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Saarländische Erstklässler dürfen nur 25 Kinder pro Klasse sein

Klassenteiler auch im Saarpfalz-Kreis bei 25 : Man braucht Räume für die Erstklässler

Im kommenden Schuljahr dürfen nur 25 Erstklässler in einen Saal, hat Bildungsministerin Streichert-Clivot angeordnet. Wir fragten nach, ob das in Homburg, Bexbach und Kirkel klappt.

Erst einmal sind jetzt Ferien. Aber nur die Kinder glauben, dass die nun folgenden Sommerwochen endlos sind. Beim Lehrpersonal und im Bildungsministerium denkt man an den 30. August, wenn die Schule wieder anfängt, und das Bangen und Hoffen auf ein halbwegs normales Schuljahr weitergeht. Saar-Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) hat verfügt, dass bei der Einschulung der Erstklässler nur 25 Kinder in einem Klassensaal unterrichtet werden dürfen. Eigentlich ist die Größe einer Grundschulklasse auf höchstens 29 Kinder festgelegt. Die durchschnittliche Größe der künftigen ersten Klassen im Saarland liege bei rund 20 Kindern, teilt das Bildungsministerium mit.

Aber das ist natürlich nur ein Durchschnittswert und sieht, je nach Standort, in Wirklichkeit ganz anders aus. Zum Beispiel in Bexbach Mitte. Bürgermeister Christian Prech (CDU) hat schon entsprechende Schritte eingeleitet, da er sicher ist, dass in der Bexbacher Goethe-Grundschule mehr als 25 Kinder pro Klasse zusammenkommen werden.

In Frankenholz und Oberbexbach, wo auch eine weitere erste Klasse hinzukommen wird,  sei dies kein Platzproblem, „aber im Stadtteil Mitte schon“. Denn es gab viel Zuzug von Migrantenfamilien, so dass schon im Vorfeld klar war, dass man mehr Räume brauchen würde. Die Grundschule in Bexbach-Mitte ist dreizügig mit insgesamt zwölf Klassen, nun gibt es eine 13. Klasse dazu. Nach umfangreicher Suche sind jetzt Räume gefunden worden – in der ehemaligen Schillerschule, die zwischendurch als Sozialstation diente, jetzt aber leer steht, weil dort ein Jugendzentrum unterkommen soll.

„Wir haben von der Unteren Bauaufsicht die Genehmigung, für ein Jahr dort zwei Klassenräume einzurichten“, so Prech in der Stadtratssitzung, „wir brauchen noch Mobiliar und Ausstattung, Tafel, Whiteboard, alles, was dazu gehört, das wird alles zum Schulbeginn da sein“.

Obwohl diese Klassenräume nur 50 Meter vom Goetheschulhaus entfernt sind und Lehrerinnen die Kinder in die Räume begleiten, war der Ärger der Eltern darüber sehr groß. Vor allem, dass sie die Neuigkeit durch die Kinder erfahren mussten und es die Viertklässler trifft, die umziehen müssen und „die sich auf den Übertritt auf eine weiterführende Schule vorbereiten müssen“, so ein Vater. Dieser Umzug verunsichere die Kinder noch zusätzlich. Auch eine Mutter war ärgerlich, weil sie das Gefühl habe, „dass die Eltern immer die Letzten sind, die irgendwas erfahren“.

Streichert-Clivot verteidigt ihre Entscheidung: „Indem wir die Größe der ersten Klassen auf 25 Kinder begrenzen, erleichtern wir unseren Schulanfängern den Einstieg in die Grundschule. Wir hatten harte Einschränkungen im Schul- und Kitabetrieb, das hat die Vorbereitung des Übergangs von der Kita an die Grundschule erschwert. Wir wissen, dass bei den laufenden Schul­eingangsuntersuchungen vermehrt Förderbedarf festgestellt wird.“ Die Grundschulen, an denen zusätzliche Klassen gebildet werden, wurden vergangene Woche darüber informiert, so die Ministerin.

Die Eingangsklassen der weiterführenden Schulen erhalten bei einer Klassengröße ab 26 Schülern ein zusätzliches Lehrerbudget, das sie gezielt zur Entlastung einsetzen können, so Clivot weiter. Für das kommende Schuljahr gebe es darüber hinaus für alle Schulen zusätzliche Ressourcen über das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“.

In Homburg, so teilte Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff mit, wird es mit der Neuregelung bei den 25 Erstklässlern keine Probleme geben: „Wir werden für das kommenden Schuljahr 2021/2022 aufgrund des neuen Klassenteilers keine neuen Lösungen finden müssen, die zu Auslagerungen führen oder den Einsatz von Containern notwendig machen“, so Kruthoff.

Für das nächste Schuljahr komme die Stadt Homburg als Schulträgerin an den Standorten für die Grundschulen zurecht. Wie es für das darauffolgende Schuljahr wird, sofern es bei dem Klassenteiler bleibt, soll möglichst Ende 2021 geklärt werden, „damit wir uns im Fall des Falles rechtzeitig kümmern können“. Da das Schulamt ohnehin bereits jährlich eine Bedarfsermittlung anhand der Prognosezahlen durchführe, werde es erkennen können, wo es zu Raum-Problemen kommen könne. Die Beauftragung von Schulraum-Containern für die Grundschulen Luitpold und Bruchhof seien schon längerfristig geplant und haben mit Veränderungen durch den neuen Klassenteiler auf 25 Kinder nichts zu tun, so Kruthoff abschließend. Auf Nachfrage bestätigten sowohl die Grundschule Kirkel-Neuhäusel als auch die Grundschule Limbach, dass die Vorgabe des saarländischen Kultusministeriums zur maximalen Klassengröße von 25 Kindern erfüllt werden könne. In beiden Grundschulen entstünden dadurch keine Raumprobleme.

An der Grundschule Kirkel-Neuhäusel bestünden die Klassen der 160 Schüler derzeit aus 20 Kindern je Klasse. Auch an der Grundschule Limbach mit ihren 220 Schülern bilden derzeit 20 Kinder eine Klasse. Also liegt man in Kirkel unter dem Schnitt von 25 und wird wohl auch im kommenden Schuljahr unter 25 bleiben, so dass sich ein Raumnot-Problem in der Gemeinde gar nicht erst stellen wird.