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Ortsjugendausschuss der IG Metall Saarpfalz mit neuem Leitungsteam

Neue Führung bei Nachwuchsgewerkschaftern : Gewerkschaftsjugend mit neuer Spitze

Bei der Ortsjugendkonferenz der IG Metall Homburg-Saarpfalz in Kirkel spielte das Thema Transformation eine wichtige Rolle.

Die Ortsjugendausschuss (OJA) der IG Metall im Geschäftsbereich Homburg-Saarpfalz hat ein neues Leitungsteam. Einstimmig haben die Delegierten der Ortsjugendkonferenz im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel Julian Berberich, Leonie Hindenberger, Marius Hemmerling und Nico Ketzer mit dieser Führungsaufgabe betraut. Auf eigenen Wunsch nicht mehr im Leitungsteam sind Miriam Pinl und Chantale Sprunck.

Nun wird sich mancher fragen: Was ist eigentlich ein Ortsjugendausschuss der IG Metall? Die Antwort: Er steht im Zuständigkeitsbereich der Geschäftsstelle Homburg für die Einbindung von rund 1400 Mitglieder der Gewerkschaft im Alter unter 27 Jahren, darunter vornehmlich Auszubildende, junge Arbeitnehmer und Studierende. Seitens der IG Metall Homburg-Saarpfalz wird dieses Gremium von Gewerkschaftssekretär Viktor Koslow betreut.

Koslow war es dann auch, der im Bildungszentrum die Moderation der mehrstündigen Veranstaltung übernahm. Die war aufgeteilt in eine nichtöffentliche Workshop-Phase und einen öffentlichen und offiziellen Teil. Da ging es, neben der Präsentation der Workshop-Ergebnisse, auch um den Geschäftsbericht des Ortsjugendausschusses Homburg-Saarpfalz für 2021 sowie um besagte Neuwahlen. Für die Delegierten der Ortsjugendkonferenz stand also einiges auf der Tagesordnung.

Im offiziellen und öffentlichen Teil gehörte nach der Eröffnung durch Viktor Koslow zuerst dem ersten Bevollmächtigen der IG Metall Homburg-Saarpfalz, Ralf Reinstädtler, das Wort. Dieser lenkte nicht unerwartet den Fokus der rund 40 Delegierten des Ortsjugendausschusses auch auf den großen Themenbereich „Transformation“ – also auf den nötigen Wandel im Industrieland Saarland. „Das ist eine Zeit, die sehr spannend ist – um es mal höflich auszudrücken. Wir haben mit einigen Problemen zu kämpfen, von denen wir durchaus nicht wissen, ob das eine gute Wendung nimmt.“ Kümmere man sich aber als Gewerkschaft nicht um diese Probleme, dann werde die gute Wendung wohl ausbleiben, so Reinstädtler grundsätzlich zur aktuellen Lage. In den Betrieben in der Homburger Region sei hier eben das Thema „Transformation“ wichtig. Wie gehe es mit den derzeit noch weltweit nachgefragten Produkten für den Verbrennungsmotor weiter? „Gelingt es uns hier in der Region, neue Produkte anzusiedeln, um Arbeit und Zukunft zu gestalten.“

Diese Frage, so Reinstädtler, gelte es für die zu beantworten, die heute in den Betrieben arbeiteten, aber auch für die zukünftig Beschäftigten. „Ist Industriearbeit hier in der Region noch möglich auf einem Level, wie wir es bisher gewohnt waren?“ Deswegen, so der Gewerkschafter, sei es wichtig, nicht nur zuzuschauen und darauf zu vertrauen, dass alles von allein in die richtige Richtung gehe. Vielmehr müsse man sich einmischen, Dinge hinterfragen „und natürlich, das ist ganz wichtig, immer auch das bessere Argument entwickeln. Damit wir uns entsprechend durchsetzen können“.

Die Fragen, die Ralf Reinstädtler so aufwarf, werden den Nachwuchs der Beschäftigen in der Industrie auf ihrem Weg in den kommenden Jahren begleiten. Und dass man sich hier schon Gedanken macht, das bewiesen die Ergebnisse der Workshops. Die standen im Mittelpunkt, nachdem zuvor Viktor Koslow einige Highlights des OJA-Geschäftsberichts für das Jahr 2021 vorgestellt hatte. Bei den besagten Workshop-Ergebnissen ging es zuerst um das Thema der persönlichen Weiterbildung. Hier war es allerdings kein OJA-Mitglied, das zur Präsentation ausholte. Vielmehr stellte Lee Hirschel, Bildungsreferent des Bildungszentrums der Arbeitskammer, die Ergebnisse vor. Er machte deutlich, dass das Thema Weiterbildung im Bereich der Transformation ein sehr wichtiges sei. Er bemängelte aber, dass genau dieser Bildungsbereich von und in den Betrieben nicht richtig kommuniziert werde. Hier sei eine entsprechende Orientierung für die Beschäftigten aber nötig.

„Ich finde es erschreckend, dass die Betriebe keinen Schritt weiter sind als zu den Zeiten, als ich selbst noch im Ortsjugendausschuss war.“ Nötig sei, dass man Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter dem Vorzeichen der Transformation, also des Strukturwandels, vermittele, was an Weiterbildung für die berufliche Zukunft nötig sei. Nur so sei es möglich, entsprechende Perspektiven zu erarbeiten. Das sei eine große Aufgabe für die IG Metall, die Betriebsräte und den Ortsjugendausschuss. Die zwei weiteren Themen aus dem Workshop-Bereich waren die Tarifbewegung im kommenden Jahr und die Ortsjugendkonferenz 2022 mit den dort zu behandelnden Themen.

In Sachen Tarifrunde 2021 wurde deutlich, dass Lohnerhöhungen in Höhe von fünf Prozent, eine feste Ausbilder-Quote, eine garantierte Übernahme durch die Ausbildungsbetriebe, die Digitalisierung von Berufsschulen, die Vier-Tage-Woche bei gleicher Bezahlung und die Gewinnbeteiligung von Azubis den Gewerkschaftsnachwuchs umtreiben. An all diesen Themen werde man arbeiten. Hier war sich Gewerkschaftssekretär Viktor Koslow sicher, dass man einige dieser Punkte im OJA weiter konkretisieren werde. „Und wenn es in der Tarifrunde darauf ankommt, werden wir unsere Zeichen setzen. Das haben wir bisher immer gut hingekriegt. Und das werden wir auch in der Zukunft gut hinkriegen. Und ich bin mir sicher, dass das eine oder andere für uns ‚rumkommt.“

 Die Wahl des neuen Leitungsteams des OJA erfolgte offen und einstimmig.
Die Wahl des neuen Leitungsteams des OJA erfolgte offen und einstimmig. Foto: Thorsten Wolf

Dann stand die besagte Neuwahl des Leitungsteams des OJA auf der Tagesordnung. Dem Vorschlag, Julian Berberich, Leonie Hindenberger, Marius Hemmerling und Nico Ketzer diese Aufgabe zu übertragen, folgten die Konferenzteilnehmer in einer offenen Abstimmung einstimmig.