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Grünes Licht für eine neue Seniorenresidenz in Niederwürzbach

Seniorenresidenz in Niederwürzbach : Grünes Licht für eine neue Seniorenresidenz

Der Blieskasteler Stadtrat stimmte dem Neubauprojekt in Niederwürzbach zu. Investor ist eine Firma aus Homburg. Betreiber sollen die Barmherzigen Brüder aus Rilchingen-Hanweiler sein.

Es scheint die Zeit der großen Investitionen für Niederwürzbach zu werden: Nach dem Neubau der Kindertagesstätte neben der Schulturnhalle nimmt offensichtlich nun auch die Planung der Seniorenresidenz in der Würzbachhallenstraße an Fahrt auf. Die Idee ist nun tatsächlich schon etwas älter, der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Günter Becker reklamiert für sich, Ideengeber gewesen zu sein. Zusammen mit einem Kirkeler Bauunternehmer sollte die Residenz verwirklicht werden. Es gab dann einige Probleme. So war zum Beispiel eine unterirdische Leitung des Entsorgungsverbandes ein offensichtliches Hindernis, was die Planungen zumindest zeitweise als nicht realisierbar erschienen ließ. Offensichtlich sind nun alle Hemmnisse beseitigt, denn in nichtöffentlicher Sitzung am Donnerstag im Blieskasteler Stadtrat wurde der „Abschluss eines städtebaulichen Vertrages zur Errichtung eines Seniorenheimes“ durchgewunken. Was wir bis jetzt wissen: Die Firma CS Bau (Christian Streithofff) aus Homburg hat das Gelände als Investor gekauft und will – nachdem die alte Würzbachhalle durch den Investor abgerissen ist – auf dem Gelände eine Seniorenresidenz erbauen. Mit den „Barmherzigen Brüdern Rilchingen“ wurde ein sogenannter „Letter of Intent“, also eine Absichtserklärung, unterzeichnet: „Wir freuen uns, dass man uns als Betreiber einsetzen will“, so Alfred Klopries, Hausoberer und Heimleiter der Barmherzigen Brüder.

Die Kernkompetenz der Barmherzigen Brüder, so geht es aus einer Pressemitteilung hervor, seien unter anderem Seniorendienste mit stationärer und ambulanter Betreuung. „Wir würden uns freuen, unsere langjährigen Erfahrungen in der Pflege und Betreuung von Senioren und beeinträchtigten Menschen in Rilchingen und Saarbrücken auch in das neue Projekt in Niederwürzbach einbringen zu können“, so Heimoberer Klopries weiter. In der Objektbeschreibung des Investors Streithoff ist von einer neuen „Wohnqualität“ die Rede, „die es Seniorinnen und Senioren ermöglicht, länger ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben führen zu können“. Bei steigendem Bedarf erfolgt je nach Gesundheitsstand die Dienstleistung eines Pflegedienstes oder die Übernahme der Betreuung durch eine der hausinternen Abteilungen. Im großen Pflegebereich sind 90 Pflegeplätze geplant, dazu Friseur, Physioabteilung, Fußpflege und Kiosk, daneben 15 Wohneinheiten für betreutes Wohnen, eine Demenzstation sowie eine Tagespflegeeinrichtung. Geplant sind auch 15 Gästezimmer, die von Angehörigen der Patienten genutzt werden können sowie ein Café-Restaurant mit Veranstaltungsraum, der auch öffentlich genutzt werden kann.

Daneben sollen drei sogenannte Solitärbauten entstehen, mit insgesamt bis zu 26 Wohnungen, die auf die Bedürfnisse für betreutes Wohnen zugeschnitten sind. Alle Wohnungen sind mit einem Notruf ausgestattet. Über die Tiefgarage sind alle Einheiten miteinander verbunden. So ist es barrierefrei möglich, alle Einrichtungen, wie zum Beispiel die Gastronomie, zu erreichen, ohne die Gebäude verlassen zu müssen.

Ortsvorsteherin Petra Linz (SPD) ist überzeugt, dass sich „die Infrastruktur und das Gesicht Niederwürzbachs positiv verändern werden“. So biete die Einrichtung zudem „neue Chancen der Begegnungen des Miteinanders“, und die „innerörtliche Kommunikation“ werde erweitert. Der SPD-Fraktionschef im Blieskasteler Rat, Achim Jesel, begrüßte, dass nun endlich der „Schandfleck alte Würzbachhalle“ abgerissen werde, und nannte die Seniorenresidenz „ein wahrhaft zukunftsgerichtetes Objekt“. Süffisant merkte er an, dass die CDU seinerzeit auf diesem Gelände hätte einen Supermarkt ansiedeln wollen. Für die Grünen im Stadtrat ist Niederwürzbach als Standort „prädestiniert“. Wie Lukas Paltz, der Sprecher der Grünen betonte, seien Geschäfte in der Umgebung fußläufig zu erreichen, und der nahegelegene Weiher biete Naherholung. „Außerdem bewerten wir Grüne es positiv, dass der Investor eine zeitgemäße Energiekonzeption verwirklichen will“, unterstrich Paltz.

Für Patrick Hüther, CDU-Ortsvorsitzender von Niederwürzbach und Stadtratsmitglied, sollte es am besten „schon gestern losgehen“ mit der Maßnahme. Er sei froh, dass nach nunmehr drei Jahren „endlich der Deckel drauf kommt“. Hüther weiter: „Es ist schön zu sehen, dass sich der Einsatz auch von Günter Becker und Annelie Faber-Wegener für dieses in unserem Ort so wichtige Projekt ausgezahlt hat“.