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Gemeinde Kirkel legt Hilfefonds für Vereine auf

Gemeinderat Kirkel : Kirkel legt Hilfefonds für Vereine auf

Viele Kirkeler Vereine hätten in der Corona-Krise mit fehlenden Einnahmen und Mitgliederschwund zu kämpfen, so die Begründung der Resolution im Gemeinderat. Die Gemeinde will nun Geld zur Unterstützung bereit stellen.

Neben den Beratungen und dem Beschluss des Haushaltsplanes 2021 standen anlässlich der Sitzung des Kirkeler Gemeinderates in der vergangenen Woche auch vier Anträge der Fraktionen auf der Tagesordnung. Kurzfristig aufgenommen wurde ein Vorschlag der CDU. „Der Gemeinderat beschließt zur weiteren Bewältigung der Corona-Krise, unseren heimischen Vereinen finanziell unter die Arme greifen. Unsere Vereine sind vielfältig von der Krise betroffen, die finanziellen Herausforderungen sind sehr unterschiedlich. Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, ein befristetes Hilfsprogramm für die Vereine in unserer Gemeinde vorzulegen, mit dem konkret finanziell geholfen werden kann”, so die Antragformulierung.

Konkret sollen, orientiert am Vorgehen der Stadt St. Wendel, insgesamt 30 000 Euro bereitgestellt werden. Die sollen dann nach einem noch festzulegenden Schlüssel, orientiert an den Mitgliederzahlen, verteilt werden. CDU-Ratsmitglied Andreas Kondziela begründete die von seiner Partei geforderte Unterstützung der Kirkeler Vereine. „Es gibt Ausfälle, weil viele Vereine über Mitgliederschwund klagen. Es sind die Ausfälle durch Feste, die nicht stattgefunden haben, aber fest im Budegt drin waren. Deswegen haben wir uns überlegt, da einmalig eine Förderung aufzulegen.” An diesem Abend, so Kondziala, solle ein Grundsatzbeschluss getroffen werden. Details würden dann im zuständigen Ausschuss besprochen. „Ich denke, für unser Vereinsleben in den drei Ortsteilen ist das wichtig.”

Während Kondziela so die Hintergründe für den Antrag seiner Partei schilderte, überschlugen Bürgermeister Frank John (SPD) und Kämmerer Niels Anstadt die Summe, die die aktuellen Haushaltsplanungen überhaupt zuließen – ohne die Planungen noch einmal komplett berechnen und ausfertigen zu müssen. Raus kam eine Summe von rund 20 000 Euro, die man aufbringen könne, ohne die Defizitobergrenze zu überschreiten, wie John erläuterte. Kondziela nannte die von der CDU in die Debatte eingebrachte Summe von 30 000 Euro als „nicht festgeschrieben. Ich weiß, dass dieser Antrag heute aus der Hüfte geschossen ist”. Die Verwaltung könne natürlich viel besser überblicken, wie die Mittellage sei und dann entsprechend umsetzen. Heute geht es darum, den Beschluss zu fassen”.

Aus den Reihen der Fraktionen gab es grundsätzliche Zustimmung für den CDU-Antrag. So nannte Max Limbacher, Umweltbeigeordneter aus Reihen der SPD, den Antrag eine Referenz an die Vereine, die aktuell eine schwere Zeit durchmachen müssten. Limbachers Parteifreund Patrick Ulrich mahnte aber an, dass die Umsetzung eines solchen Vorhabens sehr schwierig sei. „Ich bin der Meinung, dass wir in den vergangenen Jahren die Vereine sehr gut unterstützt haben – wenn sie einen Antrag gestellt haben.” Dieses Verfahren sollte man auch weiterhin verwenden. Das von der CDU vorgeschlagene System nannte Ulrich ein „Gießkannen-Prinzip”.

Walter Nägle von der SPD gab zu bedenken, dass an ihn noch kein Verein herangetreten sei und um einen Zuschuss gebeten habe. „Mich würde interessieren, wie die Lage der Vereine ist. Da müsste man mit ihnen reden. Damit wir einen Überblick erhalten, welche Vereine notleidend sind.“ Denn, so Nägles Überzeugung: Vereine, die sich nur über Mitgliederbeiträge finanzierten, „die haben meiner Meinung nach unter Corona kein Defizit“.

Das wollte Bürgermeister Frank John so nicht stehen lassen. So hätten viele Vereine Verluste an Mitgliedern, weil rund ein dreiviertel Jahr entsprechende Aktivitäten nicht hätten durchgeführt werden können.

Schließlich traf der Rat bei vier Enthaltungen den von der CDU gewünschten Grundsatzbeschluss zur Corona-Unterstützung der Kirkeler Vereine. Details und Modalitäten sollen nun im Ausschuss geklärt werden.

 Viele Vereine in Kirkel leiden finanziell unter den Folgen der Corona-Pandemie, auf Antrag der CDU soll die Gemeinde hier helfen.
Viele Vereine in Kirkel leiden finanziell unter den Folgen der Corona-Pandemie, auf Antrag der CDU soll die Gemeinde hier helfen. Foto: Thorsten Wolf

In einem weiteren Antrag forderte die Fraktion der Grünen in Person von Gemeinderatsmitglied Axel Leibrock Sachstandsmeldungen der Verwaltung zu Beschlüssen des Rates aus der Vergangenheit. Dabei ging es unter anderem um die vom Gemeinderat verschiedeten Resolutionen und Anträge zum Grundwasserschutz, um das 2017 beschlossene Ratsinformationssystem und den Stand der geplanten Einstellung eines Klimaschutzmanagers. Hier hatten Bürgermeister Frank John und der zuständige Sachgebietsleiter Dirk Pfeifer der Grünen-Fraktion schon vor der Sitzung schriftlich Auskunft erteilt. So auch beim Thema Klimaschutzmanager. Der aktuelle Stand hier: „Die Einstellung eines Klimaschutzmanagers auf Förderbasis ist für die Gemeinde Kirkel nicht möglich, da das Biosphärenreservat bereits einen Klimaschutzmanager beschäftigt (Doppelförderung). Allerdings ist die Einstellung eines Sanierungsmanagers mit einer ähnlichen Stoßrichtung auf Förderbasis möglich. Entsprechende Anträge werden beim Bund gestellt. Hier hat sich die Förderquote auf 75 Prozent für bis zu fünf Jahre erhöht.“