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Jugenddorf Homburg ist neuer zentraler Logistiker der Biosphäre

Biosphärenreservat Bliesgau : Jugenddorf füllt Biosphärenregal auf

Mit der CJD-Einrichtung in Schwarzenbach gewinnt die regionale Vermarktung von Bliesgau-Produkten eine soziale Komponente.

Was bringen die besten regionalen Waren, wenn man sie nicht auf dem besten Weg an den Käufer bringen kann? Wahrscheinlich eher wenig. Vor diesem Hintergrund läuft seit Februar diesen Jahres eine besondere Kooperation zwischen dem Biosphärenreservat Bliesgau, dem Verein „Bliesgau Genuss“ als Partner der Biosphäre und dem Christlichen Jugendorf (CJD). Letzteres übernimmt mit seinen Auszubildenden im Bereich Lager/Logistik und Verkauf die zentrale Logistik bei der Bestückung der so genannten Bliesgau-Regale.

Die bieten an über 50 Standorten (im Einzelhandel) im Saarland und darüber hinaus Kunden die Möglichkeit, Produkte aus der Biosphäre zu erwerben. Im Präsenz-Sortiment unter anderem: Bliesgau-Apfelsaft, Marmeladen, Wurstspezialitäten, Getreide, Honig, Öle, Essige, Senf, Liköre und Schnäpse. Für die neue Aufgabe hat das CJD einen eigenen Lagerbereich auf dem Gelände eingerichtet. Dieser dient als zentrale Drehscheibe zwischen den Erzeugern und den einzelnen Standorten der Bliesgau-Regale. Als Real-Unternehmen ist diese Dienstleistung dabei gleichzeitig Teil der Ausbildung von Jugendlichen. Acht junge Menschen können so aktuell praktische Erfahrungen in den genannten Berufsbildern sammeln. Für Norbert Litschko, den Geschäftsführer des CJD, ein entscheidender Impuls, um als Logistiker für die Biosphäre aktiv zu werden.

Am Mittwoch nun stellten die drei Kooperationpartner das Projekt „Zentrale Logistik Regionalvermarktung“ beim CJD in Schwarzenbach vor. Dazu hatte sich auch Besuch aus Saarbrücken angekündigt, Umwelt-Staatssekretär Sebastian Thul (SPD) wollte sich vor Ort über den Dreiklang bei der nachhaltigen Vermarktung von Produkten aus der Region für die Region informieren.

Das erste Wort des Vormittags hatte aber Gerhard Mörsch, der Geschäftsführer des Biosphären-Zweckverbandes in Vertretung von Landrat Theophil Gallo (SPD) als Verbandsvorsteher. „Es ist sehr wichtig, dass die Regionalvermarktung im Biosphärenreservat Bliesgau eine zentrale Logistik hat.“ Konkret bedeute dies, dass das CJD nun für die Bestückung der Bliesgau-Regale mit regionalen Produkten auch des Vereins „Bliesgau Genuss“ verantwortlich zeichnet. Dass das CJD nun hier Partner sei, sei dem Umstand geschuldet, dass der bisherige Logistiker Ende des vergangenen Jahres „verloren gegangen sei“, so Mörsch. „Da war ich dann sehr, sehr froh, dass wir das CJD als neuen Partner gefunden haben.“ Wichtig sei, auch mit entsprechenden Werbemaßnahmen auf das Angebot von regionalen Produkten aufmerksam zu machen. Hier habe das Umweltministerium entsprechend gefördert. Mit der Übernahme der zentralen Logistik durch das CJD, und das war Mörsch wichtig, sei zudem noch eine soziale Komponente zur regionalen Vermarktung dazu gekommen, biete die Einrichtung doch Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Handicap.

Auch Staatssekretär Sebastian Thul betonte den vielschichtigen Charakter, den die Einbindung des CJD als Logistiker in die regionale Vermarktung von Bliesgau-Produkten mit sich bringe. Und er warb nachdrücklich für regionale Produkte – und für deren direkte Verfügbarkeit. „Der Mensch fällt ja öfter mal der Bequemlichkeit zum Opfer und würde gerne alles an einem einzigen Ort einkaufen gehen. Und genau deswegen ist es so wichtig, dass wir die Bliesgau-Regale auch im örtlichen Einzelhandel haben. Weil Menschen dann eher mal zugreifen, denke ich.“ Dass man als Umwelt- und Landwirtschaftsministerium die Vermarktung regionaler Produkte fördern könne, 6000 Euro flossen aus Saarbrücken in unterschiedliche Marketing- und Werbemittel, freue ihn, so Thul, „das machen wir sehr gerne. Ich bin auch sehr gerne Botschafter für die Produkte unserer Region“.

Dass das Biosphären-Regal gerade in Corona-Zeiten eine zusätzliche Bedeutung gewinne, das betonte Ralf Meisel, der Vorsitzende des Vereins „Bliegau Genuss“ als Zusammenschluss von 40 Produzenten und Kleinunternehmen aus der Bioshäre. So habe die Pandemie viele der kleinen Erzeuger-Betriebe hart getroffen – weil diese eigentlich überwiegend auf lokalen Märkten präsent seien. „Diese Märkte sind für uns aber komplett weggebrochen. Deswegen können viele Produzenten ihre Produkte nur noch über das Regal vermarkten.“ Nun hoffe man auf das kommende Jahr, dauere die Krise aber länger an, werde es immer schwieriger, als Produzent von regionalen Produkten am Markt zu bestehen. „Da müssen wir und als Verein ganz stark engagieren.“ Hier sei, so Meisel, das Bliesgau-Regal ein wichtiger Faktor.

 Auch mit einem aufwendig gestalteten Transporter wollen das Biosphären-Reservat Bliesgau, der Verein „Bliesgau Genuss“ und das CJD als zentraler Logistiker auf regionale Produkte aufmerksam machen.
Auch mit einem aufwendig gestalteten Transporter wollen das Biosphären-Reservat Bliesgau, der Verein „Bliesgau Genuss“ und das CJD als zentraler Logistiker auf regionale Produkte aufmerksam machen. Foto: Thorsten Wolf
 Mit Unterstützung des saarländischen Umweltministeriums konnten auch Werbemittel wieder aufgelegt oder neu geschaffen werden.
Mit Unterstützung des saarländischen Umweltministeriums konnten auch Werbemittel wieder aufgelegt oder neu geschaffen werden. Foto: Thorsten Wolf

www.biosphaere-bliesgau.eu