1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Großbrand in Homburg: Rauchsäule war kilometerweit zu sehen – so lief der Einsatz

So lief der schwierige Einsatz in Erbach ab : Rauchsäule des Großbrandes in Homburg war kilometerweit zu sehen

In einem Recylingbetrieb in den Rohrwiesen im Stadtteil Erbach brannte am Dienstagmorgen ein Berg aus Metallschrott. Die Bevölkerung wurde gewarnt, Fenster und Türen zu schließen. Im SZ-Gespräch berichtet der Homburger Wehrführer von dem für die Feuerwehr schwierigen Einsatz.

Ein Großbrand hat am Dienstagmorgen Homburg in Atem gehalten: Kurz nach acht Uhr wurde der Brand eines großen Schrottbergs auf dem Gelände eines Recycling-Betriebs in den Erbacher Rohrwiesen gemeldet. Schon schnell stieg eine riesige dunkle Rauchwolke über der Stadt auf, kilometerweit auch im Land zu sehen. Vor Ort wirkte das, was schon aus der Ferne zu sehen war, nochmal deutlich dramatischer. Getrieben vom Ostwind drängte sich vom Brandherd aus eine dichte Rauchwolke zuerst in den Himmel und dann in Richtung Homburg und Kirkel. Folgerichtig wurden Anwohner dazu angehalten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Feuerwehren aus Homburg-Mitte, Kirrberg und Jägersburg, Einsatzleitkräfte und ein Tanklöschfahrzeug der Bexbacher Feuerwehr, die Werksfeuerwehren von Bosch, Michelin, Schaeffler und Saarstahl Neunkirchen sowie Spezialkräfte der Berufsfeuerwehr Saarbrücken waren im Einsatz und hatten vor dem Brandherd groß aufgefahren. Die große Drehleiter des Löschbezirks Homburg-Mitte und weitere Tanklöschfahrzeuge waren im Dauereinsatz, den unmittelbar an der Brandbekämpfung eingesetzten Feuerwehrleuten war die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Die gute Botschaft: Personenschäden gab es nicht. Was war geschehen?

Laut Polizei vor Ort war ein Schrotthaufen mit so genanntem Schredder-Schrott, also Metall mit unterschiedlichen Anhaftungen, in Brand geraten. Ursache dafür sei wohl Funkenflug gewesen, entstanden durch Baggerarbeiten in der Nähe des Schrottberges. Aufgrund der gegebenen Windlage hätten Funken dann zum Brand geführt. Bis man diesen bemerkt habe, sei es, so die Polizei, schon zu spät gewesen, das Feuer habe da schon eine Zeitlang im Verborgenen geglüht. Die Löscharbeiten seien schwierig, habe der Schrottberg doch ein Volumen von rund 250 Kubikmetern. An der Brandstelle zeigte sich die schwierige Situation für die Einsatzkräfte. So war es quasi nur möglich, den Brand von einer Seite, vom Firmengelände selbst, zu bekämpfen. Ein Angriff von der Rückseite war nicht möglich, da dort Gleisanlagen einen Einsatz verhinderten.

Im Gespräch mit unserer Zeitung schilderte Homburgs Wehrführer Peter Nashan, er war Einsatzleiter vor Ort, die besonderen Schwierigkeiten, mit der die Brandbekämpfung verbunden waren: „Die räumliche Situation ist eine Herausforderung. Zudem hatten wir zu Beginn Probleme mit der Wasserversorgung. Wir mussten den Angriff über die Tanklöschfahrzeuge vornehmen. Und der Wasservorrat in diesen Fahrzeugen ist irgendwann zu Ende.“ Aus diesem Grund, so Nashan, wurden die Stadtwerke Homburg informiert. „Die haben uns sehr gut unterstützt, haben die Hydranten zugänglich gemacht.“ Auch habe man auf eine entsprechende Wasserversorgung aus dem Bereich von Schaeffler zurückgreifen können. Damit sei dieses anfängliche Problem gelöst worden. Den eigentlichen Löschvorgang, zuerst mit Wasser, dann mit Löschschaum, nannte Nashan nicht die vordringliche Schwierigkeit. Vielmehr sei es die große Rauchsäule gewesen, die Sorgen bereitet habe.

„Die Wetterlage ist für uns heute nicht so günstig. Der Rauch wird runtergedrückt in die Homburger Altstadt.“ Aus diesem Grund habe man ein Messfahrzeug der Berufsfeuerwehr Saarbrücken und zwei ABC-Erkunder im Einsatz, die Messungen in der Stadt machten. In Sachen Brand sei die Situation vor allem am Anfang kritisch gewesen. Grund dafür sei der Flammenschlag des Brandes gewesen. Um weiteren Schaden zu vermeiden, habe man mit einem Außenangriff einen nahestehenden Container mit Altbatterien geschützt. Auch Sauerstoffflaschen habe man gesichert. Im Laufe des Einsatzes gelang es den rund 65 Einsatzkräften der beteiligten Feuerwehren, das Feuer niederzuschlagen. Nachdem über lange Zeit mit Löschwasser der Brand abgekühlt wurde, schlug dann die Stunde der Werksfeuerwehr von Saarstahl Neunkirchen. Diese war mit ihrem TLF 4000 alarmiert worden. Peter Nashan: „Das Fahrzeug hat Wasserschaum-Werfer mit einer größeren Reichweite.“ Eben mit Schaum wurde der Brand dann abgedeckt.

Zu diesem Zeitpunkt war die große Rauchwolke zu einer kleinen, weißen „zusammengeschrumpft. Aber die bis dahin starke Rauchentwicklung hatte dazu geführt, dass umliegende Areale massiv beeinträchtigt wurden. So auch das gemeinsame Betriebsgelände von Juno-Metalltechnik und des Ausbildungszentrums Homburg (AZH). Dessen Geschäftsführer Julian Seiler entschloss sich nach Rücksprache mit Feuerwehrleitzentrale dazu, beide Betriebe zu evakuieren, nachdem ihm zuerst geraten wurde, Fenster und Türen zu schließen. Nachdem der Rauch aber in die Werkshallen eingedrungen war, fiel die mit der Feuerwehrleitzentrale abgestimmte Entscheidung, die Belegschaften seiner beiden Unternehmen keiner Gefährdung auszusetzen und die Mitarbeiter nach Hause zu schicken.

Seiler schilderte einige Explosionen zu Beginn des Brandes. Die erste sei dabei so heftig gewesen, „dass Mitarbeiter von den Stühlen gesprungen sind“. In der Folge sei zuerst der gemeinsame Parkplatz der beiden Unternehmen komplett eingenebelt gewesen. Dann folgerichtig die Evakuierung. Sorge bereitet ihm nun die erwartbar große Verschmutzung der Betriebsgebäude und des Geländes. So hätten sich verschmorte Plastikteile auf dem Parkplatz gefunden. Die gute Nachricht inmitten des Großbrandes: Es gab nicht nur keine Personenschäden, auch vom Rauch, so Feuerwehrpressesprecher Marcel P. Schmitt, sei keine Gesundheitsgefährdung ausgegangen. Dies hätten entsprechende Messungen ergeben.

Nachdem die Arbeit der Feuerwehr nun vorbei ist, übernehmen die Brandermittler der Polizei das Kommando über den Einsatzort. Über die Schadenshöhe konnten am Dienstag noch keine Angaben gemacht werden.