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Preisverleihung beim Filmfestival Max Ophüls Preis

Preisverleihung beim Filmfestival Max Ophüls Preis : „Ganz viel Liebe“ ins Ophüls-Wohnzimmer

Die Ophüls-Preisverleihung am Samstagabend war ein Triumph für die Spielfilme „Borga“ und „Fuchs im Bau“. Finale eines Jahrgangs, der einzigartig war in der Ophüls-Geschichte.

Natürlich – man musste sich erstmal ein paar Minuten gewöhnen an diese Preisverleihung. Eben nicht im E-Werk, wo das Festival noch 2020 eine gelungene neue Ophüls-Kulisse präsentiert hatte, sondern im Studio im Saarbrücker KuBa. Dort hatte das Team während der Ophülswoche seinen „Festival-Funk“ produziert, am Samstagabend nun vergaben dort Moderator Tobias Krell, Leiterin Svenja Böttger und der künstlerische Leiter Oliver Baumgarten die 16 Preise – live zu sehen auf der Festivalplattform und bei youtube. Trotz Wohnzimmerkulisse, inklusive Chips und Crémant auf dem Tisch, begann die Verleihung etwas verhalten, aber spätestens nach den ersten Preisen und Danksagungen via Bildschirm hatte das dann doch trotz Distanz eine wohlige Ophüls-Stimmung – wenn auch eben anders in diesem Jahr.

Der Abend wurde zum Triumph für zwei Filme: „Borga“, die Geschichte eine Mannes aus Ghana, der in Deutschland sein Glück sucht, gewann den Hauptpreis und drei weitere Auszeichnungen. Regisseur York-Fabian Raabe und Hauptdarsteller Eugene Boateng erklärten, wie wichtig es sei, einen Kinofilm einmal „aus der Perspektive des Afrikaners, des dunkelhäutigen Menschen zu erzählen“. Der Film könne „die Tür öffnen“ zu einem vielfältigeren, diverser erzählten Kino. Drei Preise gingen an den Gefängnisfilm „Fuchs im Bau“ von Arman T. Riahi aus Österreich. Der fühlte sich nach dem dritten Preis „fast ein bisschen schuldig“; sein Produzent und Bruder Arash T. Riahi schickte per Zoom „ganz viel Liebe“ von Wien nach Saarbrücken.

Den gestrigen Sonntag über konnte man sich noch die  98 Produktionen dieses digitalen Festivaljahrgangs anschauen, der ein besonderer war (und hoffentlich ein Unikat bleibt). „Aus der Not eine Tugend gemacht“ wäre die falsche Formulierung, denn ein rein digitales Festival kann keine Tugend sein. Aber das Ophüls-Team hat das Bestmögliche aus der schwierigen Situation gemacht. Es hat die Filme nicht einfach auf eine Streaming-Plattform gestellt, sondern mit den Beiträgen der „Blauen Woche“, dem „Festival-Funk“ und auch Publikumsgesprächen per Videokonferenz trotz digitaler Distanz so etwas wie ein Ophüls-Notgemeinschaftsgefühl geschaffen. Eine große Leistung.

Interviews und Kritiken zu den Filmen des Festivals lassen sich nachlesen unter
www.saarbuecker-zeitung.de und www.facebook.com/saarbrueckerzeitung.kultur