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Nadine Weber vom UKS bekam den PJ Lehrpreis der Pitzer-Stiftung

PJ-Lehrpreis : Nadine Weber sorgt für gute Ausbildung

Jedes Jahr wird der mit 4000 Euro dotierte Willy-Pitzer-Preis an engagierte Dozenten verliehen, die sich um die Studierenden im Praktischen Jahr besonders gut kümmern: eine wichtige Aufgabe.

 Ende Dezember wurde im Hörsaal der I-Med am Universitätsklinikum in Homburg (UKS) der PJ-Lehrpreis (PJ steht für „Praktisches Jahr“) an Nadine Weber verliehen, die in der Klinik für Anästhesiologie tätig ist. Dieser Preis wurde 2017 im Rahmen des Zehn-Punkte-Programms zur Verbesserung der Lehre innerhalb des Praktischen Jahres am Unklinikum des Saarlandes durch die PJ-Faculty eingeführt und wird seitdem jährlich verliehen. Gestiftet wurde der Preis in Höhe von 4000 Euro von der Willy-Robert-Pitzer-Stiftung („Willy-Robert-Pitzer-PJ-Lehrleistungs-Auszeichnung“).

 Engagierte Assistenz- und Fachärzte werden jedes Jahr von Studierenden vorgeschlagen, die gerade ihr Praktisches Jahr absolvieren. Das Praktische Jahr in der Medizin findet im letzten Jahr des Medizinstudiums statt. Die Voraussetzung für die Durchführung ist, dass der zweite Abschnitt der ärztlichen Prüfung nach dem zehnten Semester bestanden wurde. Beginn ist jeweils im Mai oder im November. Dabei unterscheidet sich das PJ stark von den vorigen Semestern.

Waren diese vorwiegend von der Theorie geprägt, steht im Praktischen Jahr der Umgang mit dem Patienten im Mittelpunkt der Ausbildung. Alle im Studium erworbenen Kenntnisse werden in der Praxis eingesetzt, man wird in den Stationsalltag eingebunden, wodurch entsprechende ärztliche Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernt werden. Die PJ Studenten nehmen an Visiten und Besprechungen Teil, nehmen Patienten auf, legen Verbände an, nehmen Blut ab, legen venöse Zugänge und führen andere medizinische Tätigkeiten durch.

Das ist für Studierende oftmals nicht ganz einfach, denn nicht alle haben ein Naturtalent im Umgang mit Patienten. Da ist man für professionelle Hilfe dankbar. Und die kommt auch von den Dozenten, sofern sie engagiert sind. Die Studierenden können also gut begründen, warum der jeweilige Kandidat oder die Kandidatin diese Auszeichnung verdient haben. Darüber hinaus müssen die jeweils Auserwählten ein kurzes Lehrkonzept sowie ihren Lebenslauf einreichen und sich Professor Berthold Seitz, dem Fakultätsbeauftragten für das Praktische Jahr am UKS, persönlich vorstellen.

 Nominiert wurden im Jahr 2021 insgesamt sechs Ärzte und Ärztinnen aus der Klinik für Innere Medizin I – Onkologie, Hämatologie, Klin, Immunologie und Rheumatologie (Frau Christine Huss und Herr Dr. Benedikt Balensiefer), der Klinik für Innere Medizin III - Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin (Dr. Dominic Millenaar), der Klinik für Neurologie (João Reinoldo Goi), der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie (Nadine Weber, MHBA) sowie aus der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin (Dr. Julia Zimmermann).

Die eingegangenen Bewerbungsunterlagen wurden von Mitgliedern der PJ-Task Force und der PJ-Faculty nach den Kriterien Innovation, Praxisrelevanz, Durchführbarkeit und Nachhaltigkeit bewertet. Alle sechs normierten Ärztinnen und Ärzte überzeugten nicht nur die Studierenden durch ihr vorbildliches Engagement in der PJ-Lehre am Uniklinikum. Auch die Jury war begeistert von allen sechs Lehrkonzepten. Nadine Weber sammelte jedoch die meisten Punkte beim anonymen Ranking und erhielt somit die Willy-Robert-Pitzer-PJ-Lehrleistungs-Auszeichnung für 2021.

Der PJ Lehrpreis ist nur ein sehr kleiner Teil innerhalb der Willy-Robert-Pitzer-Stiftung, denn diese gehört nach Stiftungsangaben zu den größten in Hessen. Aber der Preis ist dennoch wichtig, denn das Praktische Jahr muss nicht an dem Uniklinikum absolviert werden, an dem man bisher studiert hat. Ist die Betreuung während des Jahres also schlecht, ist es für Medizinstudenten leicht, sich ein anderes Krankenhaus zu suchen, auch im Ausland. Somit trägt gute Betreuung während dieses entscheidenden Jahres maßgeblich dazu bei, ob diejenigen, die man bisher ausgebildet hat, auch bei der Stange bleiben oder womöglich abwandern. 

Fürs Saarland wäre dies ein Verlust, zumal das Land große Anstrengungen unternimmt, um sich das Universitätsklinikum überhaupt leisten zu können. Somit ist dieser Preis auch eine Wertschätzung für alle Dozenten, die sich Mühe geben, den Standort Homburg weiterhin für künftige Ärztinnen und Ärzte attraktiv zu machen.

Willy Pitzer war Architekt und begann in den 1970er Jahren mit dem Aufbau eines Rehaklinik-Konsortiums und leitete dieses auch. Nach seinem Tod vermachte er einen Großteil seines Vermögens der Willy-Robert-Pitzer-Stiftung. Die Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main pflegt einen wissenschaftlichen/medizinischen Förderungsschwerpunkt. Daneben fördert die Stiftung auch Sportler, Musiker und karitative Einrichtungen.

Für sein Engagement für kranke Menschen ist im vergangenen Jahr der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen mit dem Willy-Pitzer-Preis ausgezeichnet worden. Dieser sei mit 50 000 Euro dotiert, teilte die Willy-Robert-Pitzer-Stiftung mit. Hirschhausen erhielt den Preis für sein Engagement in der von ihm gegründeten Stiftung „Humor hilft heilen“. Von der Musiktherapie auf der Frühgeborenenstation bis zu Forschungsprojekten über die Rolle von Humor in der letzten Lebensphase gebe die Hirschhausen-Stiftung Impulse vom Beginn bis zum Ende des menschlichen Lebens.

Die Pitzer-Stiftung verleiht im jährlichen Wechsel den Erika-Pitzer- sowie den Willy-Pitzer-Preis. Vor zwei Jahren wurde die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Brigitte Mohn, ausgezeichnet.

Vorherige Preisträger in Homburg: 2020 Dr. Julia Radosa, Frauenheilkunde; 2019 Dr. Torben Rixecker, Innere Medizin I; 2018: Dr. Anouck Becker, Neurologie; 2017: Dr. Tobias Hüppe, Anästhesiologie.