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Lisa König aus Homburg mit Decke aus altem Plastik für Kreativpreis nominiert

Lisa König aus Homburg : Homburger Gründerin für Preis nominiert

Lisa König und ihre Firma stehen für Nachhaltigkeit, stellen Decken aus PET-Flaschen her. Nun könnte sie dafür sogar ausgezeichnet werden.

Was für ein Start für eine junge Firma: Kaum gegründet, schon geht es in die nächste Runde und auch eine bundesweite Auszeichnung ist möglich. Dabei konnte Lisa König es schon im Frühsommer kaum fassen, wie rasant sich alles entwickelte: Aus ihrer Idee, eine vielseitig verwendbare Decke aus gebrauchten PET-Flaschen herzustellen, war da gerade ein richtiges Unternehmen geworden. Sie hatte dafür 33 000 Euro eingesammelt über eine Crowdfunding-Kampagne, einer Finanzierungsmöglichkeit für Gründer, die darauf abzielt, dass viele Menschen ein Projekt unterstützen – mit überschaubaren Geldbeiträgen. 400 Vorbestellungen ihrer Decke gab es da bereits. Und als die Exemplare ihrer Unfold-Decken dann eintrafen, waren sie tatsächlich ziemlich schnell wieder ausverkauft.

Eine echte Erfolgsgeschichte also für Lisa König, die derzeit mit ihrem Mann, dem kleinen Sohn und ihrer Tochter auf einer weiteren Station ihrer Weltreise ist, geplant für die Elternzeit. Die Wirtschaftsingenieurin arbeitet sonst als Projektleiterin für Technik-IT-Projekte in Hamburg, stammt aber aus Homburg, hat hier das Gymnasium Johanneum besucht, auch ihre Eltern wohnen noch hier.

Ihre Leidenschaft fürs Reisen ist letztlich mitverantwortlich dafür, dass es heute die Decke gibt. Dabei ist sie nämlich immer auch sehr minimalistisch unterwegs. Was sie einpackt, soll möglichst vielseitig verwendbar sein. Und da sie aus eigener Erfahrung mit ihren Kindern wusste, wie viele Decken man so mitschleppt, wenn man mit den Kleinen unterwegs ist, wollte sie eine anbieten, die für vieles geeignet ist: zum Zudecken, fürs Picknick und für vieles mehr. Und da es ihr zudem ein Anliegen ist und war, dem weltweiten Müllproblem zu begegnen, entschied sie sich dafür, die Decke aus recyceltem PET herzustellen, das dafür gut geeignet ist.

Dass dies eine richtig gute Idee ist, zeigt sich auch darin, dass sie nun für einen Preis der Bundesregierung nominiert ist. Jedes Jahr zeichnet diese nämlich 32 Unternehmen als „Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland“ aus. Bewerben können sich Unternehmen, Selbständige, Gründer und Projekte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft und deren Schnittstellen zu anderen Branchen. Und Lisa Königs Unfold wurde aus 765 Bewerbungen aus ganz Deutschland unter die gut 100 Projekte ausgewählt, die sich den Jurys stellen. Insgesamt geht es bei dem Wettbewerb ohnehin weniger um ein Aussieben, als um den Austausch und das gemeinsame Kennenlernen, heißt es dazu auch von den Initiatoren.

Und wie kam es nun für Lisa König dazu? Vor ein paar Monaten sei man mit der Idee auf sie zugekommen, ob sie nicht daran teilnehmen wolle, berichtet die Homburgerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie habe diesen Preis nämlich vorher auch noch nicht gekannt. Schon die Nominierung dafür sei auf jeden Fall eine tolle Gelegenheit, um mit anderen Firmen ins Gespräch zu kommen.

Es habe auch kein klassisches 0815-Bewerbungsgespräch gegeben, sondern einen Austausch mit anderen Nominierten und der Jury. Diese habe sich viel Zeit genommen, man sei – virtuell – immer wieder in unterschiedliche Räume mit unterschiedlichen Jury-Mitgliedern geschickt worden, daraus hätten sich dann eben auch ganz verschiedene Gespräch ergeben. Sie freut sich daher vor allem über das Feedback, das der anderen Nominierten und eben das der Jury.

Überhaupt zielt der Preis darauf ab, dass die Nominierten ihre Projekte und Ideen im Austausch mit den Experten schärfen. Wer die Jury überzeugt, erhält ein individuell zugeschnittenes, einjähriges Mentoring-Programm, um die unternehmerischen Fähigkeiten zu verbessern. Auch Workshops gehören dazu, sodass die Projekte professionell weiterentwickelt werden können.

Es seien, so berichtet König, ganz unterschiedliche Ansätze dabei: Projekte aus dem kulturellen Bereich, auch aus der Wissenschaft, solche hinter denen schon größere Firmen stecken, aber auch solche, die von kleineren Unternehmen getragen werden. Auf der Internetseite der Kultur- und Kreativpiloten Deutschland kann man sich das anschauen. Hier findet sich etwa eine Gruppe, die im Internet komplett selbst produzierte Hörspiele und Hörbücher veröffentlicht, aber auch ein Nannyservice, bei dem man die richtige Kinderbetreuung finden kann. Es gibt eine Initiative, die sich für Inklusion einsetzt und Teilhabe ermöglichen will. Oder beispielsweise auch ein deutsch-ghanaisches soziales Unternehmen, das Schokolade in Afrika produziert.

Schon vorher hatte man bei dem Wettbewerb online für seine Favoriten abstimmen können, wer hier erfolgreich war, der konnte dann die Vorauswahl überspringen. Offiziell verkündet werden die Gewinner dann am 8. Dezember.

Lisa König wird bis dahin und auch danach noch jede Menge zu tun haben. Das Weihnachtsgeschäft steht an, mit ihrer Firma Unfold will sie die Produktpalette noch etwas erweitern. Es werde drei weitere Farben ihrer Decke geben, dazu noch eine anderer Variante und ein paar Accessoires. Es bleibt also spannend.

www.kultur-kreativpiloten.de/">www.unfold-outdoor.de/

 Lisa König mit ihren beiden Kindern. 
Lisa König mit ihren beiden Kindern.  Foto: Unfold Outdoor