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Bundestagswahl 2021: Saarpfalz-Parteien bereiten Wahlkampf vor

Zwischen Infostand und Videokonferenz : So planen die Parteien im Saarpfalz-Kreis den Bundestagswahlkampf

Mit großen Schritten geht es in Richtung Bundestagswahl. Im Saarpfalz-Kreis rüsten sich Parteien und Kandidaten für den Wahlkampf – mit unterschiedlichen Strategien.

Knapp zwölf Wochen sind es noch bis zur Bundestagswahl. Während die Politiker auf Bundesebene schon seit längerem dabei sind, um die Gunst der Wähler zu buhlen, läuft langsam aber sicher auch auf kommunaler Ebene der Wahlkampf an. Neben den durchorchestrierten und von Marketing-Experten entworfenen Kampagnen spielt für die Parteien auch der Kontakt vor Ort eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt, weil durch die Erststimme ein Kandidat aus dem jeweiligen Wahlkreis direkt in den Bundestag einzieht.

Im Saarpfalz-Kreis, der in Gänze zum Wahlkreis Homburg gehört, will Markus Uhl am 26. September sein Direktmandat verteidigen. Seit 2017 sitzt der Erbacher für die CDU im Bundestag. Nachdem er als Nachrücker bereits vor der letzten Bundestagswahl ins Parlament eingezogen war, sicherte er sich sein Mandat vor vier Jahren mit 33,6 Prozent der Erststimmen. SPD-Kandidat Esra Limbacher hatte damals mit 31,4 Prozent das Nachsehen.

Nun kommt es zur Neuauflage des Duells. Generell sei es seit der letzten Bundestagswahl „für die SPD sicherlich nicht einfacher geworden“, sagt Esra Limbacher. „Was mich antreibt, sind aber keine Umfragen oder Prognosen, sondern der Wille, etwas zu bewegen.“ Daher kandidiere er erneut für das Direktmandat im Wahlkreis Homburg.

Die Rolle der Sozialen Medien

Vor wenigen Tagen hat der 32-Jährige seinen Wahlkampf mit einem Besuch im Neunkircher Zoo gestartet. Dokumentiert werden seine öffentlichen Auftritte über Soziale Medien wie Facebook oder Instagram. Jeden Tag erlebe Limbacher, dass nicht nur jüngere Menschen über diese Kanäle Kontakt aufnehmen. „Man kommt ins Gespräch und erfährt von Problemen, Wünschen oder Sorgen die man noch gar nicht auf den Schirm hatte“, sagt er, „deswegen finde ich es auch wichtig auf den bekannten Plattformen nicht nur ansprechbar zu sein, sondern auch aktiv über die eigene politische Arbeit zu berichten“.

Aus der politischen Kommunikation sind die Sozialen Medien auch nach Ansicht von Markus Uhl „nicht mehr wegzudenken“. Trotzdem beabsichtigt der 41-Jährige auch ganz klassisch Klinken zu putzen. Mit dem Gang von Haustür zu Haustür habe er 2017 gute Erfahrungen gemacht. Auch wenn in Zeiten von Corona Online-Konferenzen zu einer brauchbaren Alternative geworden sind, will Uhl „so oft und so gut es aktuell geht auf Präsenz-Termine setzen“. Den ersten hat er für kommenden Samstag angesetzt. Dann findet am St. Ingberter Rischbachstollen sein Wahlkampfauftakt statt.

Die weiteren Kandidaten

Bei den vier weiteren Parteien, die im aktuellen Bundestag vertreten sind, gibt es im Wahlkreis Homburg auch schon weitestgehend Klarheit. Die Linke hat ihre Mitgliederversammlung hinter sich. In Kürze wird die Verkündung des Direktkandidaten erwartet. Barbara Spaniol, Vorsitzende der Linken im Saarpfalz-Kreis, stellt sich darauf ein, „dass dieser Wahlkampf anders verlaufen wird als bisher“. Aus ihrer Sicht wird der digitale Wahlkampf mehr in den Vordergrund rücken, ohne jedoch den klassischen Straßenwahlkampf ersetzen zu können. „Also gehören Info-Stände, direkte Begegnungen mit den Bürgerinnen und Bürgern, Haustürgespräche und öffentliche Wahlkampf-Auftritte mit dazu.“

 Barbara Spaniol, Vorsitzende der Linken im Saarpfalz-Kreis.
Barbara Spaniol, Vorsitzende der Linken im Saarpfalz-Kreis. Foto: Eric Kolling

Die AfD schickt mit Christian Wirth ihren einzigen saarländischen Bundestagsabgeordneten ins Rennen um das Direktmandat. Zugleich schaffte es der Jurist aus Blieskastel auch auf Listenplatz 1 der Saar-AfD. Auf eine SZ-Anfrage zu seinen Plänen im Wahlkampf antwortete Wirth nicht.

 Ralf Armbrüster, FDP-Vorsitzender in Blieskastel.
Ralf Armbrüster, FDP-Vorsitzender in Blieskastel. Foto: FDP

Für die FDP tritt im Wahlkreis Homburg Ralf Armbrüster an. Als Unternehmer in der Softwarebranche will er im Wahlkampf vor allem auf Online-Formate setzen. Ergänzend „bestimmt der Verlauf der Pandemie, inwieweit Veranstaltungen oder persönliche Termine möglich sein werden“, so der Vorsitzende der FDP Blieskastel. Ausschließlich ins Internet verlegen will Armbrüster die Begegnungen mit potenziellen Wählern aber nicht. „Gerade die Erfahrung der Piratenpartei vor ein paar Jahren“ habe gezeigt, „dass digital alleine nicht ausreichend ist“.

 Astrid Hilt, Bündnis 90/Die Grünen.
Astrid Hilt, Bündnis 90/Die Grünen. Foto: BeckerBredel

Als Direktkandidatin der Grünen will sich Astrid Hilt aufstellen lassen – ihre Wahl steht noch aus. Aufgrund der turbulenten Tage, die hinter der Landespartei liegen, hofft sie auf „schöne gemeinsame Erlebnisse, die uns wieder an das erinnern, was unseren Kreisverband ausmacht“. Bei der Wahl geht es nach Hilts Worten vor allem darum, wie stark die Grünen in einer neuen Regierung vertreten sind. „Außerdem trete ich als Person mit einem eigenen Profil an. Da sollten die Probleme im Landesverband nur eine untergeordnete Rolle spielen“, sagt Hilt, die sich als Kandidatin „für das Handwerk, die kleinen Betriebe und die Solo-Selbstständigen im Kreis“ versteht.