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Weihnachtszirkus Saarbrücken mit Todesrad: Programm begeistert bei Premiere

Auftakt auf den Saarterrassen : Saarbrücker Weihnachtszirkus mit Todesrad: So begeisterte das Programm das Premierenpublikum

Corona und Zirkusbesuch – funktioniert das? Und ob! Das bewiesen die Artisten und die übrigen Mitglieder des Ensembles. Und wie kam das Premierenprogramm bei den Menschen an?

„Wonderful Christmas Time“, tönte der Klassiker von Paul McCartney aus den Boxen. Im Vorzelt des Saarbrücker Weihnachtscircus’ war ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut, an dessen Buden sich die Besucher einen Glühwein, Popcorn oder eine Rostwurst gönnten. Kinder tollten unbeschwert herum. Schon vor der Premierenshow am Freitagabend, 17. Dezember, folgten zahlreiche Zirkus-Fans aus der gesamten Region der Aufforderung der Artisten in der aktuellen Situation „mal für eine ganz kurze Weile alle Sorgen zu vergessen“.

 Premierenbesucher Viktor und Julia Weizel mit Tochter Valentina.
Premierenbesucher Viktor und Julia Weizel mit Tochter Valentina. Foto: Marko Völke

„Endlich wird mal wieder was für die Kinder geboten“, sagte Viktor Weizel aus Saarbrücken. Und seine Frau Julia pflichtete ihm bei. Die ganze Familie sei krank und einen Monat Zuhause gewesen. Da alle Besucher geimpft, genesen und getestet seien, fühle man sich hier sicher.

Auch Familie Rieger aus Schönenberg-Kübelberg kam extra nach Saarbrücken. Für sie sei es trotz der aktuellen Lage keine Frage gewesen, dass sie sich den Zirkus anschauen wollen, erklärte Marcel Rieger. Und der vierjährige Max ergänzte: „Ich freu‘ mich am meisten auf die Tiere.“ Daniela und ihre Tochter Jana aus Merzig haben in den Vorjahren sogar schon drei oder vier Mal die Shows besucht: „Man muss die Leute in der derzeitigen Situation auch ein bisschen unterstützen“, sagte Daniela.

Das Programm bot wohl für jeden etwas: So zeigte mit dem Duo Acro die junge Generation am Vertikaltuch und bei einer Hand-auf-Hand-Nummer ihr Können. Der mit Preisen der Branche ausgezeichnete Drahtseil-Artist Erik Niemen aus Spanien übersprang eine Fahne und wagte einen Rückwärtssalto. Und das Duo Gerling hat nach Angaben des Zirkus’ sogar beim renommierten Festival von Monaco einen Preis gewonnen.

Mit ihren waghalsigen Einlagen auf dem Todesrad sorgten die Artisten dafür, dass dem Publikum der Atem stockte. Und auch auf dem Hochseil begeisterten sie mit Unterstützung einer Kollegin das Publikum.

Während es bei ihnen hoch hinaus ging, konnten die Zuschauer mit Wassernixe Ashley Weisheit in die Tiefen des Meeres abtauchen. Sie steht nicht nur als Schlangenfrau in der Manege, sondern ist mit ihrem bürgerlichen Namen Joanna Weisheit auch Pressesprecherin, Mitglied der Zirkus-Direktion und hilft zwischendurch sogar noch am Rostwurststand mit. Vielseitigkeit ist nicht nur für sie, sondern auch viele ihrer Kollegen des kleinen Unternehmens wichtig.

„Der Dino hat mir am besten von den Tieren gefallen“, stand für Max fest. Zumal der Fünfjährige in der Pause wie viele andere Kinder noch ein Erinnerungsfoto mit dem Urzeitwesen ergattern konnte. Auch schon vor dem Beginn der Show hieß es beim Ponyreiten „Manege frei“ für die jüngsten Zuschauer.

Im Programm gab es neben dem Dino echte Tierdressuren, unteren anderen mit Ponys zu sehen, bei denen das kleinste Pferd der größte Star des Publikums war. Das galt auch für eine Nummer mit Ziegen. Jilian Sperlich, die Enkelin des Chefdompteurs Stefan Frank, erntete mit ihrem Können viel Beifall und „Ach, wie ist die süß“-Rufe des Publikums. Franks Sohn Marcel ließ zudem seine Hunde tanzen, über Stühle springen und auf einem Esel reiten.

Mit seinen Späßen, Jonglagen und Publikum-Interaktionen führte Clown Lorenzo durch das Programm. Er ließ Zuschauer mit Kuhglocken „O sole mio“ spielen und schmetterte einen Italo-Klassiker. Seine und einige weitere Darbietungen erinnerten zwar ein wenig an die „gute, alte Zeit“. Aber gerade diese wollten ja viele Besucher in der aktuellen, bewegten Situation zumindest für ein paar Stunden wieder mal erleben.

„Wir freuen uns, wieder ein Stück Realität zurückbringen zu können – für das Publikum, aber auch für uns“, sagte Joanna Weisheit nach der Premiere. Monatelang habe man die Show geplant und gehofft, dass der Weihnachtszirkus nach der Absage im vergangenen Jahr auch wieder spielen dürfte. Der erste Auftritt nach einer so langen Pause sei für alle Artisten sehr emotional gewesen: „Wir sind sehr glücklich“, ergänzte sie. Die bisherige Resonanz auf die kommenden Vorstellungen sei gut.

Der Saarbrücker Weihnachtscircus gastiert bis 2. Januar auf dem Festplatz Saarterrassen. Karten: Tel. (01 74) 7 45 01 13 oder an der Zirkuskasse.

Weitere Infos im Internet.