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TV homburg aus Handball-Oberliga verpflichtet Steffen Ecker als Trainer

Handball-Oberliga : „Glücksgriff“ ist bereit für neue Abenteuer

Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern. Steffen Ecker wird ab dem 1. Januar Trainer beim Handball-Oberligisten TV Homburg. Der 44-Jährige trug einst selbst das Trikot der Saarpfälzer. Spätestens nächste Saison will er den TVH in die 3. Liga führen.

Nach der Silvesternacht heißt der Trainer des Handball-Oberligisten TV Homburg Steffen Ecker. Er löst am 1. Januar Jonas Guther und Marvin Mebus ab, die seit dem Abgang von Trainer Mirko Schwarz kurz vor Saisonbeginn übergangsweise als Spielertrainer-Duo fungieren. Eckers Vertrag gilt bis Juni 2024. Bis dahin will er mit dem TVH eine Liga höher spielen. „Mein Ziel ist, spätestens nach der Saison 2022/2023 aufzusteigen“, erklärt der 44-Jährige.

Ecker ist in Homburg kein Unbekannter. Zwischen 2007 und 2011 trug er das TVH-Trikot in der Oberliga, später war er Jugendtrainer. Selbst erlernte er das Handballspielen beim TuS Höchen.

Für den TuS Landstuhl spielte Ecker zwischen 1995 und 2001 in der Regionalliga, damals die zweithöchste deutsche Spielklasse. Auch für die SG Waldfischbach lief er anschließend in der Regionalliga auf. Vor seiner Station beim TV Homburg spielte er von 2003 bis 2007 beim damaligen Oberligisten TuS Kaiserslautern-Dansenberg. Und zum TuS, der heute in der 3. Liga spielt, kehrte Ecker 2019 auch als Trainer zurück. Er machte in dieser Zeit seine Trainer-A-Lizenz – und stand bis Mai 2021 an der Seitenlinie. Da verpasste er mit seiner Mannschaft nach der 20:22-Niederlage bei der HSG Hanau den Sprung ins Viertelfinale der Aufstiegsrunde zur 2. Liga. Im August wurde er daraufhin beurlaubt.

Einen neuen Verein konnte er sich aber nicht suchen. Die Einigung mit seinem ehemaligen Club mit entsprechendem Abfindungsvertrag sah unter anderem eine Wechselsperre bis zum 31. Dezember vor. „Direkt in das nächste Abenteuer springen, wollte ich aber sowieso nicht“, berichtet Ecker, dem mehrere Angebote vorlagen. Unter anderem das von seinem neuen alten Verein TV Homburg.

„Da waren auch noch ein paar Sachen aus der 3. Liga dabei, was aber mit erheblichem Fahraufwand verbunden gewesen wäre“, sagt der 44-Jährige, der in Bexbach wohnt. „Ich bin daher am Ende zu dem Schluss gekommen, dass viele Argumente für Homburg sprechen, sodass wir uns schnell einig geworden sind. Für mich persönlich ist die Situation ideal, weil es fast direkt vor der Haustür ist. Fahrtechnisch bin ich in einer Situation, wie ich sie als Trainer noch gar nicht kannte. Und aus sportlicher Sicht ist das natürlich sehr interessant. Weil Homburg einer der wenigen Vereine im Saarland ist, der über die finanziellen Ressourcen verfügt, mittelfristig in höheren Ligen etwas zu bewegen.“

Handball-Abteilungsleiter Jörg Ecker, der mit dem neuen Trainer den Nachnamen teilt, ohne dass sie ein Verwandtschaftsverhältnis verbindet, sagt: „Wir haben nicht nur den Namen gemeinsam, wir sind auch bei vielem, was Handball anbelangt, einer Meinung. In das, was wir vorhaben, passt Steffen hervorragend rein. Er war unser Wunschtrainer“. Und Jörg Ecker ergänzt: „Steffen ist ehrgeizig, geht mit viel Akribie an die Sache heran. Er legt unwahrscheinlich viel Wert auf Videostudium. Und seine Trainingsinhalte sind alle richtig gut. Er bildet sich regelmäßig fort und hat durch die Jahre in der 3. Liga viel gelernt. Wir sind mega stolz, dass er zugesagt hat. Für uns ist das ein absoluter Glücksgriff.“

Dass der so hoch Gelobte der heißeste Kandidat auf den Trainerposten bei den Saarpfälzern war, war ohnehin ein offenes Geheimnis. Seit Wochen war Ecker Tribünengast bei den Spielen seiner neuen Mannschaft. So sah er auch die 27:35-Niederlage des TVH beim TuS Daun am Samstag. „Das Harzverbot war ein Faktor, alleine darauf würde ich die Niederlage aber nicht zurückführen. In der Abwehr wurden Fehler gemacht, die nichts mit Harz zu tun haben“, analysiert er.

Durch seine beiden Saisonniederlagen hat der Tabellendritte Homburg vier Verlustpunkte auf dem Konto, Spitzenreiter VTV Mundenheim noch keinen. Um im neuen Jahr zum Angriff auf die Spitze blasen zu können, haben Jörg und Steffen Ecker die Verpflichtung eines Rückraumspielers im Auge. Zudem will Steffen Ecker die Trainingsintensität erhöhen. Statt vier Einheiten an drei Abenden, soll es künftig fünf Einheiten geben. An zwei Abenden soll „doppelt trainiert“ werden: einmal im Athletik-Bereich, anschließend steht die Spieltaktik auf dem Programm.

An diesem Samstag ab 18.30 Uhr wird sich Ecker das Heimspiel gegen die Handballfreunde Illtal ein letztes Mal von der Tribüne aus anschauen. Und womöglich wird er dabei gemischte Gefühle haben. Denn bei den „Zebras“ verbrachte er nicht nur sein letztes Jahr als Aktiver. 2012 wurde er dort auch Trainer, rettete die HFI im ersten Jahr vor dem Abstieg und führte sie bis zu seinem Wechsel nach Kaiserslautern im Jahr 2019 an die Spitze der Oberliga.

Seine Zeit im Illtal kommt Ecker jetzt auch in Homburg zugute. Denn die Noch-Spielertrainer des TVH, Mebus und Guther, trainierte er bei den HFI über Jahre. „Ich habe die vergangenen Wochen genutzt, um Gespräche zu führen, die Spieler kennenzulernen. Die Arbeit, die Marvin und Jonas machen, ähnelt dem, wie ich es handhabe. Ich denke, das wird ein recht reibungsloser Einstieg“, bestätigt Ecker, der am Sonntag, 9. Januar, einen kuriosen Einstand als TVH-Trainer feiern wird. Laut aktuellem Spielplan tritt seine Mannschaft zuerst um 11 Uhr in der Oberliga beim TV Nieder-Olm an. Und um 16.30 Uhr empfängt Homburg im Viertelfinale des Saarlandpokals den Saarlandligisten HSG Saarbrücken.