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Uniklinikum Homburg belastet: Zahl der Corona-Patienten verdoppelt

Corona-Lage im Saarpfalz-Kreis angespannt : Uniklinikum erheblich belastet: Zahl der Covid19-Patienten hat sich seit Ende November verdoppelt

Mittlerweile werden hier 36 Corona-Patienten stationär behandelt, die Intensivstation sei hoch ausgelastet. Die Behandlung von Notfällen ist am UKS nach Angaben der Klinikleitung im Moment aber weiterhin möglich.

Die Coronalage im Saarpfalz-Kreis bleibt angespannt. Es gebe weiterhin Cluster vornehmlich in Familien, in Schulklassen und Kindergärten, aber auch einige im beruflichen Umfeld, teilte die Kreisverwaltung auf Anfrage mit. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen betrachtet auf sieben Tage und 100 000 Einwohner stieg im Vergleich zum Vortag. Eine Inzidenz von 424,3 meldete das Robert-Koch-Institut am Donnerstagmorgen, Anfang der vergangenen Woche lag man bei 470,9, am Mittwoch bei 378,4. Am Mittwochnachmittag hatte das Gesundheitsamt kreisweit 107 Neuinfektionen gemeldet, am Dienstag 106.

Beachten muss man: Aufgrund der hohen Dynamik der Fallzahlen hat das Gesundheitsamt die Kontaktnachverfolgung nach positiven Coronafällen fast eingestellt, beschränkt sich nur noch auf bestimmte Gruppen, etwa in Kitas, Schulen, Pflegeheimen.

Und wie sieht es mit den Virusvarianten aus? Es sei davon auszugehen, dass die Delta-Variante jetzt den Wildtyp repräsentiere. Noch seien keine Omikron-Fälle im Saarpfalz-Kreis bekannt geworden. Positive Proben würden immer dann auf diese Variante untersucht, wenn eine entsprechende Reiseanamnese vorliegt. Aktuell seien Reiserückkehrer aus Südafrika in Quarantäne, „aber es sind noch keine Infektionen festgestellt worden“, berichtet die Verwaltung.

Ende November hatten südafrikanische Wissenschaftler diese Variante erstmals in Proben dokumentiert, mittlerweile wurde sie aber auch in anderen Ländern weltweit nachgewiesen. Die Weltgesundheitsorganisation stuft sie als „besorgniserregend“ ein. Es wird vermutet, dass sich das Virus noch besser verbreitet als die Delta-Variante.

Uniklinikum im Saarland: Anzahl der Covid-Patienten stark gestiegen

Schwierig ist die Lage derzeit in den Kliniken: Hier ist die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten saarlandweit deutlich gestiegen. Viele Häuser kommen an ihre Grenzen. Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsrate stieg laut RKI am Donnerstag landesweit auf 6,5. Zum Vergleich: Anfang Dezember lag dieser Wert noch bei 5,89, Anfang November noch unter 2. Der Index beschreibt die Zahl der Menschen, die binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion in einem Krankenhaus ausgenommen wurden – bezogen auf 100 000 Einwohner.

Auch das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg sieht sich erheblich belastet, macht die Ärztliche Direktorin, Professor Jennifer Diedler, deutlich.

Hier werden (Stand 8. Dezember) „36 Covid-19-Patientinnen und -Patienten stationär behandelt, davon zwölf auf der Intensivstation, darunter neun beatmet“, teilt sie weiter mit. Ende November waren es noch 18 Personen, die mit einer Covid-Erkrankung im Uniklinikum stationär behandelt wurden.

Die Intensivauslastung am UKS sei derzeit wie in allen deutschen Krankenhäusern sehr hoch. „Grund hierfür ist die reduzierte Gesamtkapazität.“ Einerseits fehle Personal, andererseits gebe es „ein erhöhtes Patientenaufkommen“. Die Personalsituation sei grundlegend sehr angespannt, „dies wird durch einen unter anderem jahreszeitlich und Pandemie bedingt hohen Krankenstand weiter verschärft“. Neben den gestiegenen Covid-19 Fällen müssten weiterhin Notfälle sowie auch mehr Nicht-Corona-Patienten versorgt werden, was auch daran liege, dass Eingriffe im Vorjahr aufgeschoben werden mussten.

Um die Patienten-Versorgung sicherzustellen, werde im Rahmen „unseres Stufenkonzeptes beispielsweise Personal verschoben, um in Bereichen mit hohem Patientenaufkommen die Versorgung zu ermöglichen“. Die Behandlung von Notfällen sei am UKS somit im Moment weiterhin möglich. Auch dringliche Eingriffe könne man leisten. Allerdings müsse man planbare OPs zeitweise verschieben. Dies sei für Patienten oftmals eine emotionale und auch körperliche Belastung, so Diedler.

Natürlich gelten bestimmte Kriterien. Auch wenn verschiebbare Eingriffe nicht zeitkritisch sind, müsse deren Aufschub medizinisch vertretbar sein. Es müsse jedoch bedacht werden, dass diese Patienten in Phasen mit hohen Infektionszahlen in den Kliniken auch selbst ein höheres Infektionsrisiko haben, erläutert das UKS. Bei einer Infektion könnte auch ein milder Verlauf die Heilung verzögern oder gar behindern. Ein Verschieben solcher Eingriffe sei demnach auch immer im Sinne der Patienten, um sie vor unnötigen Infektionen zu schützen.

Notfälle und dringliche Eingriffe, die einen Aufschub nicht tolerieren, wie Schlaganfall oder auch Tumoroperationen bildeten selbstverständlich eine Ausnahme.