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Zerspanungstechnik Schmidt in Limbach: Söhne übernehmen Leitung - so geht's weiter

Firmennachfolge in Limbach : Leitungswechsel bei Zerspannungstechnik Schmidt: So geht es nun weiter

Während andere Betriebe oft Schwierigkeiten haben, ihre Nachfolge zu regeln, ist beim Unternehmen Zerspanungstechnik Schmidt in Limbach alles in trockenen Tüchern. Schon in wenigen Tagen will Firmengründer Richard Schmidt die Leitung in neue Hände legen.

Wenn man sich in Unternehmerkreisen umhört, dann wird immer wieder auch eine Frage aufgebracht: Wie regelt man die Nachfolge bei Betrieben dann, wenn der Firmeninhaber aufhört? Nicht selten bedeutet ein solcher Schritt auch das Ende von gut eingeführten Unternehmen. Die Probleme sind dabei vielschichtig. Mal hat der Firmeneigentümer keine realistische Vorstellung vom tatsächlichen Verkaufswert seines Unternehmens und liegt am Marktwert vorbei zu hoch. Mal lassen gerade Firmengründer zu spät von ihrem Lebenswerk los. Oder es findet sich schlicht niemand Geeignetes, der die Nachfolge antreten kann.

Bei Schmidt Zerspanungstechnik in Limbach hat man all diese Klippen umschifft. Am Mittwoch, 22. Dezember, geht der Betrieb ganz offiziell und notariell abgewickelt vom Firmengründer Richard Schmidt an seine beiden Söhne Peter und Daniel über. Damit sind dann am Firmensitz an der Konrad-Zuse-Straße im Limbacher Gewerbegebiet „An der Autobahn“ alle Weichen in Richtung Zukunft gestellt. Und dass dies alles nun so geschieht, ist das Ergebnis eines Prozesses, den Richard Schmidt schon von 15 Jahren begonnen hat.

„Als meine Söhne die Ausbildung begonnen haben, da war mir schon damals wichtig, die Frage zu stellen: ‚Was wäre wenn? Was wäre, wenn Ihr reif genug seid und ich alt genug, um zurückzutreten. Wollt Ihr dann die Firma weiterführen‘.“ Diese Fragen seien schon damals auch mit Blick auf Investitionen wichtig gewesen, schildert Richard Schmidt. „Lohnen sich Investitionen noch, oder soll man den Betrieb auslaufen lassen? Für mich hätte der Betrieb damals gereicht bis zu meinem Berufslebensende.“ Die Antwort der beiden Söhne damals sei noch kein Ja gewesen. Aber der Ausbildungsbeginn im Betrieb des Vaters sei zumindest ein deutliches „vielleicht“ von Peter und Daniel gewesen, erzählt Schmidt weiter.

Tatsächlich wurde aus diesem besagten „vielleicht“ sehr schnell ein „Ja“. Und im Gespräch mit unserer Zeitung machen die beiden Brüder deutlich, dass daran auch eigentlich nie Zweifel bestanden habe. Daniel Schmidt, er ist Feinwerkmechaniker in der Fachrichtung Maschinenbau mit Meisterabschluss: „Die Ausbildung hat mir Spaß gemacht. Deswegen habe ich direkt danach auch meinen Meister gemacht. Und ich wusste von Anfang an, dass ich das machen möchte.“ Gefragt, ob er sicher sei, dass sein Vater auch wirklich loslassen könne, ist Daniel Schmidts Antwort differenziert. „Er wird nicht einfach sagen: ‚Das ist nicht mehr meine Firma‘. Er wird ab und zu noch vorbeischauen. Er wird auch noch ab und zu durch die Hallen gehen und schauen, was die Mitarbeiter machen. Ganz loslassen wird er niemals. Es ist sein Werk. Und das wird er schützen.“

Dass ihm die Übergabe und das Loslassen nicht leicht fallen werde, das räumt Firmengründer Richard Schmidt ein. „Ich habe diese Firma von null aus aufgebaut. Ich habe aus einem normalen Arbeitsverhältnis als Dreher gekündigt und habe mein Gewerbe angemeldet.“ 1996 sei das gewesen. „Da habe ich mit nichts angefangen, eher mit Minus. Weil ich mit einem Darlehen von 100 000 D-Mark begonnen habe. Das musste ich zuerst stemmen und zurückzahlen.“ So habe er in den Anfangsjahren weniger verdient als in den Zeiten als Angestellter. „Das war deutlich weniger. Und nur dank des klugen Wirtschaftens meiner Frau Grazyna sind wir über die Runden gekommen.“ Dass man es als schon damals vierköpfige Familie wirtschaftlich geschafft habe, sei ein „Meisterwerk“ seiner Frau gewesen. „Ohne ihre Rückendeckung wäre es unmöglich gewesen.“

Von diesen Anfängen aus hat sich Schmidt Zerspanungstechnik zu einem ausgewiesenen Spezialisten für die Bearbeitung von Dreh- und Frästeilen im dualen Fertigungslauf von Einzel- und Serienfertigung entwickelt, Stichwort: Sondermaschinenbau. Die Kunden finden sich vor allem im Bereich des Maschinenbaus und der Automobilindustrie in ganz Deutschland. Aber auch Global Player wie Daimler-Chrysler zählen zu diesem Kreis.

Diese Erfolgsgeschichte sollen nun Peter und Daniel Schmidt weiterführen. Die beiden sind dabei nicht nur verantwortlich für den eigentlichen Firmeninhalt, sondern als Unternehmensführer natürlich auch für die Belegschaft und deren Zukunft. Und das in Zeiten, in denen eben die Führung eines Betriebes nicht einfach ist. Eine immer weiter zunehmende Bürokratie ist da nur ein Aspekt. Doch für ihn, so Daniel Schmidt, ändere sich tatsächlich nicht wirklich viel. „Die Mitarbeiter hören schon auf mich.“ Und auch Vater Richard ist sich sicher: „Daniel wird nicht am nächsten Tag mit Anzug und Schlips herumlaufen und einen Porsche fahren.“ Beide Söhne seien sehr bodenständig. „Die wissen, worauf es in unserer Firma ankommt. Die wissen auch, dass sie keine Millionäre werden. Handwerk ist ein harter Job.“

Die Zuständigkeiten sind zwischen dem älteren Sohn Peter und seinem jüngeren Bruder Daniel grundsätzlich aufgeteilt. „Wir haben zwei verschiedene Arbeitsbereiche“, erzählt der sieben Jahre ältere Peter Schmidt, auch er mit Meisterbrief. „Ich bin eher im Büro tätig und übernehme ein bisschen mehr im Bereich Drehtechnik, Daniel macht den Bereich der Frästechnik.“

Die beiden sollen nun die Zukunft von Schmidt Zerspanungstechnik gestalten. Und die Antwort von Peter Schmidt auf die Frage, wie man sich gegenwärtig diese Zukunft vorstellt, verdeutlicht viel von der Firmenphilosophie des Unternehmens: „Ich persönlich möchte nicht, dass die Firma noch größer wird als sie aktuell ist.“ So laufe es gut. Aber natürlich werde man die Modernisierung in Form von neuen Maschinen weiter betreiben. So sieht auch Peters Bruder Daniel die Zukunft des Betriebs.

Und der künftige „Senior-Chef“ Richard Schmidt macht deutlich, warum man hier mit Augenmaß agiert hat und weiter agieren wird: „Gier ist eine falsche Richtung. Wir kannten viele Firmen, die rasant gewachsen sind. Dieses Wachstum haben wir bewundert. Leider sind einige von diesen Unternehmen schon nicht mehr da. Ein rasanter Wuchs ist oft tödlich.“