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Brücke am Betzenweg in Niederbexbach kommt Ende 2022

Endlich tut sich was am Betzenweg : Brücke am Betzenweg kommt Ende 2022

Die Brückensperrung am Betzenweg zwischen Niederbexbach, Bayerisch Kohlhof und Limbach ist ein ständiges Ärgernis. Nun ist eine neue Brücke in Sicht. Bezahlt werden soll sie komplett vom Land, so das Rathaus..

Endlich kommt eine neue Brücke an den Betzenweg. „Die Verwaltung wird beauftragt, Ausschreibung für den Abriss und den Neubau der Bliesbrücke vorzunehmen“, heißt es dazu in einer Vorlage für die Stadtratssitzung, die an diesem Donnerstag 16. Dezember, um 17.30 Uhr im Volkshaus in Oberbexbach stattfindet. Die Finanzierung der Brücke ist also gesichert, es kann losgehen.

 Damit geht ein mehrjähriges Kapitel voller Pech, Pannen und Wut zu Ende. Begonnen hatte der Ärger eigentlich schon 2012, als für die Bliesbrücke im Betzental zwischen Niederbexbach und Limbach eine Lastbegrenzung auf maximal zwölf Tonnen bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen angeordnet wurde. Und da Brücken niemals besser, sondern immer nur maroder werden, wurde die Bliesbrücke Ende 2015 gänzlich für landwirtschaftliche Fahrzeuge gesperrt. Vorausgegangen war eine von der Stadt Bexbach im Herbst 2015 angeordnete Sonderbrückenprüfung, die extreme Schäden im Bereich der Stützen und Auflager festgestellt hatte. Im Sommer 2020 kam dann die Komplettsperrung auch für Fußgänger und Radfahrer hinzu. Seitdem ist die Brücke ein ständiges Ärgernis, das wohl erst zum Jahresende 2022 ausgestanden sein dürfte.

Zumindest klang es so im Vorgespräch zur Stadtratssitzung: „Wir haben an der Brücke die Erlaubnis für einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn, deshalb rechne ich damit, bald den Förderbescheid vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) zu bekommen“, sagt der Bexbacher Bürgermeister Christian Prech.

In Aussicht gestellt wurden der baldige Abriss der maroden Brücke und der Neubau einer modernen Spannbetonbrücke. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf eine Summe „zwischen einer und 1,3 Millionen“, so Prech, „dieser Betrag wird vollständig vom Land übernommen. Auf die Stadt Bexbach kommen in diesem Fall keine Kosten zu“.

Das sah nicht immer so aus, zumal sich die beiden Nachbarstädte Bexbach und Neunkirchen schon darauf gefasst gemacht hatten, jeweils die Hälfte für die Erneuerung zahlen zu müssen. Prech ist erleichtert, nicht nur wegen der Kostenübernahme durch das Land, sondern auch, weil damit ein unrühmliches Kapitel zu Ende geht.

Die Stadt Bexbach hat die ganze Vorplanung zu der Brücke gemacht, sie sei „fast freistehend“ so Prech. Die neue Brücke werde nur mit einem Träger in der Blies stehen, der Rest des Flusses werde überspannt. Benutzt werden darf sie künftig natürlich wieder von Fußgängern, Radfahrern und Reitern – und auch wieder von landwirtschaftlichen Fahrzeugen „sofern die Traktoren nur einen Anhänger haben“, aber das sei schon mit den Landwirten im Vorfeld besprochen worden, „mehr wird auch nicht benötigt“, erklärt Prech.

Gebaut wurde die Brücke 1953, saniert in den 1980er Jahren. Die Bauern in Niederbexbach waren die Hauptbetroffenen von der Sperrung und entsprechend ärgerlich, denn sie kamen nicht mehr auf ihre Felder auf der anderen Seite der Blies, sogar den Bauernverband hatten sie eingeschaltet. Aber auch die Wanderer, Reiter und Radfahrer hatten die Nase gestrichen voll, sie hatten im Sommer 2020 sogar das Durchfahrtsverbotsschild an der Sperrung beschriftet: „Bürger wehrt euch! Politik u. Verwaltung schämt euch! Wann kommt Stacheldraht und Selbstschussanlagen.“

Und sogar gewaltsame Öffnungen des Zauns hatte es gegeben, weswegen die Absperrung ständig aufgerüstet wurde. Tatsächlich wirke die Sperrung der Brücke mit zwei Reihen Bauzaun, metallverstärkt, „durchaus martialisch und wie eine Grenze. Und die trennt einen wichtigen Verbindungsweg zwischen Limbach und Niederbexbach als Teil des Saar-Nahe-Höhen-Radwegs. Und damit hat die Dauersperrung auch Auswirkung auf das Fern- und Tourismusradwegenetz“, hatte unsere Zeitung noch im Juni 2021 geschrieben.

Nun müssen sich alle Betroffenen noch etwas gedulden, denn im Sommer wird die Brücke leider noch nicht fertig sein, zumal die Abrissarbeiten einige Zeit in Anspruch nehmen werden. Also wird es in den großen Ferien noch nichts mit der Radtour durchs Betzental und einem Ausflug auf die andere Seite der Blies.

Der Bexbacher Verwaltungschef Prech (CDU) rechnet damit, in nächster Zeit Besuch von der saarländischen Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) zu bekommen: „Man hat schon signalisiert, dass die Ministerin persönlich den Förderbescheid für die neue Brücke überreichen wird“. Klar, es ist Wahlkampf, aber Christian Prech sieht das Ganze sehr positiv: „Ich freue mich, dass jetzt endlich eine neue Brücke kommt. Und wenn Frau Rehlinger diese Zusage persönlich überbringt, dann um so besser. Dann haben wir alle die Gewissheit, dass es auch was wird.“