerden, „Schöne Aussichten auf die besten Jahre“. Wer keine Karte mehr bekommen hat: SR2 schneidet den Auftritt mit und wird ihn später ausstrahlen, ebenso wie die Lesung von Helga Schubert aus dem Bestseller „Vom Aufstehen“. Robert Atzorn, als „Unser Lehrer Doktor Specht“ und früherer „Tatort“-Kommissar ein Stück deutsche Fernsehgeschichte, kommt auch nach Homburg. Der Mime, der seine Schauspielkarriere Ende 2017 beendet hat, liest mit seiner Ehefrau Angelika Hartung aus dem viel beachteten Erinnerungsbuch „Duschen und Zähneputzen – Was im Leben wirklich zählt“; auch diese Lesung ist bereits ausverkauft.

Karten gibt es aber noch unter anderem für Anna Schneiders Lesung aus dem Krimi „Grenzfall“ und das anschließende Autorinnen-Gespräch mit Buchhändlerin Jasmin Hahn, für Daniel Speck mit seinem Roman „Jaffa Road“ und Ulrike Kolb mit ihrem autobiografischen Band „Erinnerungen so nah“. Zudem wird der deutsch-französische Freundschaftspreis an den Kabarettisten Alfons verliehen.

 Pianistin Marialy Pacheco und Sänger Max Mutzke treten am 10. September in Homburg auf.
Pianistin Marialy Pacheco und Sänger Max Mutzke treten am 10. September in Homburg auf. Foto: Mumpi Künster Monsterpics

„Also ein buntes Programm“, sagt Ulrich Burger, auch wenn die Planung diesmal nicht ganz einfach gewesen sei. „Es gab einige Absagen auf unsere Anfragen, manches hing auch lange in der Luft, weil viele Künstlerinnen und Künstler noch Angst haben, viel zu reisen.“ Im Februar hatte sich das siebenköpfige Team erstmals zusammengesetzt, darunter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sponsors Naturwaren Theiss, der Galerie Julia Johannsen, die Buchhändlerin Jasmin Hahn und Peter König vom SR. Burger musste sich zwischendurch aus privaten Gründen etwas zurückziehen, „ohne dieses Team und dessen Leidenschaft hätte das nicht funktioniert“. Auch nicht ohne die Hilfe der Sponsoren und anderer Unterstützer, denn auch in ihrer abgespeckten Version kostet die Hombuch „mehrerer zehntausend Euro“, wie Burger sagt. „Mit den Eintrittsgeldern alleine bekommt man die bei weitem nicht wieder herein. Ohne unsere Sponsoren, die mit Leidenschaft dabei sein, wäre das nicht machen.“ So werde die Hombuch sich immerhin tragen, um Profit gehe es sowieso nicht. Und nächstes Jahr? Da hofft Burger auf eine andere Corona-Situation und auf mehr Plätze für das Publikum. „Ich glaube dran – das muss einfach wieder möglich sein.“

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