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Saarland: Was versprechen sich die Kinos vom Bond-Film "Keine Zeit zu sterben"?

Was sich Kinobesitzer vom neuen 007-Film versprechen : "Keine Zeit zu sterben" im Saarland: Das ganze Kino umgebaut – wegen James Bond

Mehrmals verschoben, startet der James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ jetzt tatsächlich am Donnerstag. Was erwarten sich saarländische Kinobetreiber? Und wer ist ihr liebster Bond?

Angekündigt, dann verschoben. Nochmal angekündigt, nochmal verschoben – diesmal noch kurzfristiger als beim ersten Mal. Auch James Bond hatte Corona nichts entgegenzusetzen. „Keine Zeit zu sterben“, der letzte Film mit Darsteller Daniel Craig, sollte im April 2020 in die deutschen Kinos kommen; dann pandemiehalber erst im November 2020; dann im April 2021 – und nun startet er tatsächlich, an diesem Donnerstag. Wir haben saarländische Kinobetreiberinnen und –betreiber gefragt, was sie sich von dem Film erwarten und wie sie mit dem erwarteten Publikums-Andrang bei Platzbeschränkungen wegen Corona umgehen. Und, natürlich, wer ihr liebster Bond ist.

 Claudia Ziegler könnte sich Benedict Cumberbatch als nächsten 007 vorstellen.
Claudia Ziegler könnte sich Benedict Cumberbatch als nächsten 007 vorstellen. Foto: Ziegler

Claudia Ziegler vom Familienbetrieb Haas Filmtheaterbetriebe (Capitol Saarlouis, Union Theater Illingen, Neues Theater St. Wendel und City Filmstudio Lebach) erwartet sich von Bond „auf jeden Fall ein gutes Geschäft“. Nach dem vorigen Lockdown sei man „generell wieder gut gestartet, wir mussten leider wegen der Kapazitätsbeschränkungen schon öfter Besucher wieder nach Hause schicken“. Um das bei Bond möglichst zu vermeiden werden die Kinos „Keine Zeit zu sterben“ in allen Häusern abends in zwei Sälen spielen. „Wir denken schon, dass Bond hier unser Hit des Jahres wird. Man muss aber auch sagen, dass dieses Jahr noch einige vielversprechende Filme starten werden. Gerade in Saarlouis wird Bond wohl eine ganze Zeit laufen.“ In den kleineren Häusern werde er aber wegen der nachrückenden Filme „nach einigen Wochen wohl Platz für Neues machen müssen“. In Sachen Bond gefallen Claudia Ziegler vor allem die alten 007-Filme mit Sean Connery, „aber tatsächlich ist Daniel Craig mein Lieblings- Bond, am besten finde ich ‚Skyfall‘“. Und wer wäre ein willkommener Craig-Nachfolger? „Toll fänden mein Bruder und ich Benedict Cumberbatch, einfach weil wir ihn in jeder Rolle super finden. Ich könnte mir auch gut eine weibliche Bond vorstellen.“

 Das Team der Schmelzer Lichtspiele mit Margit Müller (hintere Reihe, zweite von links), deren Lieblings-Bond „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ ist.
Das Team der Schmelzer Lichtspiele mit Margit Müller (hintere Reihe, zweite von links), deren Lieblings-Bond „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ ist. Foto: Schmelzer Lichtspiele

„Natürlich warten wir schon alle mit Spannung, was der neue Bond so alles kann“, sagt Margit Müller von den Schmelzer Lichtspielen. „Ob er der Hit des Jahres wird, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Mit Sicherheit wird er aber ganz vorne mit dabei sein. ‚Matrix’ und ‚Venom’ laufen ja auch noch in diesem Jahr.“ Der Vorverkauf sei gut angelaufen, „da sind wir durchaus zufrieden und hoffen, dass es so weitergeht. Was das Platzangebot betrifft, spielen wir zumindest in der ersten Woche in beiden Sälen.“ Das werde vom Verleih auch so vorgegeben, ebenso die Mindestlaufzeit von drei Wochen. „Wir gehen aber davon aus, dass wir den Film danach noch weiter einsetzen. Erfahrungsgemäß warten manche Besucher den großen Andrang lieber ab und kommen, wenn es etwas ruhiger wird.“ Müllers liebster Bond-Film ist „Im Geheimdienst ihrer Majestät“, dem einzigen Auftritt des Australiers George Lazenby als 007 – jener Film, der lange als Flop galt und mittlerweile bei Bond-Connaisseuren ein enorm hohes Ansehen genießt. Und Müllers am wenigsten gemochter Bond-Film? Das ist „Sag niemals nie“ von 1983, Sean Connerys letzter Bond-Auftritt – „der hat mir gar nicht gefallen“.

 Peter und Marion Martin in ihren Thalia Lichtspielen in Bous.
Peter und Marion Martin in ihren Thalia Lichtspielen in Bous. Foto: Thalia Lichtspiele Bous

Für Peter Martin von den Thalia Lichtspielen Bous steht „außer Frage, dass ‚Keine Zeit zu sterben‘ der größte Kino-Erfolg des Jahres wird“. Das zeige schon der sehr gut laufende Vorverkauf. Das Thalia wird den Film wegen der großen Nachfrage „statt in einem in zwei Sälen spielen. Andere Filme müssen dann leider zurückstehen. Wie lange der neue Bond dann laufen wird, regelt die Nachfrage.“ In Sachen Bond hat das Thalia seine ganz besondere Geschichte: „2012 hatten wir ja nur einen Kinosaal und wollten natürlich ‚Skyfall‘ im Bundesstart zeigen“, erzählt Martin. „Der Verleih verlangte alle Vorstellungen. Wir sollten auch auf eine Kindervorstellung am Wochenende verzichten und nur ‚Skyfall‘ zeigen.“ Auch ein Schreiben an die Geschäftsleitung des Verleihs Sony habe daran nichts geändert. „Wir verzichteten daraufhin auf die Aufführung  von ‚Skyfall‘ und fassten den Entschluss, anzubauen, damit wir flexibel sind. Das haben wir 2013/2014 umgesetzt, so dass wir nun über drei Kinosäle mit insgesamt rund 320 Plätzen verfügen – James Bond sei Dank!“ 

Peter Martins 007-Präferenz liegt bei Sean Connery, „der war damals unübertroffen – aber Daniel Craig ist genau der richtige Darsteller für die heutige Zeit“. Der habe die Messlatte sehr hoch gelegt, „es wird schwer sein, einen würdigen Nachfolger zu finden. Ich lasse mich da überraschen.“ Auf keinen Fall dürfe die Rolle eine Frau spielen, „so wäre es auch falsch die Rolle von Lara Croft in ‚Tomb Raider‘ mit einem Mann zu besetzen. Von manchen Umstellungen sollte man einfach absehen, bevor die Besucher fern bleiben.“ 

„Keine Zeit zu sterben“ startet am Donnerstag in den meisten Kinos der Region – in einigen Kinos läuft er am Donnerstag kurz nach Mitternacht: passenderweise ab 0.07 Uhr. Ein wenig Kondition sollte man da mitbringen, der Film ist 163 Minuten lang.
Infos unter kinoim.saarland