1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Nachhaltigkeit: Gründerin aus Homburg arbeitet mit Jugenddorf zusammen

Unfold Outdoor : Decken aus Plastikflaschen: Homburger Unternehmerin arbeitet jetzt mit Jugenddorf zusammen

Lisa König setzt mit ihrem Unternehmen Unfold Outdoor, das Decken aus alten Plastikflaschen herstellt, auf Nachhaltigkeit. Nun kommt noch eine soziale Komponente hinzu, denn sie holt einen ganz besonderen Partner mit ins Boot.

Es könnte für Lisa Königs Unternehmen Unfold Outdoor kaum besser laufen: Aus ihrer Idee, eine vielseitig verwendbare Decke aus gebrauchten PET-Flaschen herzustellen, ist in Top-Geschwindigkeit ein richtiges Unternehmen geworden. Möglich gemacht hatte dies eine Crowdfunding-Kampagne, eine Finanzierungsmöglichkeit für Gründer, die darauf abzielt, dass viele Menschen ein Projekt unterstützen – mit überschaubaren Geldbeiträgen: Gut 33 000 Euro kamen so zusammen, mehr als 400 Vorbestellungen ihrer Decke gab es. Und als die Exemplare ihrer Unfold-Decken dann eintrafen, waren sie tatsächlich ziemlich schnell wieder ausverkauft. Seit dem 1. Mai 2021 gibt es einen Online-Shop, über den die Decken erworben werden können. Mittlerweile haben sie sogar Zuwachs bekommen, etwa durch einen Kissenbezug. Auch bei Händlern sollen die Decken in den Ladengeschäften zu finden sein.

Nun holt sich Lisa König, die aus Homburg stammt, einen lokalen Partner an die Seite. Das Christliche Jugenddorf Homburg (CJD) mit seinem Ausbildungsbereich Lager und Logistik. Das CJD in Schwarzenbach ist mit seinem Berufsbildungswerk für körperlich oder psychisch beeinträchtigte und benachteiligte junge Menschen ein Schwergewicht in Sachen Ausbildung in der Region. Und man legt auch viel Wert auf den Praxisbezug.

Die Zusammenarbeit habe perfekt in die Gesamtstrategie der jungen Homburger Unternehmerin gepasst, heißt es von dort. Und auch Lisa König betont: „Ich bin froh, ein lokales, zuverlässiges und sehr motiviertes Partnerunternehmen gefunden zu haben, mit dem Unfold Outdoor zusammenwachsen kann“.

Dass die Jugendlichen mit ihrem Teamleiter so etwas handhaben können, haben sie bereits bewiesen: Denn sie sorgen schon seit einer Weile dafür, dass die regionalen Waren aus der Biosphäre in den bekannten Regalen ankommen. Auch hier setzt man also auf eine soziale Komponente. Denn die Auszubildenden im Bereich Lager/Logistik und Verkauf des CJD sind verantwortlich für die zentrale Logistik bei der Bestückung der Bliesgau-Regale, von der Bestellungsannahme über die Auslieferung und die Regalpflege bis zur Abrechnung. Sie sind damit also hier zentraler Ansprechpartner für Händler und Gastronome.

Norbert Schoder, Teamleiter im Jugenddorf, freut sich über den neuen Kooperationspartner: „Ich finde es sehr beeindruckend, dass sich die junge Unternehmerin Gedanken darüber macht, wie aus der riesigen Plastikflut doch noch etwas Positives entstehen kann.“ Für die Ausbildung der Jugendlichen sei die Zusammenarbeit mit Unfold sehr wertvoll. „Sie sind am Entstehungsprozess eines nachhaltigen Produktes beteiligt und machen sich damit auch Gedanken über die Themen Umwelt und Müllentsorgung.“ Sie begleiteten über die Lieferung, Einlagerung, Eingangskontrolle, Verpackung und Versand jeden Schritt genauso, wie er auch in der freien Wirtschaft vollzogen werde. „Mit dem Onlineshop und einer digitalen Plattform werden sie auch auf die digitalisierten Arbeitsplätze der Zukunft vorbereitet“, so Schoder.

Und wie kommt man überhaupt darauf, eine vielseitig verwendbare Decke aus Plastikflaschen zu machen? Diese Frage hat Lisa König vermutlich schon ziemlich häufig beantworten dürfen. Letztlich ist ihre große Leidenschaft fürs Reisen mit dafür verantwortlich, dass es heute die Decke und mittlerweile mehr gibt. Dabei ist sie nämlich immer auch sehr minimalistisch unterwegs. Was sie einpackt, soll möglichst vielseitig verwendbar sein. Und da sie aus eigener Erfahrung mit ihren Kindern wusste, wie viele Decken man so mitschleppt, wenn man mit den Kleinen unterwegs ist, wollte sie eine anbieten, die für vieles geeignet ist: zum Zudecken, fürs Picknick und für vieles mehr. Und da es ihr zudem ein Anliegen ist und war, dem weltweiten Müllproblem zu begegnen, entschied sie sich dafür, die Decke aus recyceltem PET herzustellen, das dafür gut geeignet ist. Aus diesem Material können nämlich unterschiedliche Garne hergestellt werden. So hat die Outdoor-Decke eine flauschige und eine wasserdichte, weil beschichtete Seite. Beides funktioniere mit den gleichen Pellets.