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Nachhaltiger Anbau: Weihnachtsbäume in Homburg sind hoch im Kurs

Auch Nachhaltigkeit spielt eine Rolle : Viele Bäume werden ökologisch angebaut

Immer mehr Käufer von Christbäumen interessieren sich über die Herkunft der Bäume und wie es mit einem nachhaltigen Anbau aussieht.

Seit Ende November gibt es in Homburg, Bexbach und Kirkel an vielen eigenen Verkaufsständen Nordmanntannen als Weihnachtsbäume zu kaufen. Früher gab es Fichten, Edeltannen, Blaufichten und Nordmanntannen, aber schon seit einigen Jahren hat sich die Nordmanntanne ganz klar als Nummer eins durchgesetzt. An vielen Verkaufsständen gibt es nur noch Nordmanntannen.

Gekauft werden die Weihnachtsbäume schon seit Beginn des Monats. „Viele Firmen und Geschäfte wollen mit dem Tannenbaum die Advents- und Weihnachtszeit rechtzeitig einleiten“, so Chantal Schultz, die mit ihren Mitarbeitern schon seit neun Jahren auf einer großen Fläche des Geländes am Homburger Rathaus eine große Anzahl und Auswahl an Nordmanntannen bis zu vier Meter Größe anbietet. Klar, der Verkauf an Weihnachtsbäumen hat in den letzten Tagen stark zugenommen. „Jetzt besorgen sich auch viele Privatleute ihren Baum für zu Hause.“ So auch Melanie Neu aus Kirkel. Sie hat gerade eine 2,35 Meter große Tanne bei Chantal Schultz gekauft. „Ein Weihnachtsbaum gehört in die gute Stube. So bin ich es seit meiner Kindheit gewohnt.“ Geschmückt wird das Grün mit roten und gelben Kugeln, Sternen und elektrisches Licht bei der Familie Neu. Tanja Laarmann aus Limbach hat die gleiche Farbenauswahl für die Kugeln sich ausgesucht. „Hinzu kommen viele gelbe Sterne.“ Ein besonders großer Stern ziert die Baumspitze.

 Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit und dem ökologischen Anbau von Weihnachtsbäumen aus? Auch dies spielt beim Verkauf der Bäume eine nicht unerhebliche Rolle. So beim Forstbetrieb Ruffing. „Wir pflanzen nach ökologischen Gesichtspunkten unsere Bäume an. Für jeden gefällten Tannenbaum wird ein neuer angepflanzt“, informiert Ernesto Wild, Mitarbeiter für den Verkauf der Weihnachtsbäume. Auch beim Betrieb Boesen aus Trier ist die Nachhaltigkeit sehr wichtig. In einer eigenen Baumschule werden die Bäume über Jahre herangezogen für den Weihnachtsbaumverkauf. Boesen hat über 20 Verkaufsstellen im Raum Trier und Eifel, aber auch im Saarpfalz-Kreis in Erbach auf dem Parkplatz am Real und in Bexbach bei Real.

Michael Koch, Mitarbeiter von Boesen in Erbach, und seine Kollegen halten nicht nur Nordmanntannen in verschiedenen Größen bis drei Meter zum Verkauf bereit, sondern auch Tischbäume in einer Höhe von 50 bis 60 Zentimetern. Auch Blaufichten gibt es hier, die inzwischen wie erwähnt sehr selten noch angeboten werden. „Blaufichten und Nordmanntannen gibt es mit Wurzelballen in Töpfen. Wer mag, kann diese Bäumchen in seinen Garten einpflanzen und hat dann in einigen Jahren einen schönen großen Baum, den man zur Weihnachtszeit dann entsprechend schmücken kann.“

Früher waren an den Weihnachtsbäumen ganz andere Schmuckartikel angesagt. Lebkuchen, Äpfel, Früchte und Nüsse schmückten einen der ersten Weihnachtsbäume in Deutschland. Mitglieder der Bäckerschaft aus Freiburg im Breisgau haben 1419 ihre Tanne so verziert. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gab es die ersten geschmückten Christbäume in Straßburg. So richtig heimisch wurde der Brauch des Christbaums aber erst im 18. Jahrhundert. Wohlhabende Bürger in den Städten konnten sich solche Tannenbäume, die zu dieser Zeit in Mitteleuropa noch knapp und dementsprechend teuer waren, leisten.

Im 19. Jahrhundert wurden vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt, um die inzwischen hohe Nachfrage nach den Weihnachtsbäumen zu decken. Der geschmückte Weihnachtsbaum wurde nach und nach zum festlichen Inventar in den bürgerlichen Wohnstuben in der Stadt und auf dem Land. 1832 brachte ein deutscher Harvard-Professor den Weihnachtsbaum mit in die USA, wo er nach und nach viele Anhänger fand. 1882 wurde in den USA der erste Baum mit elektrischem Licht beleuchtet. Die Preise für den Weihnachtsbaum sind im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, informieren die Verkäufer. So kostet eine Nordmanntanne bis zu 2,30 Meter rund 23 Euro. Die Auswahl ist groß. Wer noch am 24. Dezember keinen Baum hat, braucht nicht zu verzweifeln. Die meisten Verkaufsstellen haben am Heiligen Abend am Morgen noch geöffnet. Chantal Schultz rät aber, nicht bis zum letzten Tag zu warten. „Die meisten Käufer haben wir so zehn bis vier Tage vor dem 24. Dezember.“

 Noch gibt es viel Auswahl an Tannen-Weihnachtsbäumen in allen Größen. Bis zum letzten Tag am 24. Dezember sollte man aber nicht warten, obwohl die Händler noch einige Bäume bereit halten. Foto: Markus Hagen
Noch gibt es viel Auswahl an Tannen-Weihnachtsbäumen in allen Größen. Bis zum letzten Tag am 24. Dezember sollte man aber nicht warten, obwohl die Händler noch einige Bäume bereit halten. Foto: Markus Hagen Foto: Markus Hagen
 Chantal Schultz (rechts) und ihre Mitarbeiter verkaufen seit neun Jahren Weihnachtsbäume auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades der Stadt Homburg. Tanja Laarmann (links) aus Limbach gehört schon seit einigen Jahren zur Stammkundschaft.
Chantal Schultz (rechts) und ihre Mitarbeiter verkaufen seit neun Jahren Weihnachtsbäume auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades der Stadt Homburg. Tanja Laarmann (links) aus Limbach gehört schon seit einigen Jahren zur Stammkundschaft. Foto: Hagen
 Gut vernetzt und verpackt nimmt das Ehepaar Schütt aus Homburg seinen Weihnachtsbaum im Auto mit nach Hause.
Gut vernetzt und verpackt nimmt das Ehepaar Schütt aus Homburg seinen Weihnachtsbaum im Auto mit nach Hause. Foto: Hagen

Auf großen Service wird bei den Weihnachtsbaum-Ständen Wert gelegt. So kann auf Wunsch der Kunden der Baum schon entsprechend am Stamm angepasst werden, damit er zu Hause besser in den Ständer passt. Selbstverständlich wird der Baum entsprechend für den Transport in ein Netz verpackt.