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Homburger Ärztin gewinnt Preis für Ultraschall-Kurse ​

Universitäts-Klinik : Homburger Kinderärztin gewinnt Preis für Ultraschall-Kurse

Beim Ultraschall kann man ganz viel im Inneren des Körpers entdecken. Und es tut nicht weh. Aber man muss auch richtig damit umgehen können. Dafür bekam eine Kinderärztin jetzt einen Preis.

Es gibt medizinische Techniken, für die braucht man viel Erfahrung, zum Beispiel beim Ultraschall. Die Geräte mögen noch so ausgereift sein, wenn ein Arzt mit den wiedergegeben Bildern nichts anfangen kann, nützt auch die teuerste Apparatur nichts.

Und das gab Dr. Nasenien Nourkami-Tutdibi zu denken. Die Ärztin in der Universitäts-Kinderklinik stellte fest, „dass es vor über zehn Jahren kein Bestandteil der Mediziner-Ausbildung war, wie man einen Bauch-Ultraschall macht oder wie man eine Schilddrüse mit dem Ultraschall-Gerät überprüft.“ In Düsseldorf am Uni-Klinikum gab es damals schon solche Kurse, „und da dachte ich mir, dass man so etwas Nützliches doch auch in Homburg einführen könne“, so Nasenien Nourkami-Tutdibi.

Die Idee kam aus Düsseldorf

Und so wurde im Sommersemester 2015 mit freundlicher Unterstützung des Studiendekanats am Universitätsklinikum Düsseldorf das Kurskonzept an der Kinderklinik in Homburg im Rahmen eines Lehrprojektes als Wahlfach etabliert. Und ist seitdem eine Erfolgsgeschichte, die weit über die Kinderklinik hinausgeht. Das Projekt beruht darauf, dass Ultraschall-erfahrene Studenten als Tutoren ausgebildet werden, die wiederum jüngere Studenten darin ausbilden.

Kandidaten werden von den Studenten vorgeschlagen

Nun wurde Dr. Nasenien Nourkami-Tutdibi für ihr Engagement mit dem PJ-Lehrpreis 2022 ausgezeichnet. „Dieser Preis ist immer sehr spannend, denn man wird von den Studenten vorgeschlagen“, informiert Nourkami-Tutdibi. Diese müssen begründen, warum der Kandidat oder die Kandidatin die Auszeichnung verdient. Der Pj-Lehrpreis wurde 2017 im Rahmen des 10-Punkte-Programms zur Verbesserung der Lehre am Universitätsklinikum des Saarlandes eingeführt und wird seitdem jährlich verliehen. PJ heißt, dass Studenten im Praktischen Jahr ihre besten Lehrmeister vorschlagen dürfen. Gestiftet wurde der Preis in Höhe von 4.000 Euro von der Willy Robert Pitzer Stiftung.

Die Auswahl fällt immer schwer

Die Kandidaten, die vorgeschlagen werden, müssen ein kurzes Lehrkonzept einreichen und sich bei Professor Berthold Seitz vorstellen, dem Fakultätsbeauftragten für das Praktische Jahr am Universitätsklinikum. Nominiert wurden 2022 insgesamt drei Kandidaten. Die Auswahl fällt immer schwer, denn die nominierten Ärztinnen und Ärzte sind alle engagiert in der Ausbildung. Nasenien Nourkami-Tutdibi sammelte jedoch die meisten Punkte beim anonymen Ranking und erhielt somit den Preis.

Die Geräte werden immer besser

Ihr Ultraschall-Projekt ist auch deshalb so wichtig, „weil die Geräte immer besser werden“, betont die Kinderärztin, „man kann heute schon Gefäße im Bauchraum überprüfen und die Durchblutung feststellen. Aber man muss natürlich auch wissen, wie man das erkennt.“ Wenn die PJ-Studenten in die Praxen oder in verschiedene Einrichtungen kommen, „dann bringen sie schon ein Grundwissen von unseren Kursen mit. Das erleichtert den Einstieg sehr.“ Einen erfahren Arzt oder eine Ärztin können sie im Ultraschall natürlich nicht ersetzen, „aber sie wissen schon, was sie tun müssen.“

Schöne neue Räume für die Lehre

Die Preisträgerin ist auch „total begeistert“, dass es für die Kurse „so schöne neue Seminarräume gibt“. Denn die befinden sich im oberen Lehrbereich des neuen Hörsaalgebäudes und verfügen über „fünf gute Mittelklasse-Ultraschallgeräte, mit denen man gut arbeiten kann“. Auf den Stationen gebe es inzwischen schon tolle „high-end-Geräte, die auch mobil sind und an den Patienten herangeschoben werden können.“ Aber zum Lernen seien die älteren Geräte hervorragend geeignet, bevor man an dann an die teuren Geräte darf.