1. Saarland
  2. Saar-Kultur

Nach Corona jetzt Urheberrechtsprobleme: Absagen für "Evita" in Saarbrücken

Nach Corona jetzt Urheberrechtsprobleme : Aufführungen von „Evita“-Musical überraschend abgesagt – was steckt dahinter?

Mit der „Evita“-Produktion hat das Saarbrücker gleich mehrfach Pech. Nachdem wegen etlicher Corona-Infektionen schon eine Vorstellung abgesagt werden musste, fallen jetzt wegen Urheberrechtsproblemen die Aufführungen am 8. und 9. Dezember aus. Was steckt dahinter?

Erst Corona, jetzt auch noch Urheberrechtsprobleme: Obwohl „Evita“ bei Publikum wie Kritik bestens ankommt, hat das Saarländische Staatstheater gerade Pech am laufenden Band mit der Musicalproduktion. Ein Termin fiel flach, weil rund 25 Theatermitarbeiter mit Corona infiziert waren oder es noch sind. Stark davon betroffen: der Chor: Den positiv auf Corona getesteten Sängerinnen und Sängern gehe es den Umständen entsprechend gut, teilt die Bühne mit, „noch sind aber nicht alle wieder fit oder sie befinden sich noch in der Quarantäne“.

Doch nun ist neues Ungemach hinzugekommen, Urheberrechtsprobleme nämlich. Deswegen habe die Theaterleitung beschlossen, beide „Evita“-Aufführungen am Mittwoch, den 8. und Donnerstag, den 9. Dezember, abzusagen, lässt das Theater via Pressemitteilung wissen.

Was dahinter steckt, dazu will sich das Theater derzeit nicht äußern. So könnte es unterschiedliche Bereiche der Produktion betreffen. Man darf aber davon ausgehen, dass es sich weder um Musik oder Songtexte handelt, sondern um etwas, was mit der in Saarbrücken gezeigten Inszenierung, der Regie, der Bühne oder den Kostümen zu tun hat. Dazu jedoch äußert sich das Theater aktuell nicht.

Überraschend sind solche Probleme aber schon deshalb, weil diese „Evita“ mit dieser Regie, auch in puncto Bühne und Kostümen und zum Teil sogar der Besetzung, eine Produktion ist, die bereits in Bonn zu sehen war. Und normalerweise kaufen Theater dann solche Produktionen gleich im Paket – mit allen Rechten.

Bemerkenswert das Ganze auch, weil am Premierenabend am 9. Oktober in Saarbrücken nahezu das gesamte Inszenierungsteam zum großen Schlussbeifall im Großen Haus auf die Bühne kam – und von Intendant Bodo Busse beglückwünscht wurde. Von Unstimmigkeiten war da partout nichts zu merken – und auch nichts zu hören.

Man darf aber jetzt annehmen, dass es bei diesem Rechtsstreit um eine nicht unerhebliche Summe geht. Sonst würde das Saarbrücker Theater nicht gleich zwei Vorstellungen ausfallen lassen – bis zur Klärung des Problems. Müsste die Bühne nun an der Produktion etwas ändern, wäre das in der laufenden Saison mit hohem Aufwand (und Kosten) verbunden, weil etwa die Werkstätten derzeit für andere Inszenierungen eingespannt sind.

„Die Pechsträhne bei unserer Erfolgsproduktion ,Evita’ will einfach nicht abreißen. Alle Beteiligten haben mit akribischer Sorgfalt und großem Enthusiasmus dieses Musical auf die Bühne im Großen Haus des Saarländischen Staatstheaters gebracht“, bedauert der kaufmännische Direktor Matthias Almstedt. Umso ärgerlicher sei es, dass nun „eine Person“ nachträglich eine unerwartete Forderung an das Saarländische Staatstheater gestellt hat, die zu einem Produktions-Umbau führen könnte. „Wir versuchen gerade, in Verhandlungen noch zu einer gütlichen Einigung zu kommen. Sowohl die Verhandlungen als auch mögliche Produktions-Umstellungen brauchen allerdings ihre Zeit“, erläutert Almstedt. Details zum Urheberrechts-Sachverhalt könne er nicht machen, da es sich um ein schwebendes Verfahren handele.

Die Bühne ist aber optimistisch, dass am 16. Dezember der Vorhang für „Evita“ wieder hochgeht. „Bis dahin dürften endgültig alle Probleme gelöst sein und dann auch wieder der gesamte Chor auf der Bühne stehen“, hofft Matthias Almstedt.

Bereits erworbene Tickets können an der Vorverkaufskasse zu den üblichen Öffnungszeiten – Montag bis Freitag 10-18 Uhr, Samstag 10-14 Uhr – umgetauscht oder zurückgegeben werden.