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Saarbrücker Ophüls-Filmfestival präsentiert 2022 eine hybride Ausgabe

Max Ophüls Preis wird „dezentral und hybrid“ : „In so schwierigen Zeiten muss man seinem Kulturauftrag nachkommen“- Das neue Konzept des 43. Filmfestival Max Ophüls-Festival

Im Januar wollte das Saarbrücker Filmfestival Max Ophüls Preis in die Kinos zurückkehren – ausschließlich. Doch Corona zwingt das Festival zu einem „dezentralen und hybriden“ Konzept. Was bedeutet das?

Jetzt kommt doch alles anders. Nach dem coronahalber rein digitalen Jahrgang 2021 hatte das Saarbrücker Filmfestival Max Ophüls Preis für den kommenden Januar ein großes Kino-Comeback geplant: Die 43. Ausgabe sollte komplett in den Filmtheatern laufen, ohne Online-Plattform und wieder mit einer Preisverleihung vor Publikum. Doch angesichts der aktuellen Lage muss das Festival umplanen: „In diesen Zeiten stehen wir vor der Herausforderung, die notwendigen Kontaktbeschränkungen einerseits und die Wahrung des Kinos als Kulturort andererseits in Einklang zu bringen“, teilen Festivalleiterin Svenja Böttger und Oliver Baumgarten, der Künstlerische Leiter, mit. Und so soll das Festival diesmal „dezentral und hybrid“ ablaufen: mit Präsenzvorstellungen in den saarländischen Kinos und mit einem Online-Teil. Falls die Corona-Lage noch schlimmer wird und Kinos während des Festivals behördlich schließen müssen, sollen die Filmpremieren komplett auf die Streaming-Plattform verlegt werden.

„In so schwierigen Zeiten“

Für Böttger und Baumgarten ist das neue Konzept „eine gute Möglichkeit, um bestmögliche Sicherheit und größtmöglichen Filmgenuss mit den Vorzügen eines Eventcharakters zu verbinden.“ Das Festival müsse auch „in so schwierigen Zeiten seinem Kulturauftrag nachkommen“, der aber auch eine Verantwortung gegenüber den Zuschauerinnen und Zuschauern ebenso wie gegenüber den jungen Talenten umfasse. „Unser Ansatz ermöglicht in diesem Sinne ein handfestes Festivalerlebnis in der Pandemie, das dem jungen deutschsprachigen Film Stimme und Repräsentanz verschafft.“

Wie läuft das Festival nun ab? Der 43. Jahrgang wird auf elf Tage verlängert und läuft von Sonntag, 16. Januar, bis Mittwoch, 26. Januar. Das Programm ist auf Festival „verschlankt“. In den Kinos laufen an den elf Tagen 27 Premierenprogramme der vier Wettbewerbe Spielfilm, Dokumentarfilm, mittellanger Film, Kurzfilm. Die Produktionen laufen gleichzeitig in zahlreichen Kinos in Saarbrücken und weiteren Städten im Saarland – welche das sein werden, will das Festival bald bekanntgeben, Programm-Pressekonferenz ist Mitte Dezember. Im Anschluss an die Premieren gibt es jeweils im Cinestar ein moderiertes Gespräch mit Gästen aus dem Filmteam, das in die anderen Kinos übertragen wird.

Mindestvoraussetzung ist 2Gplus

Das Hygienekonzept des Festivals richtet sich „nach der Praxis der jeweiligen Kinos, die ihre Regeln auch kurzfristig immer an die aktuellen behördlichen Vorgaben anpassen“. Momentan gehe man als Mindestvoraussetzung von der 2Gplus-Regel sowie einer begrenzten Saalbelegung mit ausreichend Abstand aus.

 So sah die Online-Preisverleihung im Januar 2021 aus - mit dem Künstlerischen Leiter Oliver Baumgarten (l.), Moderator Tobias Krell und Festivalleiterin Svenja Böttger.
So sah die Online-Preisverleihung im Januar 2021 aus - mit dem Künstlerischen Leiter Oliver Baumgarten (l.), Moderator Tobias Krell und Festivalleiterin Svenja Böttger. Foto: Festival MOP/Oliver Dietze

Wie funktioniert die Streaming-Plattform?

Parallel zu den Kinopremieren sind Filme des Wettbewerbs auch über eine Streaming-Plattform zu sehen, wie im vergangenen Jahrgang.  Aus Rücksicht auf die zukünftige Verwertung der Filme sei, wie beim vorigen Festival, die Ticketanzahl begrenzt, ansehen könne man sich die Filme online auch nur in Deutschland. Die Filme sind ab dem Zeitpunkt ihrer Präsenz-Premiere online abrufbar, anschauen kann man sie sich bis Sonntag, 30. Januar, 23.59 Uhr. Für die Online-Filme kann man Einzeltickets kaufen, es wird aber auch ein Komplett-Abo geben. Exklusiv online werden ab Festivalstart Filme aus den Nebenreihen wie der MOP-Watchlist und der MOP-Shortlist zu sehen sein.

Eröffung und Preisverleihung 

Eröffnet wird das Festival am Sonntag, 16. Januar, mit einer kleinen Zeremonie im Saarbrücker Cinestar und einer Premiere aus dem Spielfilm-Wettbewerb – Zeremonie, Film und Filmgespräch werden in die teilnehmenden Kinos gestreamt.

Die Preisverleihung läuft wie im vergangenen Jahrgang online und wird am Mittwoch, 26. Januar, live gestreamt. Dotiert sind die Preise mit insgesamt 110 000 Euro.

Wie im vergangenen Jahr wird das Online-Gesprächsformat „Blaue Woche“ ab dem Start des Vorverkaufs am 10. Januar mit Filmausschnitten und Gesprächen auf das Festival einstimmen. Auch der „MOP-Festivalfunk“ mit Medienpartner SR wird wieder täglich aufgezeichnet und steht dann online zur Verfügung.

Das Branchenprogramm MOP-Industry wird allerdings nicht in seiner üblichen Form stattfinden können – das Festival wandelt es MOP-Connect um, eine Reihe von digitalen Events und Service-Veranstaltungen.

Informationen unter:
https://ffmop.de