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Saarland: CDU-Lokalpolitiker sorgt mit Laschet-Kritik für WIrbel

Klare Worte gegen den Kanzlerkandidaten : CDU-Lokalpolitiker aus dem Saarland sorgt mit Laschet-Kritik für Wirbel: „Wir sind jetzt im Abgrund angelangt“

In einem Interview mit dem „Spiegel“ bekennt Carsten Baus sich öffentlich dazu, Armin Laschet nicht zu unterstützen. Sogar die Wahlplakate des CDU-Kanzlerkandidaten hat er bisher nicht aufgehängt. Jetzt spricht der CDU-Ortsverbandsvorsitzende von Limbach-Altstadt in der SZ Klartext – auch wenn er mit weiteren „wenig freundlichen“ Anrufen von Parteikollegen rechnet ...

Im Gespräch mit der SZ stellt Carsten Baus klar: „Es geht mir überhaupt nicht um Herrn Laschet, aber es ist mit einfach unbegreiflich, was sich im Vorfeld dieser Bundestagswahl in der CDU abgespielt hat. Es werden innerparteiliche Stäbe zu Rate gezogen, man beschäftigt Berater, es ist alles eine gigantische Inszenierung – und heraus kommt nichts!“ Die CDU stecke komplett in einem Schwarzen Loch.

 Carsten Baus, der CDU Ortsverbandsvorsitzende von Limbach-Altstadt, erzählt in der SZ von seinem Frust über die Partei
Carsten Baus, der CDU Ortsverbandsvorsitzende von Limbach-Altstadt, erzählt in der SZ von seinem Frust über die Partei Foto: Carsten Baus

Unfreundlicher Anruf von „hochrangigem Parteimitglied“

Nach dem Interview mit dem „Spiegel“ sei er von einem „hochrangigen Parteimitglied“ angerufen worden, das Gespräch sei „sehr wenig freundlich“ gewesen. Baus erwarte noch mehr Anrufe. „Mir ist schon klar, dass ich massiv Ärger bekommen werde“, sagt der CDU-Ortsverbandsvorsitzende von Limbach-Altstadt. Er habe von dieser „Aktion“ keinerlei Vorteile.

„Warnende Stimmen“ nicht wahrnehmen

Für konservative Meinungen, zum Beispiel über einen wirtschaftspolitischen Kurs, über die Energiewende, sei in der Partei seit Jahren schon kein Platz mehr. „Es kann doch nicht sein, dass jeder, der es in der CDU mal wagt, warnend seine Stimme zu erheben, als nicht relevante Einzelmeinung abgetan wird“, klagt Baus.

Die CDU befinde sich seit zehn Jahren in einer Abwärtsspirale, das liege an einer „völlig verkrusteten Gesprächskultur“, man rede nicht mehr miteinander. „Wir hätten innerhalb der CDU schon längst mal darüber diskutieren müssen, warum wir uns eigentlich immer mehr von unseren Stammwählern entfernen. Das ist doch für eine Partei ein ganz wichtiger Punkt. Aber nein, die Devise lautet: Immer weiter so, weiter so in den Abgrund. Da sind wir jetzt angelangt.“

CDU bleibt seine „politische Heimat“

Baus will weiterhin CDU-Mitglied bleiben, das sei seine politische Heimat. „Ich sehe es gerade deshalb als meine Aufgabe an, den Mund aufzumachen. Ich hoffe, dass ich einen bescheidenen Beitrag dazu leisten konnte, dass in dieser Partei endlich mal wieder offen miteinander geredet wird und Probleme angesprochen werden dürfen. Im Übrigen weiß ich, dass ganz viele  CDU-Mitglieder genauso denken“, so Baus.