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Emely Rothfuchs vom TV Homburg wird Deutsche Meisterin über 300 Meter

Leichtathletik : Von Null auf 300 in rund 40 Sekunden

Emely Rothfuchs, die junge Leichtathletin des TV Homburg, überquert im U 16-Finale der deutschen Meisterschaft nach 300 Metern als Siegerin die Ziellinie. Ihren Triumph hat die erste deutsche Meisterin des TVH im ersten Moment gar nicht realisiert.

Sonntagnachmittag, 13.55 Uhr, Erika Fisch-Stadion in Hannover. Final­lauf über 300 Meter der deutschen Meisterschaften (DM) der Altersklasse U 16. Auf Bahn vier macht sich Emely Rohfuchs vom TV Homburg bereit. Der Startschuss fällt – und 40,31 Sekunden später ist Rothfuchs in neuer persönlicher Bestzeit deutsche Meisterin. Knapp dahinter landen Emelie Kastel in 40,39 Sekunden und Norah Adou (40,98 Sekunden).

„Eine Medaille ist schon mein Ziel. Von Platz eins bis vier ist alles möglich“, hatte die 14-jährige Schülerin des Saarbrücker Rothenbühl-Gymnasiums vor der DM gesagt. Die Voraussetzungen waren gut, fehlten doch in Hannover mit Jana Becker von der LG Wettenberg (39,78 Sekunden) und Isabelle Frank von der TS Göppingen (40,78) die bis dahin schnellsten U 16-Läuferinnen der DLV-Bestenliste dieses Jahres. Auf dieser Liste lag Rothfuchs vor der DM mit 41,18 Sekunden auf Rang vier.

Zwölf junge Athletinnen stiegen in Hannover zunächst in zwei Vorläufen in die Startblöcke. Schon dort gewann Rothfuchs in 40,88 Sekunden mit neuer Bestzeit. Auch in dem anderen Vorlauf war keine Konkurrentin schneller als die Homburgerin.

Gemessen an den Vorlaufzeiten war schon vor dem großen Finale klar, dass Rothfuchs und Emelie Kastl mit den größten Chancen auf den Titel ins Rennen gehen würden. Und genau so kam es. „Zunächst lag ich vorne, dann hat sich Emelie in der Kurve leicht vor mich geschoben. Aber ich bin dran geblieben“, beschreibt Rothfuchs den ersten Rennabschnitt. Noch auf der Schlussgeraden hatte ihre Konkurrentin die Nase ganz knapp vorne. „Aber auf den letzten 15 Metern bin ich dann an ihr vorbeigezogen. Zuerst habe ich aber gar nicht mitbekommen, dass ich gewonnen habe, bis der Stadionsprecher den Zieleinlauf durchgab“, erinnert sich die TVH-Athletin. Was folgte war grenzenloser Jubel. Denn: „Deutsche Meisterin – damit ist ein Traum wahr geworden“, freute sich Rothfuchs. Von ihrer Zeit von 40,31 Sekunden, mit der sie ihre ehemalige Bestleistung, die sie 2020 in Püttlingen aufgestellt hatte (40,98), um mehr als eine halbe Sekunde pulverisierte, war sie selbst überrascht.

Der Sieg sorgte nicht nur bei Rothfuchs für strahlende Augen. Auch ihre Eltern, die Stützpunkttrainer an der Sportschule Saarbrücken, ihre Trainer beim TV Homburg – Birgit Raber und Joachim Marahrens – und viele Freundinnen und Freunde freuten sich mit der 14-Jährigen, als dieser im Homburger Waldstadion ein kleiner Empfang bereitet wurde. Michael Conrad, der erste Vorsitzende des TVH, gratulierte der ersten deutschen Meisterin in der Vereinsgeschichte mit einem Blumenstrauß.

 Stolz präsentiert Emely Rothfuchs im Homburger Waldstadion ihre Goldmedaille von der deutschen Meisterschaft in Hannover. 
  Foto: Hagen
Stolz präsentiert Emely Rothfuchs im Homburger Waldstadion ihre Goldmedaille von der deutschen Meisterschaft in Hannover. Foto: Hagen Foto: Markus Hagen

Rothfuchs’ tolle Zeit und der Titel in Hannover haben übrigens auch Alexander Seeger, den Nachwuchstrainer Mitteldistanzen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) beeindruckt. Er teilte Emely Rothfuchs mit, dass sie nun dem Bundeskader der Altersklasse U 16 angehört. Die neue deutsche Meisterin des TV Homburg hat große Ziele. „Ein weiterer Traum wäre es, bei den Olympischen Spielen zu starten“, verrät sie.