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Krankenhäuser im Saarland: „Neue Dimension der Versorgung“ in Kliniken

Mehr Austausch der Kliniken : „Neue Dimension der Versorgung“: Krankenhäuser im Saarland werden besser vernetzt

Die Versorgungsqualität im Saarland soll in den nächsten Jahren weiter verbessert werden, dabei spielt der Informationsaustausch zwischen Krankenhäusern, Reha- und Pflegeeinrichtungen sowie niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten eine wichtige Rolle. Dabei soll das Projekt „Das virtuelle Krankenhaus“ künftig helfen.

Das saarländische Gesundheitsministerium fördert das Projekt „Das virtuelle Krankenhaus“ mit 221 800 Euro Anschubfinanzierung. Das klingt zunächst einmal seltsam, denn was ist ein virtuelles Krankenhaus? Es dürfte wohl kaum einen Ort geben, an dem so sehr menschliche Präsenz gefragt ist wie im Krankenhaus. Natürlich kann man mit Robotern operieren, aber auch die müssen von Menschenhand geführt werden. Und die Roboter-Krankenschwester, die mit dem Tablett ans Krankenbett geht und eine Nummer nennt, ist zum Glück noch keine Option in der Pflege.

Aber es geht nicht um die unmittelbare Behandlung von Patienten, sondern um Datenaustausch. Mit dem Projekt „Das virtuelle Krankenhaus“ sollen langfristig Kliniken und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens digital vernetzt werden. Es ist eine Abdeckung über das Saarland hinaus in die Großregion Saar-Lor-Lux geplant, informiert das Uniklinikum.

Ziel sei es, die flächendeckende medizinische Versorgungsqualität im Saarland und der Großregion weiter zur verbessern. Das Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg ist dabei federführend, Projektpartner zum Start sind das Caritas-Krankenhaus Lebach und das Kreiskrankenhaus St. Ingbert. Erster Schritt ist der telemedizinische Netzwerkaufbau im Bereich Intensivmedizin, in einem zweiten Schritt wird eine gemeinsame digitale Plattform aufgebaut.

„Wenn man die Versorgungsqualität im Saarland und der Großregion in den nächsten Jahren weiter verbessern möchte, spielt der Informationsaustausch zwischen Krankenhäusern, Reha- und Pflegeeinrichtungen sowie niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten eine wichtige Rolle“, betont Gesundheitsministerin Monika Bachmann. „Die saarländische Landesregierung sieht deshalb die Digitalisierung im Gesundheitswesen als einen wichtigen Schritt an“. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Universitätsklinikums, Henrik Eitel betonte, „dass das Klinikum mit diesem Projekt künftig eine noch bedeutsamere Rolle in der landesweiten Regelversorgung spielen werde“, denn die ärztliche Expertise eines Universitätsklinikums könne nun auch dem gesamten Land zur Verfügung gestellt werden.

Die sogenannte „Connected eHealth Plattform Saar-Lor-Lux“ soll eine Datenübertragung rund um die Uhr ermöglichen. So können sich Ärzte beispielsweise im Live-Format etwa zur Verbesserung der intensivmedizinischen Versorgung definierter Patienten austauschen, Laborwerte oder radiologische Bilder vergleichen oder auf frühere Arztbriefe zugreifen. Das ist wichtig, wenn Patienten beispielsweise von einem Klinikum in ein anderes überstellt werden. Bisher war es oft so, dass man die gleichen Untersuchungen, die andernorts schon stattgefunden hatten, noch einmal vornehmen musste. Insbesondere auch vor dem Hintergrund steigender Corona-Zahlen kann man künftig eine bessere Abstimmung zwischen den Krankenhäusern erreichen.

„Wir freuen uns sehr, dass mit der digitalen Vernetzung nun eine seit mehr als zehn Jahren verfolgte Vision eines in der Fläche vernetzten Versorgungskonzeptes endlich Realität wird“, erklärten der kaufmännische Direktor Ulrich Kerle und die Ärztliche Direktorin und Vorstandsvorsitzende Professorin Jennifer Diedler einstimmig. Während der Aufbau der „Connected eHealth Plattform“ schrittweise bis Ende 2023 erfolgen soll, wird bereits jetzt das telemedizinische Netzwerk im Bereich Intensivmedizin aufgebaut. Hierzu werden die beteiligten Pilotkliniken mit Tablets vernetzt. Erste klinische Anwendungen können getestet werden.

 Beonders im Bereich der Intensivmedizin ist ein Austausch der behandelnden Ärzte wichtig, sofern ein Patient von einem anderen Krankenhaus überstellt wurde. Was in Corona-Zeiten öfter vorkommt.
Beonders im Bereich der Intensivmedizin ist ein Austausch der behandelnden Ärzte wichtig, sofern ein Patient von einem anderen Krankenhaus überstellt wurde. Was in Corona-Zeiten öfter vorkommt. Foto: dpa/Matthias Balk

„Mit dem Schritt in ein elektronisches Netzwerk können unsere Patienten in Zukunft noch besser behandelt werden: ganzheitlich und mit professionell abgestimmter Diagnostik und Therapie“, erläutert Dr. Monika Berg, Geschäftsführerin des Caritas-Krankenhauses in Lebach, die beim Politprojekt dabei ist. „Bereits heute tauschen sich unserer Expertenteams miteinander aus. Mit dem Aufbau dieser Technologie wird jetzt eine neue Dimension der Versorgung zum Wohle unserer Patienten starten“, ergänzt der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses St. Ingbert, Peter Zwirner.