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"Dune" startet im Kino. War der Film das Warten wert?

Wie gut oder schlecht ist „Dune“? : Die Wüste lebt und bebt

Mehrmals verschoben, kommt der Science-Fiction-Film „Dune“ nun ins Kino, prominent besetzt mit Stars wie Timothée Chalamet, Oscar Isaac und Jason Momoa. Bislang hatte der epische Romanstoff wenig Glück im Kino. Hat Denis Villeneuves Werk da eine bessere Chance?

Die Verfilmung von „Dune“ stand bislang unter keinem guten Stern. Frank Herbert veröffentlichte in den 1960er Jahren sein bahnbrechendes Epos „Der Wüstenplanet“, das sich weltweit über zwölf Millionen Mal verkaufte. Doch seitdem versuchten mehrere Regisseure, den Science-Fiction-Stoff zu verfilmen – fast alle scheiterten.

Ein Projekt von Ridley Scott kam gar nicht erst zustande, genauso wie ein Film in den 1970ern, an dem Salvador Dalí, Mick Jagger, Pink Floyd und der Künstler HR Giger beteiligt sein sollten. Regisseur David Lynch schuf 1984 mit „Der Wüstenplanet“ dann den ersten Kinofilm, der an den Kassen allerdings spektakulär floppte. Nun traut sich der Kanadier Denis Villeneuve („Arrival“ und „Blade Runner 2049“) an die Vorlage und legt einen schweren Blockbuster mit imposanter Starbesetzung vor.

Im Mittelpunkt steht der Wüstenplanet Arrakis, der auch als „Dune“ bekannt ist. Nur dort gibt es im Jahr 10 191 die wertvolle Substanz Spice. Deswegen wird der Planet seit langer Zeit bereits von anderen Mächten der Galaxie ausgebeutet, seine Bewohner, die Fremen, werden unterdrückt. Die Geschichte von „Dune“ beginnt, als der Herzog Leto Atreides (Oscar Isaac) vom Imperator den Auftrag erhält, den Abbau auf Dune zu übernehmen.

 Timothee Chalamet als Paul und Rebecca Ferguson als seine Mutter Jessica in „Dune“.
Timothee Chalamet als Paul und Rebecca Ferguson als seine Mutter Jessica in „Dune“. Foto: AP/Chia Bella James

Gemeinsam mit seinem Sohn Paul (Timothée Chalamet) und dessen Mutter (Rebecca Ferguson) reist er zum Wüstenplaneten. Er hofft auf eine friedliche Zusammenarbeit mit den Fremen, merkt aber schnell, dass er Spielball des Imperators und mitten in einem Machtkampf mit anderen Herrschern wie Baron Harkonnen (Stellan Skarsgård) gelandet ist. Die Atreides-Familie wird angegriffen, die Wüstenstadt in Trümmer gelegt.

Es sind imposante Kampf- und Actionszenen, die Regisseur Villeneuve inszeniert. Gemeinsam mit dem deutschen Spezialeffekt-Künstler Gerd Nefzer, der für „Blade Runner 2049“ bereits einen Oscar gewann, erschafft er dabei eine ganz eigene, faszinierende Welt. Jeder Einstellung ist anzusehen, wie hoch das Budget für diesen Film war: Flugzeuge, die an metallene Hornissen erinnern, Feuerbälle, die vom Himmel fallen, gigantische Sandwürmer, die aus der Wüste auftauchen, Armeen, die in futuristischer Montur gegeneinander antreten – viel wuchtiger kann man so etwas wohl nicht auf die große Leinwand bringen. Unterlegt ist das alles mit drohender Musik des deutschen Komponisten Hans Zimmer.

 Timothee Chalamet und Charlotte Rampling in einer Szene des Films.
Timothee Chalamet und Charlotte Rampling in einer Szene des Films. Foto: AP/Chia Bella James

Doch „Dune“ ist nicht nur Action- und Spektakel-Kino mit dem klassischen Kampf Gut gegen Böse: In rund zweieinhalb Stunden baut Villeneuve immer wieder Subtext und Raum für Interpretationen ein. So ist es sicher kein Zufall, dass die Fremen Kleidung wie die Menschen in der arabischen Welt tragen. Es geht um Gier und Ausbeutung, um Imperialismus, Unterdrückung und Aufbegehren. Dem jungen Paul kommt dabei eine besondere Rolle zu: Als Thronfolger muss er seinen eigenen Weg finden, seinen Talenten vertrauen und wird so zum Hoffnungsträger für eine friedliche Zukunft. Der 25-jährige Chalamet verkörpert das perfekt – als schmächtiger und unterschätzter Sohn genauso wie als unerschrockener Kämpfer.

Villeneuve gelingt damit ein seltenes Kunststück: Sein „Dune“ ist Blockbusterkino im besten Sinn, bringt die Leinwand zum Beben und ist jeden Euro der Eintrittskarte wert. Doch auch Fans des Arthousekinos kommen auf ihre Kosten, ist „Dune“ doch clever erzählt und kann durchaus zum Nachdenken anregen. „Dies ist erst der Anfang“, sagt die junge Fremen-Kämpferin Chani (Zendaya) kurz vor Ende des Films. Denn auch das ist klar: Dieses Werk ist angelegt als Auftakt eines Mehrteilers wie „Star Wars“. Mindestens einen weiteren Film aus diesem Universum will Villeneuve noch erzählen. Doch ob ihm das gelingt und sein „Dune“ nicht ähnlich scheitert wie die der Vorgänger? Das wird sich in den nächsten Wochen an den Kinokassen entscheiden.

„Dune“ läuft ab Donnerstag in vielen Kinos der Region.