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Schulbuchausleihe im Saarpfalz-Kreis : Bücherpakete noch keine I-Pads

Schulbuchausleihe im Saarpfalz-Kreis : Am Ende der Ferien gibt’s die Bücherpakete

Mehr als 90 Prozent aller Schüler im Saarpfalz-Kreis nehmen an der Schulbuchausleihe teil. Wie kommt man nun an seine Buchpakete und wie steht es um den Umstieg auf eine digitale Lösung auf dem I-Pad?

Wenn die Bücher fürs nächste Schuljahr ankommen, dann reagieren die meisten Schüler mit einer Mischung aus Neugier und eher mäßiger Begeisterung. Zumal dann, wenn man die Pakete bereits in den Sommerferien abholt. Trotzdem wird derzeit schon daran gearbeitet, dass jeder auch die Bücher bekommt, die er braucht.

Die Mehrheit der Eltern im Saarpfalz-Kreis setzt dabei auf die Schulbuchausleihe und nicht darauf, mit einer Liste in der Hand in eine Buchhandlungen zu laufen, um die richtigen Mathe-, Deutsch- oder Französischbücher zu besorgen. Das Herumrennen kommt dann meist später, wenn es um die richtigen Hefte geht: liniert, kariert, mit Rand oder ohne, mit Kästchengröße x oder y – auch das ist eine Wissenschaft für sich.

Doch was die Bücher angeht, nehmen im Schuljahr 2021/22 rund 6700 Schüler und somit 93 Prozent aller an der Schulbuchausleihe teil, teilte die Kreisverwaltung auf Anfrage mit. Das werde sich bis zum Herbst noch erhöhen, da an den Berufsbildungszentren noch die Anmeldungen laufen.

Und wer zahlt? „Die Bücherkosten werden durch die Leihentgelte der Eltern refinanziert, sodass dem Saarpfalz-Kreis hierbei keine Kosten entstehen“, so die Info.

Es steckt jede Menge organisatorischer Aufwand dahinter, um die Bücherpakete fürs nächste Schuljahr richtig zusammenzustellen. Daran arbeitet man gerade, reserviert seien fürs Packen die ersten drei Wochen der Sommerferien. Gestemmt wird das von den Schulbuchkoordinatorinnen zusammen mit den Helferteams an den Schulen. Insgesamt seien damit 18 externe Helfer sowie vier Auszubildende des Saarpfalz-Kreises beschäftigt.

Das vergangene Schuljahr war geprägt von einem langen Lockdown. Nicht überall wurde der komplette Stoff so behandelt, wie es eigentlich vorgesehen war. Gibt es also diesmal Änderungen beim Inhalt der Pakete, zumal ja im nächsten Schuljahr wohl auch Dinge aus dem Lehrplan gestrichen werden sollen? Es sieht nicht flächendeckend danach aus. „In den Bücherpaketen sind die Bücher enthalten, die von den jeweiligen Fachkonferenzen analog des Lehrplans im Januar festgelegt und auf die Schulbuchliste gesetzt worden sind. Dabei kann es sich auch um neu eingeführte Bücher handeln“, teilt der Kreis mit.

Auch Bücher aus der Klassenstufe davor kommen nicht nochmals zum Einsatz, damit wiederholt werden kann. „Die meisten Bücher aus dem Vorjahr mussten zum Schuljahresende zurückgegeben werden, um nach dem Prinzip der Leihe an die nachfolgenden Klassenstufen ausgeliehen werden zu können.“

Allerdings würden in mehreren Fächern auch Bücher benutzt, wie beispielsweise bei den Fremdsprachen und Gesellschaftswissenschaften, „die generell über mehrere Jahre bei den Schüler verbleiben. Diese mussten nicht zurückgegeben werden.“  Das bedeutet aber auch: Es muss im Zweifel kopiert werden. „Die fehlenden Lerninhalte können nach einem Vorschlag des Ministeriums für Bildung und Kultur aus dem letzten Jahr auch ohne Bücher mittels Kopien oder Arbeitsblätter der Lehrkräfte nachgearbeitet werden“, macht der Kreis deutlich. Außerdem könne auf Bücher aus der Präsenzbibliothek der Schulen zurückgegriffen werden. Die entsprechenden Arbeitshefte dürften Schüler sowieso behalten.

Die neuen Bücherpakete können im Saarpfalz-Kreis übrigens in der letzten Woche der Sommerferien an den Schulen abgeholt werden. Die genauen Termine jeder Schule seien bereits in einem Elternbrief mitgeteilt worden (siehe Infobox). Wer sein Bücherpaket in den Ferien nicht abholen kann, erhalte es in der ersten Schulwoche in der Schule.

Irgendwann soll das Papierbuch der Vergangenheit angehören, so ist zumindest der Plan. Wie sieht es da also aus?

 Zwei Schüler lernen mit Tablet-Computern. 
Zwei Schüler lernen mit Tablet-Computern.  Foto: picture alliance / dpa/Julian Stratenschulte

Die Planung der Einführung einer digitalen Schulbuchausleihe beziehungsweise der „Landesweiten Medien- und Schulbuchausleihe Saar 2.0“, kurz LSMS 2.0 genannt, laufe gerade in enger Abstimmung zwischen dem Landkreistag und dem Kultusministerium. Die Details und die genaue Zeitschiene würden noch geklärt. Das Ministerium will, dass bis zum Schuljahr 2022/23 fast alle saarländischen Schüler und Lehrer mit Tablets oder Laptops ausgestattet sind. Nach den Sommerferien soll der „Rollout“ starten, hatte es da geheißen (wir berichteten). Laut Ministerium werden zunächst 8300 Schüler der sechsten Klassen, an Gemeinschaftsschulen wie Gymnasien, Tablets oder Laptops erhalten, dazu aufgespielte digitale, aber auch analoge Medien, sprich: gedruckte Unterlagen und Lerninhalte. In den Herbstferien werden alle Lehrer mit leihweisen Endgeräten ausgestattet. Ab Dezember 2021 sollen dann die weiteren Jahrgänge Tablets und Laptops erhalten.