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Galileo-Schule in Bexbach für Berufsförderung ausgezeichnet

Auszeichnung für Schule in Bexbach : Berufsorientierung auf höchstem Niveau

Die Galileo-Gemeinschaftsschule in Bexbach wurde dieser Tage bereits zum zweiten Mal mit dem „Berufswahl-Siegel“ ausgezeichnet.

Spricht man mit Schuleiterinnen und Schulleitern an den Schulen im Kreis, dann zeichnet sich ein Trend als nahezu ungebrochen ab: Kinder so lange wie möglich an der Schulbank zu halten. Der höchstmögliche Abschluss ist das erklärte Ziel vieler Eltern. Verbunden damit ist natürlich die Hoffnung, dass sich ein solcher Abschluss auch in eine erfolgreiche Berufskarriere ummünzt. Was unter diesem Trend leidet, das sind die Ausbildungsberufe, gerade im Bereich Handwerk und Industrie.

Dem wollen vielen Schulen mit einer frühzeitigen Berufsorientierung entgegenwirken. Augenscheinlich besonders engagiert macht das die Galileo-Gemeinschaftsschule in Bexbach. Dort wurde man nun zum zweiten Mal mit dem „Berufswahl-Siegel“ ausgezeichnet. Vergeben wird diese Auszeichnung vom „Netzwerk Berufswahl-Siegel“ des Vereins „Schule Wirtschaft“ mit Sitz in Berlin.

Wer nun glaubt, diese offizielle Würdigung sei das Ergebnis eines sanften und wohlwollenden Handauflegens der Juroren auf die Bewerber, der wird im Gespräch mit Galileo-Schulleiterin Gaby Schwartz und der Schulkoordinatorin Jacqueline Reiß eines Besseren belehrt. Gemeinsam mit Stephanie Philippi, der stellvertretenden Schulleiterin und Koordinatorin für den Bereich der Berufsorientierung, haben die beiden die Auszeichnung mit einem umfangreichen Bewerbungsvorgang auf den Weg und zum Erfolg gebracht. Höhepunkt der „Prüfung“ war ein Online-Audit (der Corona-Lage geschuldet) im Februar diesen Jahres auf Basis zweier dicker Aktenordner.

In denen hatten Schwartz, Reiß und Philippi all das minutiös aufgeführt, was an der Galileo-Schule in Sachen Berufsorientierung läuft. Und das ist richtig, richtig viel: Schon in Klassenstufe 7 gibt es Projekte wie den Berufsschnuppertag. In der Achten folgen dann weitere Angebote, so Betriebspraktika, Berufsinformationstage und einiges mehr. In der ersten Abschluss-Klassenstufe 9 gibt es unter anderem Betriebsbesichtigungen und das Programm „Anschluss direkt“. Diese Orientierungsmöglichkeiten setzen sich in unterschiedlicher Art und Weise bis in die Oberstufe fort. Jahrgangsübergreifend gibt es auch als grundsätzliches Angebot in Nicht-Corona-Zeiten einen Besuch beim Tag der offenen Tür bei Bosch in Homburg. Eben dieses Unternehmen sei ein wichtiger Partner bei der Berufsorientierung an der Galileo-Schule, betont Schwartz.

All das und vieles mehr galt es im besagten Audit den Prüfern zu vermitteln. Dass eben die Berufsorientierungsangebote in Zeiten der Pandemie nicht wie üblich umzusetzen gewesen seien, lassen Schwartz und Reiß im Gespräch mit unserer Zeitung nicht unerwähnt. Hier habe aber Stephanie Philippi mit vielen persönlichen Gesprächen, gerade mit den Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen und hier im Schwerpunkt die Klassenstufe 10, einiges aufgefangen. Schwartz: „Hier sollten die Interessen noch einmal sondiert und geschaut werden, wohin die Reise geht, schulisch oder mit Blick auf alternative Möglichkeiten. Oft ist es so, dass nur der schulische Weg gesehen wird – und die vielfältigen Möglichkeiten der Berufswelt nicht.“ In dieser Beratung, so die Schulleiterin weiter, sei der Schule zugutegekommen, dass man den Corona-Verwerfungen mit einem eigenen, elektronischen Messenger-Dienstes habe begegnen können. „Man konnte so sehr schnell mit Gruppen, mit Klassen, mit einzelnen Schülern in Kontakt treten.“

Grundsätzlich, wie Jacqueline Reiß ergänzt, hätten natürlich die Praktika und die Tage der offenen Tür in den Unternehmen gefehlt. „Das können wir nicht ersetzen. Nichtsdestotrotz waren wir intensiv darum bemüht, dass uns keiner ohne Anschluss- oder Abschlussperspektive verlässt. Und das ist uns, glaube ich, ganz gut gelungen. Zum einen durch die Eins-zu-Eins-Beratung, zum anderen durch unsere außerschulischen Kooperationspartner, so das Projekt ,Anschluss direkt’.“

Dass man eben nicht nur den Schulabschluss im Blick habe, sondern auch den Anschluss im Bereich Beruf/weiterführende Schule, das zeichne die Galileo-Schule seit vielen Jahren aus, versichert Schwartz. „Deswegen ist Berufsorientierung eine ganz wichtige Säule in unserem Schulkonzept.“

 Jacqueline Reiß (links) und Gaby Schwartz mit dem nunmehr zweiten Berufswahlsiegel für ihre Einrichtung.
Jacqueline Reiß (links) und Gaby Schwartz mit dem nunmehr zweiten Berufswahlsiegel für ihre Einrichtung. Foto: Thorsten Wolf

Wichtig sei es dabei, in Sachen „Beruf als guter Alternative zum weiteren Schulbesuch“ nicht nur bei den Kindern, sondern vor allem auch bei den Eltern anzusetzen. „Die wollen wir mit ins Boot nehmen“, so Schwartz. „Wir haben zentrale Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, bei denen wir den Eltern sagen: ,Sehen Sie nicht nur das Schulische, fahren Sie zweigleisig’. Und wir merken verstärkt, vor allem seit die intensiven Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern stattfinden, dass Ausbildung interessant wird.“