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Höcherberghallen in Bexbach sollen perspektivisch weichen

Hallenplanung in Bexbach : Abriss der Höcherberghallen in der Planung

Den Rückbau der langzeitgesperrten Bexbacher Halle hat der Stadtrat jetzt auf den Weg gebracht. Der SPD geht alles zu langsam.

Seit Jahren ist die Höcherberghalle bewegendes Thema in Bexbach. Klar ist: Der Bau wird abgerissen, eine kleinere und modernere Halle soll als Ersatz gebaut werden. Was das Unterfangen allerdings auszeichnet, dass ist die Länge des Verfahrens.

Im Jahr 2013 wurde aus Kostengründen das von den Stadtwerken betriebene Hallenbad geschlossen. 2018 war auch klar, dass der eigentliche Hallenbereich aufgrund von Wasserschäden in der Vergangenheit sowie weiterer Baumängel nicht mehr zu sanieren ist. Es folgte im April 2018 der Grundsatzbeschluss zum Neubau einer Mehrzweckhalle, verbunden mit dem Abriss der alten Halle. Ein weiterer Wasserschaden nach Überflutung sorgte dann dafür, dass die Halle zum 1. Januar 2019 komplett gesperrt wurde, im November 2019 folgte der Einzel-Beschluss des Stadtrates zum Abriss. Doch etwas mehr als ein Jahr später steht die Halle immer noch.

In seiner Sitzung am Donnerstagabend, der letzten in diesem Jahr, traf der Bexbacher Stadtat nun eine weitere Entscheidung. Einstimmig beschlossen wurde die Vergabe der Abrissplanung an ein noch nicht benanntes, externes Planungsbüro. Wer das konkret sein wird, das stand am Donnerstag noch nicht fest. Im Vorfeld der Sitzung hatte Bexbachs Bürgermeister Christian Prech (CDU) am Mittwoch von drei Anbietern gesprochen. Diese hätten nach der Vorstellung ihrer Pläne nun noch eine Frist zur Nachbesserung erhalten. Das Ergebnis dieser Nachbesserungen und die damit verbundene Auswahl des wirtschaftlichsten Anbieters stand am Donnerstagabend zur Sitzung des Stadtrates noch nicht fest.

Dirk Vogelgesang, Fraktionssprecher der SPD, nannte den Umstand, dass man nun einen aktuellen und neuen Stand zum Abriss der Höcherberghallen habe, „sehr gut. Wir begrüßen natürlich, dass es da endlich weitergeht. Nur hatten wir gehofft, dass wir jetzt zu dieser Jahreszeit schon über den Abriss hinaus sind und vielleicht schon über weitere Schritte beschließen können.“ Das dies nun nicht der Fall sei, sei schade, so Vogelgesang. Natürlich werde man aber dem Beschlussvorschlag zustimmen.

Christian Prech stellte klar, dass der gegenwärtige Verfahrensaublauf einer sei, den man sich so gar nicht gewünscht habe. „Es ist halt so, wie es ist. Es wurde vom Zuschussgeber so vorgegeben. Und dem entsprechend sind wir vorgegangen.“ Auf den Einwurf von Dirk Vogelgesang, man habe sich seitens der SPD einfach einen schnelleren Verlauf gewünscht, entgegnete Prech: „Ich wünsche mir auch, dass das Ding schon abgerissen ist und eine neue Halle dort steht.“

Auch Karsten Durrang von den Freien Wählern machte klar, dass er sich einen schnelleren Verlauf gewünscht hätte. Dies verband er mit der Frage, wann die nun beschlossene Vergabe abgeschlossen sei. Hier räumte Prech ein, dass er dazu aktuell noch nichts sagen könne. Wie schon im Vorgespräch zur Stadtratssitzung verwies er darauf, dass die Anbieter aktuell noch eine kurze Frist hätten, um ihre Angebote anzupassen. „Deswegen auch der Beschluss in dieser Form. Ich hätte mir auch gewünscht, dass hier schon ein Name steht.“ Im nächsten Ausschuss, so der Bürgermeister, werde man das Ergebnis der Ausschreibung dann päsentieren.

Jan Hornberger (SPD) zitierte Prech mit einem Satz aus dem November 2019 zu einer „zügigen Abrissplanung“. Vor diesem Hintergrund bemängelte er, dass danach das Jahr 2020 verstrichen sei. „Damit sind wir nicht zufrieden.“ Auch sei die Beschlussvorlage mit ihrem Hinweis auf die Vergabe an den wirtschaftlichsten Anbieter eine „Selbstverständlichkeit“, der man natürlich zustimmen werde.

Christian Prech verteidigte die Verzögerungen mit dem Hinweis, dass die Förderbedingungen Ende 2019 noch andere gewesen seien. Nun gehe er davon aus, dass vom nun noch zu beauftragenden Planungsbüro schnell ein Abrissunternehmen gefunden werde. „Und dann sind wir auf einem guten Weg. Es ist ja nicht so, dass die Halle morgen neu errichtet wird, weil: von welchem Geld?“ Hier müsse man schauen, wie das überhaupt funktioniere.

 Aus den Händen von Bürgermeister Christian Prech erhielt Alfons Welter den Ehrenteller der Stadt.
Aus den Händen von Bürgermeister Christian Prech erhielt Alfons Welter den Ehrenteller der Stadt. Foto: Thorsten Wolf

Rückendeckung bekam Prech von seinem ersten Beigeordneten Thorsten Müller (CDU). So sei es richtig, dass man im November des vergangenen Jahres einen entsprechenden Beschluss zum Abriss der Hallen gefasst habe. Es habe sich aber seitens des Zuschussgebers im Verfahren etwas geändert. „Auch darüber haben wir hier beschlossen. Und die Ausschreibung dauert nunmal etwas länger.“ Der neuerliche Beschluss sei nun ein Zeichen, dass man mit dem Thema umgehen und weiter verfahren könne.