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Unterwegs mit Esra Limbacher, SPD-Bundestagskandidat im Wahlkreis 299

Bundestagskandidat Limbacher stellt sich vor : Mit roten Rosen auf dem Weg nach Berlin

Esra Limbacher (SPD) kämpft im Wahlkreis 299 erneut um ein Ticket nach Berlin. Diesmal will er aber als Sieger vom Platz gehen.

Esra Limbacher gibt heute den Rosenkavalier, aber nicht einen, der auf dem weißen Pferd angeritten kommt, sondern auf dem Lastenrad, das im SPD-Wahlkampflook am Stand auf dem Christian-Weber-Platz steht. Neben den roten Blumen, die er überreicht, gibt’s hier aber auch die Klassiker der Wahlkampfmitgebsel: Feuerzeuge, Kulis und natürlich das Programm.

Es ist jede Menge los, man kennt ihn. „Ist das nicht der Limbacher?“, fragt eine Frau ihre Begleitung. „Ist er, genau, der vom Plakat“, kontert die Begleitung.

Esra Limbacher, 32, will’s nochmal wissen, tritt erneut als Direktkandidat der Sozialdemokraten für den Wahlkreis Homburg (299) an, der ja viel größer und unterschiedlicher geprägt ist als der Name vermuten lässt. Er umfasst  neben dem Saarpfalz-Kreis, auch die Stadt Neunkirchen, die Gemeinde Spiesen-Elversberg, dazu Friedrichsthal, Sulzbach und Quierschied.

 Im Moment sind Limbachers  Chancen gut, glaubt man den Vorhersagen der diversen Portale und Institute. „Ich nehme eine sehr starke Unterstützung wahr“, betont er. „Viele wollen nicht mehr ein ,Weiter so’. “

Ist dieser Wahlkampf denn nicht eine Art Dejà-Vu? Schließlich ist sein Hauptgegner erneut Markus Uhl von der CDU gegen den er 2017 in einer langen spannenden Wahlnacht verloren hat.

Die Motivation ist auch diesmal hoch, sagt Limbacher, „Ich will etwas bewegen.“ Und natürlich möchte er am 26. September als Sieger vom Platz gehen. Die Rahmenbedingungen sind sowieso andere: Limbacher sitzt im saarländischen Landtag, rückte   erst kürzlich für den ausgeschiedenen Stefan Pauluhn nach. „Als ich mich entschieden habe, für den Bundestag zu kandidieren“, sei der Sitz im Landtag noch nicht abzusehen gewesen, gesteht er. Doch nun ist sein Ziel  Berlin, um dort  für die Region etwas zu bewegen und zu reißen. Dafür kämpft er, steht mehrmals pro Woche am Stand, macht Hausbesuche, fährt mit dem SPD-Rad herum. Die Menschen begegneten ihm offen und besprechen mit ihm viele Dinge, die sie auf dem Herzen haben.

„Ich komme aus der Kommunalpolitik“, es brauche für die Städten und Gemeinden mehr Möglichkeiten, um in die Infrastruktur zu investieren, spricht Limbacher eines der Themen an, das er in der Bundeshauptstadt platzieren will.

Zentral für ihn sind Arbeitsplätze. Die müsse man  in der Region halten und erhalten. Die Industrie sieht er  in der  entscheidenden Rolle als Jobmotor. Insbesondere die Automobilbranche mit ihren Zuliefererbetrieben garantiere mehr als 40 000 Arbeitsplätze im Saarland.  Und dies betreffe auch die ganze Region, von Homburg über St. Ingbert bis Neunkirchen. Einen Kahlschlag bei den „alten“ Industrien dürfe es nicht geben. „Das wäre  katastrophal“, macht er deutlich. Es brauche aber eine Weiterentwicklung. „Viele begreifen die Industrie als etwas von vorgestern, dabei hat sie aber maßgeblich dazu beigetragen, dass die Region sich ihren Wohlstand erarbeiten konnte“, betont er.

Natürlich müsse man dem Klimawandel begegnen, aber eben nicht gegen, sondern mit der Industrie. Diese müsse zu einer Quelle für mehr Nachhaltigkeit werden.

Die Sozialdemokraten wollen natürlich auch die Verkehrswende vorantreiben – mit klimafreundlichen Antriebstechnologien – aber auch mit guten Alternativen zum Auto. Und auch die Digitalisierung, der Zugang zu schnellem Internet, ist ein Thema.

 Limbacher hat heute Unterstützung mitgebracht, unter anderem Frank John, Kirkels Bürgermeister, ein echtes politisches Vorbild für ihn, gerade dessen bürgernahe Art.

Die Rosen wirken und Limbachers Präsenz auch, es kommen immer wieder Leute an den Stand. Eine Frau verrät ihm, dass sie morgen 94 Jahre alt wird, „da bekommen sie noch eine zweite für ihren Geburtstag“, lächelt Limbacher. Ein Frauentrio freut sich ebenfalls über den Blumengruß: „Wir haben doch schon gewählt“, rufen sie ihm zu. Das ist ohnehin ein verbreitetes Phänomen: Viele haben ihre Entscheidung schon vor dem Wahltag am 26. September per Briefwahl getroffen, ein kleines Gespräch halten sie dennoch gerne mit dem Kandidaten.  Der sieht sich tief in der Region verwurzelt, will auch im Fall eines Wahlsieges nicht umziehen, sondern pendeln. Doch jetzt gilt seine Konzentration dem Endspurt. Am Wahltag selbst werde er vormittags in die Kirche gehen, den Rest des Tages mit seiner Lebensgefährtin und der Familie verbringen. „Die haben mich in den letzten Wochen nicht allzu oft  gesehen.“ Eine kleine Atempause vor dem Abend der Entscheidung.