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Erstklässler im Saarpfalz-Kreis: Einschulung an der Luitpoldschule

Schulstart in der Pandemie : So lief die Einschulung an der Homburger Luitpoldschule trotz Corona-Einschränkungen

Erster Schultag bleibt erster Schultag, auch trotz Corona. Überall im Saarpfalz-Kreis begann am Montag für die Erstklässler der Ernst des Lebens - die SZ war zu Besuch an der Luitpold-Grundschule, um zu sehen, wie die Pandemie die besondere Zeit für die neuen Grundschüler auch weiterhin beeinflusst.

Als die Sonne sich am Montagmorgen zögernd am immerhin hellgrauen Himmel zwischen den Wolken zeigt, wird es ernst. Auf dem Hof der Erbacher Luitpold-Grundschule werden die Mädchen und Jungen aufgerufen. Die einen gehen eher zögernd, die anderen schon mutiger nach vorne, manche brauchen auch noch die Hand von Mama oder Papa. Irgendwann steht die 1.1 auf dem Hof neben ihrem neuen Klassenlehrer Andreas Hinze. Und dann geht es richtig los. Die Kinder setzen sich in Bewegung, die großen Schultüten im Arm, den neuen Ranzen auf dem Rücken und eine Maske vor Mund und Nase. Gleich werden sie zum ersten Mal im Klassenzimmer sitzen, der spannende Start in viele Jahre des Lernens. So wie bei ihnen kribbelt es den neuen Erstklässlern überall im Saarpfalz-Kreis im Bauch (Zahlen aus den Kommunen siehe Infobox).

Es ist das zweite Jahr, in dem die Pandemie auch beim Schulanfang vieles verändert hat. Wenn auch nicht alles, denn Vorfreude und Anspannung sind gleich geblieben. Das ist bei Julian mit seiner großen Dino-Schultüte nicht anders als bei Johanna und Nele, auf deren Tüten Schmetterlinge flattern und ein Regenbogen überm Namensschild baumelt. 86 Schulneulinge gibt es an der Luitpoldgrundschule, vier Klassen werden es hier wieder sein, sagt Schulleiterin Nicole Trapp.

Eingeschult wird in zwei Gruppen, die ersten beiden Klassen sind um 8.30 Uhr dran, die anderen eine Stunde später. Alle Kinder müssen einen Negativtest vorweisen, der nicht älter sein darf als 24 Stunden. Um den mussten sich die Eltern der Abc-Schützen selbst kümmern, berichtet Trapp. Daher heißt es auch, bevor es auf den Hof geht, kurz anstehen, Zertifikat vorzeigen. Viele haben das Testen bereits am Sonntagabend erledigt – der Montag gehört ganz allein dem Abenteuer „erster Schultag“ mit allem was dazugehört.

 Viele Mädchen und Jungen im Saarpfalz-Kreis erlebten am Montag so wie in der Erbacher Luitpold-Grundschule ihren ersten Schultag.
Viele Mädchen und Jungen im Saarpfalz-Kreis erlebten am Montag so wie in der Erbacher Luitpold-Grundschule ihren ersten Schultag. Foto: Ulrike Stumm

Die älteren Schülerinnen und Schüler hatten schon vor den Sommerferien zwei Corona-Testkits mitbekommen, mit denen sie sich vor Beginn des Schuljahrs selbst testen mussten. Außerdem laufen die Tests zweimal pro Woche an den Schulen weiter – das gilt auch für die Neulinge. Masken müssen alle mindestens in den ersten zwei Wochen tragen: im Unterricht genauso wie während der Betreuung. Vorerst gelten diese Bestimmungen bis zum 10. September. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass es insbesondere durch Reiserückkehrer aus Hochinzidenzgebieten zu Corona-Ausbrüchen in Schulen kommt.

 Corona und die Einschränkungen, die das mit sich bringt, sind also weiter noch leidiger Alltag an den Schulen. Daher ist das Bild im Schulhof eben doch nicht das gleiche wie in den Jahren vor der Pandemie. Zwar dürfen Eltern, Geschwister und andere Familienmitglieder dabei sein. Da sich alles draußen abspielen kann, ist mehr möglich. Doch am eher kühlen Morgen sind alle nicht nur in schicke Kleider, aber eben auch Jacken und Mäntel gehüllt, sondern tragen auch eine Mund-Nasen-Bedeckung. Auch muss man per Karte, die in einen Kasten geworfen wird, seine Kontaktdaten hinterlassen.

Der Stimmung tun diese Vorgaben aber keinen Abbruch. Man hat sich Mühe gegeben, damit es ein schöner Anfang für die Erstklässler wird. Der Schulhof ist mit Sonnenblumen geschmückt, Luftballons hängen über der Treppe und ein bunter Gruß „Alles Gute zum Schulanfang“. An einem anderen Tor steht in bunten Buchstaben, mit Herzchen verziert das, um was hier geht „Einschulung“. Eltern zücken ihre Handys fürs klassische Erinnerungsfoto. Die Ranzen sind noch krachneu und sauber, die Schultüten so bunt wie es sein muss. Und Schulleiterin Trapp freut sich darüber, dass das „Wetter gehalten hat“. Wenn man ins Innere hätte ausweichen müssen, dann wären nur wenige Gäste möglich gewesen.

„Ihr seid sicher aufgeregt?“, hat sie die Erstklässler schon bevor es in die Klassenzimmer ging, zur Begrüßung gefragt. Und zugegeben: „Uns geht es genauso, auch mir als Chefin.“ Sie könne sich beispielsweise Namen schlecht merken, hoffe, dass sie sich beim Vorlesen nicht verspreche. Aber: Fehler machen ist in Ordnung, „daraus lernt man dann“. Und Nicole Trapp hat den Neuen verraten, dass in der Schule nicht nur Rechnen und Schreiben gelehrt wird, sondern dass man noch viel mehr macht wie Basteln und Malen. Auch Wandertage gebe es und man schaue sich viele Sachen an. Außerdem werde gesungen.

 Julian Stadlmayer hält stolz seine Dino-Schultüte. Seine Eltern Anika und David sowie Bruder Jonas begleiten ihn zum Schulanfang.
Julian Stadlmayer hält stolz seine Dino-Schultüte. Seine Eltern Anika und David sowie Bruder Jonas begleiten ihn zum Schulanfang. Foto: Ulrike Stumm

Und das richtig gut. Dafür traten die Zweitklässler dann gleich den Beweis an, indem sie zwei fetzige Lieder auf den Hof brachten mit Stimme und Körpereinsatz: „Wer fängt hier mit der Schule an? Klar, das seid ihr! Wer lernt hier schon jahrelang? Klar, das sind wir!“ Und spätestens beim „Wir woll’n, wir woll’n lernen“ auf die Melodie des Queen-Klassikers „We will rock you“ klatschten sie nicht nur mit, sondern setzen sich und den Hof in wippende Bewegung.

Damit auch die Eltern etwas zu tun haben, während die Kinder nun in den Klassenzimmern ihre allererste Schulstunde erleben, hat der Förderverein einen kleinen Stand aufgebaut, bietet Wasser, Kaffee und Crémant an. Wenn’s auch nicht das gewohnte große Kuchenbuffet sein kann, es wird gerne angenommen. Corona hin, Corona her - ein erster Schultag muss gefeiert werden.